mittwoch, 28.01.09 am freitag dem 16.01.09 gehen meine mutter und ich nochmals ins cafe gegenüber von unserem hotel zum pancakes frühstück und fahren anschliessend mit dem taxi zum kea-stützpunkt, um unseren neuen camper zu begrüssen. im vorfeld unserer reiseplanung haben wir wegen der vielen unbekannten und giftigen viecher in australien auf einen camper mit enthaltenem wc bestanden - damals wusste ich ja noch nicht, dass ich in der wüste auch unter freiem himmel übernachten werde... und somit ist unser gefährt eher ein bisschen zu gross geraten - und vor allem ohne 4wd. leider sind damit alle dirt roads tabu, so dass ein doch nicht ganz unbeachtlicher teil der interessanten strassen nicht mehr gefahren werden können.
unsere erste etappe führt uns in den blue montains np knapp 100 km westlich von sydney. bei wolkenlosem himmel klappern wir die paar hauptattraktionen ab und verziehen uns gegen abend in ein etwas abgelegenes seitental ins old ford reserve - der erste campspot ist schon recht gelungen, könnte sogar knapp als bushcamp durchgehen... :-)
am samstag morgen fahren wir in den bevölkerten teil des np zurück und schweben mit der seilbahn runter auf den talboden zum obligatorischen spaziergang durch den dichten regenwald. zwischen
vielen farnbäumen und gum trees führt der boardwalk zurück zur steilsten standseilbahn der welt... na ja, alles eher touristisch, aber doch recht schön - glücklicherweise sind nicht tausende von touris auf die gleiche idee gekommen wie wir, so dass ein kleines bisschen urwald-feeling aufkommen kann.
am nachmittag machen wir uns auf den weg zurück an die küste und richtung süden. wir finden unser nächstes camp im kangaroo valley auf der bendeela picnic area - nicht ganz alleine, aber doch recht privat, verbringen wir unsere zweite nacht im camper und, für meine mutter zum ersten mal, schauen in den klaren sternenhimmel zum southern cross... so schön! :-)
wieder bei sonnenschein fahren wir am sonntag morgen entlang der küste mit diversen stopps richtung süden - ziel ist der booderee np mit dem angegliederten jervis bay marine park. dort unternehmen wir ein paar spaziergänge in malerische buchten mit weissen sandstränden und durch eukalyptus-wälder zu schroffen klippen.
am abend erreichen wir den ersten caravan park am rand des murramarang np bei merry beach... ja, wir sind uns einig, dass caravan parks nicht wirklich das sind, was wir suchen - wir stehen ein bisschen wie sardinen in einer büchse inmitten einer riesigen
schar von campern. offenbar ist diesen die dichte völlig egal, kinder kreischen und ein paar zahme kängurus hoppeln durch die strassen... dafür können wir gleich kleider waschen, zweimal duschen, abwasser dumpen und frischwasser auffüllen und was halt so alles anfällt.
und weiter geht's richtung süden - leicht fluchend fahren wir an ein paar schönen nationalparks vorbei, denn wir dürfen mit unserem camper ja nicht auf naturstrassen fahren. trotzdem finden wir ein paar schöne plätze entlang der küste zum muffinessen und ausspannen. am späten nachmittag drehen wir ab richtung westen und übernachten wieder etwas abgelegener in der nähe von bemboka am waldrand neben dem sportplatz - zum legendären reissalat der mutter gibt's feine lammstückli!
die nächste tagesetappe führt vorbei an trockenem weideland und vielen toten bäumen landeinwärts nach cooma und weiter in den kosciuszko np, der vor allem bekannt ist für den höchsten berg australiens - mit schlappen 2229 m, ein bisschen mehr als der pilatus, sieht der mt kosciuszko eher aus wie ein hochalpiner hügel, denn das ganze umland ist ebenfalls auf ca. 1600 m... wir übernachten in gesellschaft von einer herde grasender kängurus auf einem campingplatz im nationalpark - trotz der wunderschönen lage müssen wir den grössten
teil des abends im camper verbringen, denn es gibt offenbar auch in australien gewitter mit hagel. zum ersten mal macht das wc im camper so richtig sinn... ;-)
am morgen begrüsst uns wieder die sonne durch die vorhänge des campers - so machen wir uns auf, den nationalpark zu erkunden und fahren mit dem sessellift hoch in die berge und zu fuss weiter zum lookout mit blick auf mt kosciuszko. die ganze 'wanderung' führt über metallstege und wird von scharen mit flipflops bezwungen - so schenken wir uns die letzte stunde auf den höchsten 'gipfel' und verdrücken stattdessen wieder im tal unten angekommen ein glace. diese 'wintersportorte' sehen auch in australien zum heulen aus - da fühlt sich mein schweizer herz doch schon fast wieder wie zu hause.
am nachmittag fahren wir weiter landeinwärts durch den westlichen teil des nationalparks. hier kommen kaum noch touristen hin und die strasse windet sich über knapp 70 km ohne strassenmarkierung hoch und runter durch täler und endlos scheinenden eukalyptuswald. so erreichen wir unser nächstes camp im towong reserve am murray river, der grenze von new south wales zu victoria. wir stellen unseren camper unter einen gummibaum und geniessen den blick über
sunsetin wilsons promontory np
den fluss bei heissen temperaturen mit einem kühlen bier, oder zwei...
