22.01.05
Um 09.00 Uhr fuhr der naechste Bus (nicht schon wieder!). Die Fahrt nach Ushuaia stand bevor. Wir fuhren zwar durch eine schoene Gegend, aber 12,5 Stunden Bus fahren ist dann doch ein bisschen viel. Ushuaia ist die suedlichste Stadt (es gibt noch suedlichere Orte, aber keine Staedte), somit bin ich wohl am A.... der Welt angekommen *grins*. Wir suchten uns ein Hostal, diesmal brauchten wir zwei Versuche. Danach war essen angesagt. Und da wir wieder mal in Argentinien sind, gab es erneut ein Riesenstueck Fleisch. Ich glaube jedoch, am Ende der Welt waere es auch gut, sich einen Vorsatz zu nehmen. Meiner ist, nicht mehr soviel Ungesundes und ueberhaupt nicht mehr soviel zu essen. Sonst erkennt mich wohl niemand mehr bei meiner Rueckkehr ;-). Nach dem Essen hatte ich Glueck, dass das Internet bis 03.00 Uhr offen hat, denn ich hatte noch einige wichtige Mails zu erledigen. Nun, meine Reise durch Chile ist somit beendet, weiter gehts mit Argentinien, ohne staendige Grenzfahrten...
23.01.05
Ich stand frueh auf, auch wenn Sonntag war. Zuerst wollte ich ins Museum gehen, aber es ueberzeugte mich dann doch nicht so. Aber den Passstempel mit dem Stempel vom Ende der Welt liess ich doch machen,
ich habe ja schon den von den Osterinseln verpasst. Dann ging ich noch ein wenig an die Kueste und ins Zentrum, um einige Fotos zu machen, solange das Wetter noch ok war. Am Nachmittag gingen Jonathan und ich zum Martial Gletscher. Zuerst mit dem Sessellift bei Wind und Regen, dann zu Fuss etwa 50 Minuten steil den Huegel hinauf, immerhin mit nur gelegentlichem Nieselregen oder -schnee. Wir waren dann doch froh, als wir wieder zurueck in der Stadt waren. In der Schweiz gibt es ja genug Schnee, aber ich war doch ueberrascht, dass der Schnee mitten im Sommer und an einer Stadt am Meer soweit hinunter kommt. Nun, ich habe noch nicht wirklich viel ueber das Wetter geschrieben, jetzt tu ich’s. Es ist hier saukalt, ich trage staendig meine 2 Jacken, ein Langarmshirt und meinen Body, und ab und zu ueber meine Hose eine Regenhose, und sogar meine Ohrenwaermer (so schlimm sind die echt nicht, aber davon gibts kein Foto), haha!! Am Abend ging ich das letzte Mal mit Jonathan essen, danach verabschiedete ich mich von meinem Reisepartner. Durch ihn findet hoffentlich weiteres Gepaeck den Heimweg in die Schweiz, mit Umwegen ueber einen Aussendienstmitarbeiter, der in der Naehe von Lausanne
wohnt und weiter ueber die Sankyo (mein vorheriger Arbeitsplatz) nach Uznach :-).
24.01.05
Als erstes musste ich am Montag morgen meine Weiterreise organisieren. Ich war schon ziemlich nervoes, da ich dachte, es sei alles schon ausgebucht. Aber es war leicht, einen Flug von Ushuaia nach Comodoro Rivadavia zu buchen, und auch nicht allzu teuer, immerhin erspare ich mir damit etwa 20 Stunden Busfahrt. Danach ging ich nochmals schlafen, da das Wetter obermies war. Ich stand erst um die Mittagszeit auf und ging es gemuetlich an. Ich dachte, dies wird mal wieder ein "Haengertag". Spaeter hat das Wetter aber doch noch eine Wende genommen und es hoerte auf zu regnen, ab und zu war sogar blauer Himmel zu sehen. Ich entschloss mich kurzfristig, doch im Tierra del Fuego Nationalpark spazieren zu gehen. Schlussendlich war ich wieder etwa 3,5 Stunden unterwegs, diesmal dafuer meistens geradeaus. Ich war trotzdem erschoepft, deshalb freute ich mich auf den Bootstrip am naechsten Tag! Ich habe mich ja schon an einiges gewoehnt beim Reisen, aber ans Schnarchen werde ich mich wohl nie gewoehnen. Das war echt wieder mal eine Hammernacht! Als ich um 05.00 Uhr immer noch nicht schlafen konnte, wechselte ich meinen Schlafplatz verbotenerweise in
den "Livingroom" auf ein Sofa. Somit konnte ich immerhin noch knapp zwei Stunden schlafen.
