Wir erreichen das Ende der Welt Nach 17 Stunden im Bus - inklusive "Grenzhopping" zwischen Chile und Argentinien - kommen wir in Ushuaia, der suedlichsten Stadt der Welt an. Endlich, endlich haben wir es erreicht: DAS ENDE DER WELT!
Am naechsten Tag goennen wir uns dafuer etwas Ruhe, bummeln durch Ushuaia und besichtigen einige Museen, denn die Stadt am Suedzipfel des Kontinents hat eine sehr interessante Geschichte. Ihre Anfaenge fand sie als Strafkolonie fuer rueckfaellige Schwerverbrecher, spaeter wurde dann ein Gefaengnis gebaut, das man heute besichtigen kann. Bei unserem Rundgang durch die alten Zellen erfahren wir viel Interessantes ueber das Leben der Inhaftierten, sowie ueber das Leben der Yámana, der Ureinwohner Feuerlands.
Fuer den Nachmittag haben wir dann eine Bootstour durch den Beagle Kanal geplant, doch die Schiffahrt wird wegen des starken Windes abgesagt - einmal mehr hat uns der Wind einen Strich durch die Rechnung gemacht. So nutzen wir unsere "Trostgutscheine", trinken gratis heisse Schokolade und setzen unseren Stadtbummel fort.
Auf Erkundungstour in Feuerland Der naechste Tag bringt dann super Wetter, blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein - perfekt fuer unsere heutigen Plaene, denn wir wollen eine Wanderung im Parque Nacional Tierra del Fuego, dem
Feuerland Nationalpark, machen.
Da hier momentan tiefster Winter ist, sind nur wenige Pfade des Parkes zugaenglich und wir beschraenken unsere Wanderung deshalb (und auch aus "Kniegruenden") auf die Lapataia Bucht.
Ueber kleine Pfade, Schnee und Eis bahnen wir uns unseren Weg durch die wunderschoenen Lenga Waelder, geniessen die tolle Bergkulisse, die Aussichten auf die Bucht und das Gefuehl am Ende der Welt zu stehen - suedlich von uns liegt nur noch die Antarktis :-).
Unser Weg fuehrt uns weiter auf Stegen hinab in die Bucht, am Strand entlang sind wir ganz allein, geniessen die Stille und sammeln Muscheln.
Zurueck im Wald ist dann auch bald das erste Klopfen zu hoeren und wir erblicken sogleich eine ganze Reihe Spechte, die nicht weit von uns entfernt bei der Arbeit sind. Ganz ungestoert koennen wir sie beobachten und Chris geht sofort auf die Jagd (...nach dem besten Foto :-)) - ein Bild fuer Goetter.
Bei unserem Picknick am Mittag sitzen wir auf umgenagten Baumstaemmen (Achtung die Biber kommen!), essen unsere selbstgemachten Sandwichs und geniessen den Blick auf die zugefrorenen Seen. Gegen spaeter dringen wir dann immer tiefer in das Gebiet der Biber ein und koennen bald erkennen, warum sie hier in Patagonien als
solche Plage gelten: Alle Baeume sind abgenagt, stehen jetzt nicht mehr im Wald, sonder liegen als Daemme in den Fluessen. Die Biber selbst sehen wir leider nicht, denn sie kommen erst abends aus ihrem Bau. Bis dahin sind wir laengst wieder zurueck in Ushuaia, muede und gluecklich von einem weiteren erlebnisreichen Tag - einmal mehr ein Nationalpark mit einzigartiger Landschaft, jeder Menge Schnee, Kaninchen und das absolute Paradies fuer jeden Ornithologen und fuer diejenigen, die es werden wollen :-).
Mit den Skiprofis auf der Piste Am Montag trennt sich Indi5 fuer kurze Zeit, denn Steffi und Christoph juckt es in den Beinen: Es geht zum SKIFAHREN - am Ende der Welt!
Und so geht es in das 20 km entfernte Skigebiet Cerro Castor. Da es hier so winterlich ist, braucht es keine hohen Berge - das Skigebiet geht bis auf 1050 m - mit tollen Pisten - ganze 21 an der Zahl und hat alles zu bieten wie in den Alpen, bis auf DJ Oetzi & Co. :-)
Die super praeparierten Pisten machen uns viel Spass und wir geniessen jede Abfahrt. Der Clou: Mit uns trainieren die A-Kader Nationalmannschaften von Italien, Frankreich und Kanada... Und so passiert
es, dass z.B. Denise Karbon vor uns beim Lift ansteht... Etwas weiter oben trainieren die Freestyle Jungs aus Frankreich und so koennen wir auf einigen Liftfahrten die Spruenge, Ueberschlaege und Schrauben beobachten, die sie in den Schnee zaubern.