nach angenehmer nacht führt die nächste tagesetappe entlang dem murray valley hwy zum lake hume, einem riesigen künstlich angelegten stausee mit hunderten von toten aus dem wasser ragenden und schwarz schimmernden baumstämmen. die gewittrige stimmung am himmel passt ganz gut zum grossen 'massensterben' und bildetet mit den rötlich-braunen farbtönen am seeufer ein schönes und stimmiges, aber irgendwie surreales bild. in wodonga wird wieder einmal ausgiebig geschoppt und getankt und anschliessend fahren wir ins städtchen beechworth, ein aus viktorianischer zeit gut erhaltenes, inzwischen leider sehr touristisches käffchen.
die fahrt zum buffalo np ist sehr stürmisch und bringt im nationalpark diverse bäume zum kippen, so dass wir die nacht entgegen dem plan ausserhalb auf einem immerhin recht schönen caravanpark verbringen und das erforschen auf den nächsten morgen verschieben müssen.
so fahren wir also am nächsten tag wieder bei recht ordentlichem wetter in den buffalo np und unternehmen zwei schöne spaziergänge auf den the humb und zu den eurobin falls. insgesamt erinnert mich dieser nationalpark recht stark an den mt field np auf tasmanien, wo ich weihnachten verbracht habe - schöne erinnerungen... ;-)
gegen abend fahren wir weiter
richtung süden entlang der great alpine road durch den alpine np über endlos scheinende mit weissen bäumen bestandene hügel - auch diese landschaft sieht sehr surreal aus und erscheint uns eher untypisch für australien! - eine angenehme überraschung. für die nacht finden wir bei den victoria falls ein super schönes plätzchen zwischen ein paar eukalyptusbäumen, bleiben am abend lange draussen sitzen und bestaunen wieder einmal den sternenhimmel mit dem southern cross!
den nächsten tag verbringen wir hauptsächlich mit fahren - weiter entlang der great alpine road erreichen wir nach sehr kurvenreicher fahrt irgendwann endlich das meer und suchen uns schon bald ein schönes plätzchen für die nacht - finden schliesslich einen abgelegenen für unseren mietvertrag nicht ganz legal zu erreichenden campspot im holey plains state park. wieder sitzen wir bis lange nach dem sonnenuntergang draussen bei kerzenlicht in der lauen sommernacht... ziemlich gemütlich, wie ihr auch auf der nordhalbkugel vorstellen könnt! :-)
die nächste tagesetappe ist im nachhinein betrachtet eher unnötig, wir machen uns auf den weg in den gibbsland lakes coastal park, gemäss reiseführer einer der absoluten hits an der südwestküste australiens - na ja, seen haben wir halt auch schon gesehen und die vielen touristen gehen uns, vor allem mir, mächtig auf den sack. so beschliessen wir, für die nacht wieder zum gleichen campspot wie die nacht zuvor zurück zu fahren, denn erstens war es dort super schön und einsam und zweitens liegt dieser eh praktisch an der geplanten route für die weiterfahrt...
das nächste ziel ist der wilsons promontory np ganz im süden australiens, klar, ausser tasmanien natürlich - und hier hatte der reiseführer recht. zwar ist der ganze nationalpark mit seinem campingplatz sehr touristisch durchorganisiert, aber die landschaft ist umwerfend schön - türkis farbige strände mit hellbeigem sand, schroffen felsformationen, an denen die wellen tosend brechen, und einen sonnenuntergang direkt ins wasser! und am abend werden wir noch von einem dicken verfressenen wombat besucht, der grasend wie auf einer 'sauftour' durch den campingplatz zieht.
am nächsten morgen wollen wir nochmals die schöne natur im nationalpark geniessen und spazieren gemütlich entlang der küste zum squeeky beach - und wieder werden tausende von fotos geschossen. zum schluss muss ich meine mutter quasi zwingen, endlich wieder aufzustehen, denn wir wollen ja auch noch ein paar andere sachen anschauen gehen in australien...! ;-)
so fahren wir denn gegen abend weiter zur phillip island gut 100 km südlich von melbourne. dort können wir neben einer wiederum sehr schönen küste am westlichen rand der insel auch ein paar pennende koalabären bewundern - wiederum nicht in freier natur, aber immerhin haben wir sie gesehen... für die nacht müssen wir in einen caravan park auf der insel, denn da gibt es nichts anderes... igit, die armen schweine, die freiwillig dorthin gehen!
und am nächsten tag geht's dann los in richtung melbourne - die stadt ruft, aber nur für eine mehr oder weniger direkte durchfahrt, denn es dauert doch recht lange, bis ich merke, dass mein gps auf fussgängermodus eingestellt ist... immerhin finden wir doch nach einer weile den gesuchten global gossip mit internetverbindung in die grosse weite welt.
so, das wär's für den abschnitt von sydney nach melbourne. ich hoffe, dass ich den rest von melbourne nach adelaide noch von adelaide aus schicken kann. und sonst melde ich mich halt erst wieder aus sydney mitte februar.
eine gute zeit und bis später dann - liebe grüsse
dominik und mauder
sydney to melbourne bei flickr...!