25.01.05
Um 09.30 Uhr musste ich bei der Reiseagentur an der Kueste sein. Die Tour begann wie immer viel spaeter, da noch einige Personen fehlten. In der Zwischenzeit machte ich mal wieder Bekanntschaft mit Schweizern, Joël und Cédric aus der Westschweiz. Ich war jedoch froh, dass ich mich mit Ihnen auf Deutsch unterhalten konnte, franzoesisch sprechen habe ich glaub verlernt... Das Wetter war zwar nicht das Beste, aber immerhin regnete es nicht. Auf der Bootstour konnten wir einen Leuchtturm, Seeloewen, Pinguine und diverse Voegel sehen. Und natuerlich die schneebedeckten Berge sowie diverse Inseln. Leider ist der Preis fuer die Antarktis viel zu teuer (mind. 2500 USD fuer 10 Tage), ich glaub ich spare mir das auf bis mir das mal jemand schenkt *grins*. Nach der Bootstour ging ich mit den beiden Jungs noch etwas trinken, wobei sie mir noch ein paar Tips fuer meine Weiterreise gaben und mir ihr Reisebuch schenkten (ein sehr nuetzliches Geschenk fuer meine Reise, jetzt muss ich nicht mehr nach einem Buch suchen! Vielen Dank nochmals!) Abends kochte ich mir mal wieder Pasta, andere brutzelten da schon ganz gute Sachen zusammen.
Wie waers mit ein paar einfachen Menuevorschlaegen von Euch (bitte ohne Kaese!) *grins*. Ich war zwar sehr muede, aber ich schlug mich durch, bis 02.00 Uhr aufzubleiben, um noch etwas trinken zu gehen (welch eine Tortur!), immerhin war der Ausgang dann doch ganz lustig.
26.01.05
Mit ausschlafen war wohl auch nichts, denn ich musste ja noch fruehstuecken und bis 10.30 Uhr auschecken. Aber immerhin hat es bis 09.00 Uhr gereicht. Dann musste ich noch bis 11.30 Uhr warten, um meinen Flug bestaetigen zu lassen, danach konnte ich noch die letzten Stunden in Ushuaia geniessen. Leider verging die Zeit viel zu schnell. Knapp vor 15.00 Uhr holte ich mein Gepaeck im Hostal ab, verabschiedete mich von den netten Leuten und vom gediegenen Hostal selbst. Der Flughafen ist zwar sehr klein, das heisst aber nicht, dass man da besser vorankommt. Durch die Lautsprecher konnte man kaum ein Wort verstehen. Der Flug hatte mehr als eine halbe Stunde Verspaetung, das haben wir auch festgestellt, aber irgendwann konnten wir dann doch einsteigen. Es war ganz speziell, denn das Flugzeug war ein Militaerflugzeug (sorry, keine Ahnung was fuer ein Modell). Auf jeden Fall nicht so bequem und komfortabel wie ein normales Flugzeug, aber einen
Imbiss hat es doch gegeben. Zudem war meine Nachbarperson ganz nett, ein Franzose namens Mathieu (haha). Ich habe mich gut mit ihm unterhalten, leider ist er bereits in El Calafate ausgestiegen. Jetzt war der Zeitpunkt, wo ich neue Bekanntschaft knuepfen musste, um in Comodoro Rivadavia weiterzukommen (sehr berechnend ich weiss). Ich lernte einen Mann kennen, der mit seinen zwei Toechtern unterwegs war um seinen Bruder zu besuchen. Als wir in Comodoro Rivadavia ankamen, war ich froh ueber diese Bekanntschaft, denn es war schon spaet und es fuhren keine Busse mehr. Die Leute nahmen mich mit ins Zentrum. Sie halfen mir sogar, ein Hostal zu finden, denn ich hatte nichts vorreserviert. Die Suche war nicht einfach, aber ich fand etwas. Nachdem mir die Herren staendig gepredigt hatten, wie gefaehrlich es in dieser Stadt sei, wurde mir nur schon ein bisschen Bange, als ich das Hostal und dessen Besitzer sah, aber ich blieb. Das Hostal hat einen langen Flur mit 3D-kariertem Boden, ebenfalls mein Zimmer. Ich fuehlte mich wie in einem Gefaengnis oder in einem Spital aus alten Zeiten, oder vielleicht war dies einmal eine Irrenanstalt. Zudem erhielt ich wieder mal eine "Einzelkammer". Die beiden Maenner begleiteten mich nachher sogar noch zum
Busterminal, waren echt ganz nette Leute. Ich klaerte kurz einige Buszeiten ab fuer den naechsten Tag und ging danach wieder zurueck ins Hostal.