Nach zwei Huetteneinschwuengen und Rum- Tee sind wir nach 7 Stunden Skifahren platt und fahren zurueck nach Ushuaia, wo Sandra den Tag gemuetlich verbracht hat - beim Bummeln und in den zahlreichen Museen von Ushuaia, da der geplante Reiterausflug leider nicht statt fand.
Im Huskyschlitten durch den Schnee Am naechsten Tag geht es dann wieder vereint hinein in die winterliche Landschaft. Mit Schneeschuhen stapfen wir durch den Tiefschnee, durch Waelder und die Berge hinauf. Die Aufstiege sind mit den "Ungetuemen" an unseren Fuessen teilweise ziemlich knifflig - die Abstiege dafuer umso leichter, denn wir setzen uns einfach auf den Hosenboden und ab geht die Fahrt... :-)
Auch so manches Foto erfordert seine Opfer und endet nicht selten damit, dass einer von uns im Schnee liegt und Indi am Ende des Vormittags seine Hose komplett ruiniert hat - ein Riss von oben nach unten. Auf unser zweistuendigen Wanderung haben wir jede Menge Spass (an die Schnneschuhe muessen wir uns erst
einmal gewoehnen :-)) und geniessen die Winterlandschaft hautnah - inklusive Biber- und Fuchsspuren im Schnee.
Bei einer Tasse heisser Schokolade waermen wir uns in einer kleinen Huette im Wald wieder auf, bevor wir zum eigentlichen Highlight des Tages kommen: Wir fahren mit dem Huskyschlitten!
7 wunderschoene Huskys warten bereits auf uns, als wir den Wald verlassen und so machen wir drei es uns gleich im Schlitten bequem und los geht die Fahrt - ziemlich rasant, die Hunde koennen es wohl kaum erwarten zu rennen :-). Ein unglaubliches Erlebnis sich von den Huskys durch den Schnee ziehen zu lassen und definitiv eine Erfahrung, die wir wohl nie wieder vergesen werden, auch wenn die Zeit viel zu schnell vergeht. Dafuer haben wir nach der Fahrt noch jede Menge Zeit die Hunde persoenlich kennen zu lernen - vorallem die Huskybabys, die uns mit ihren leuchtenden blauen Augen anstarren und uns von oben bis unten abschlecken, haben es uns dreien besonders angetan.
Leuchttuerme, Seeloewen und einsame Inseln Der naechste Tag bringt dann endlich die geplante Bootstour, die am Samstag wegen des starken Windes nicht statt finden konnte. Mit einem kleinen Kutter geht es auf den 240 km langen Beagle Kanal hinaus, der
nicht nur den atlantischen mit dem pazifischen Ozean verbindet, sondern gleichzeitig die Grenze zwischen Argentinien und Chile bildet. So koennen wir noch einen Blick auf Chile erhaschen - wohl den letzten auf unserer Reise :-).
Bevor wir ueberhaupt die Bucht von Ushuaia verlassen haben, wartet bereits ein kleines Highlight auf uns: Neben dem Boot tauchen zwei Pinguine aus dem Wasser auf - Glueck gehabt, denn in den Wintermonaten halten sie sich fuer gewoehnlich nicht hier in Patagonien auf und man bekommt sie nur selten zu Gesicht. Doch nun haben auch Steffi und Chris ihre Pinguine gesehen - und sind natuerlich gluecklich :-).
Bei einer Tasse heisser Schokolade waermen wir uns ein wenig auf, um danach Wind und Kaelte zu trotzen, an Deck zu stehen und den beruehmten Leuchtturm "Les Eclaireurs" zu umschiffen. Wir koennen jede Menge Kolonien von Kormoranen beobachten und sind schliesslich von den vielen Seehunden und Seeloewen, die nicht weit von uns faul auf den Felsen liegen, ganz begeistert.
Bei einem kurzen Landgang auf einer der Inseln im Kanal entdecken wir die letzten Ueberbleibsel der Yámana Siedlungen und erklimmen anschliessend den Gipfel der Insel - der 360 Grad Rundumblick bietet eine fantastische Aussicht auf das Bergpanorama, sowohl auf
chilenischer, wie auch auf argentinischer Seite.
So erleben wir noch einmal Patagonien pur an unserem letzten Tag hier im Sueden Argentiniens, bevor wir dann am Abend Ushuaia verlassen und uns mit dem Flugzeug auf nach Buenos Aires machen. Auf uns warten 1 bzw. 2 Tage Kontrastprogramm - Grossstadt, Waerme (!) und Tango, Tango, Tango...