Nachdem ich das lokale Skigebiet inzwischen schon in und auswendig kenne, habe ich es im Januar endlich auch mal in ein paar der größeren Skigebiete in den Rocky Mountains geschafft.
Zusammen mit Kaleb, einem meiner Mitbewohner, war ich Mitte des Monats in Vail. Er hatte einen Tag unter der Woche frei bekommen und wollte sich das Vergnügen auf menschenleeren Pisten zu boarden natürlich nicht nehmen lassen. Da ich problemlos frei nehmen konnte, fuhren wir schließlich zu zweit die etwa zwei Stunden bis nach Vail. Dank eines Gutscheins musste ich nur die Hälfte des stolzen Preises für eine Tageskarte bezahlen, was den Tag natürlich noch schöner machte. Vail ist mit 21,4 km² befahrbarer Fläche das dritt größte Skigebiet der Welt und nach Aspen wohl auch das bekannteste in den Rocky Mountains. Berühmt ist das Resort vor allem für seine sieben "Backbowls", riesige Talkessel, die quasi komplett befahrbar sind. Man kann sich also seinen eigenen Weg ins Tal suchen, ohne sich an präparierte Pisten halten zu müssen. Neben herrlichen Abfahrten im Tiefschnee durch bewaldetes Gelände gibt es für besonders mutige Skifahrer sogar die Möglichkeit über Klippen zu springen, was allerdings einiges Können erfordert. Insgesamt ein absolut faszinierendes Skigebiet, in dem man wohl problemlos
mehrere Wochen verbringen könnte ohne sich zu langweilen. Der Ort am Fuß des Berges ist übrigens einem Bergdorf aus den Alpen nachempfunden und sieht, typisch amerikanisch, "perfekter" aus als jedes Alpendorf in dem ich bisher war. ;)
Dank Cassie, die ich beim Kletterkurs im Dezember kennen gelernt habe und mit der ich seitdem regelmäßig Klettern bin, ging es dann zwei Wochen später gleich ein ganzes Wochenende zum Snowboarden. Nachdem wir Samstag Nachmittag nach Keystone gefahren waren, wo man dank Flutlicht nach Einbruch der Dämmerung noch bis 21 Uhr Nachts 15 Pisten befahren kann, konnten wir kostenlos bei einem Ihrer Freunde in Vail übernachten. Am nächsten Morgen fuhren wir dann weitere drei Stunden ins etwas abgelegene Steamboat Springs, dass für den sogenannten "Champagne Powder" berühmt ist, besonders leichter und trockener Schnee der dort reichlich fällt. Dank eines nächtlichen Schneesturms, der uns die Anfahrt durch teilweise beängstigende Straßenverhältnisse ein wenig erschwert hatte, teilweise war meilenweit nur die Gegenspur geräumt, erwarteten uns dann auch sagenhafte 35 cm Neuschnee, die den Tag zum besten Snowboard-Erlebnis werden ließen, das ich bisher hatte. Das Gefühl im Tiefschnee kam dem beim Surfen sehr nahe, man spürt keinen festen Boden unter der Brett sonder fühlt sich ein wenig
als als würde man schweben. Der Tag ging leider viel zu schnell zu Ende und die über sechs Stunden lange Rückfahrt wurde wegen extremem Glatteis auch noch zu einer Nervenprobe, die wir aber dank Cassies Fahrkünsten auch noch heil überstanden haben.
VailKaleb ist im Baum gelandet ;)