27.01.05
Zuerst eine kleine Bemerkung zum Wetter, die Kaelte habe ich hinter mir gelassen, es ist wieder ganz schoen warm und ich darf jeden Tag wieder meine Sonnencreme benutzen. Am fruehen Morgen ging ich als erstes ans Busterminal mit meinem gesamten Gepaeck. Dort wollte ich mir eigentlich ein Ticket fuer Sarmiento kaufen, um den versteinerten Wald anzusehen. Da ich jedoch keinen einzigen Touristen sah fuer denselben Bus und mir die Stadt langsam so ungeheuer war, entschied ich mich kurzfristig, direkt nach Trelew zu fahren. Ob die Entscheidung richtig war oder nicht weiss ich nicht. Im Nachhinein war sie eher falsch, aber jetzt ist es schon zu spaet, das naechste Mal wirds anders! Nach sechs Stunden Busfahrt (mit schnarchenden Leuten) kam ich endlich in Trelew an. Als erstes deponierte ich meinen Koffer im Tourismusbuero und erkundigte mich nach einer Unterkunft. Dies war auch hier ein schwieriges Anliegen. Irgendwann fand ich doch noch etwas, wieder mal teurer und ein Einzelzimmer. Danach goennte ich mir zuerst einmal einen frischgepressten Orangensaft. Ich setzte mich zu einer Person hin, Joerg, und
unterhielt mich etwa eine Stunde mit ihm, dann trennten sich unsere Wege wieder. War eine nette Abwechslung. Ich suchte das Zentrum noch nach Reiseagenturen ab, um eine Tour nach Punta Tombo zu den Pinguinen zu buchen. Den restlichen Tag verbrachte ich mit Reiseberichte schreiben (nachdem ich nach einem Computerabsturz drei Tage doppelt schreiben musste).
28.01.05
Am Morgen habe ich etwa 45 Minuten auf den Tourbus gewartet, ich dachte schon, die seien ohne mich losgefahren. Als ich einstieg, wussten auf jeden Fall alle, dass ich aus der Schweiz komme, da er mich der ganzen Gesellschaft praesentierte. Der Guide war ganz lustig, ich habe sogar das meiste verstanden. Im Bus hatte es mal wieder keine Touristen wie ich, sondern fast alles Argentinier, die ihre Ferien hier verbringen. Die Fahrt zur Pinguinkolonie dauerte etwa 1,5 Stunden, die Unterhaltung des Guide im Bus war super. Bei den Pinguinen verbrachten wir etwa eine Stunde, war schon ganz niedlich, die Dinger anzusehen. Natuerlich gab es wieder einige Fotos zu knipsen. Dann gings auch schon wieder zurueck nach Trelew, wo ich den naechsten Bus nach Puerto Madryn nahm, etwa eine Stunde weiter noerdlich. Dort habe ich auf Anhieb ein gediegenes Hostal gefunden mit Kueche. Da ich
hier fuer vier Naechte bleibe, koennte ich mir mal etwas Schlaues kochen. Uebrigens hat mich das Nutella doch nicht verlassen, es wartete schon ganz einsam unter allen anderen Dulce de leche-Buechsen auf mich *grins*.