Pico de Orizaba - 5.636 m


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February 9th 2011
Published: February 11th 2011EDIT THIS ENTRY

Tag 1
Am Sonntag, den 6.02., kommen wir in Tlachichuca an, nachdem wir zuvor uns in Huamantla bei der Bodega Aurerra (Supermarkt) noch mit Wasser und Vorräten eingedeckt hatten. Auf der Fahrt hebt sich der Pico de Orizaba (oder Citlaltepetl) majestätisch vom Himmel ab.
Nach einigem Nachfragen haben wir das Climberhostel von Joaquin Canchola Limon entdeckt. Wir entschließen uns, hier zu bleiben. Maribel, Joaquins Tochter, empfängt uns sehr freundlich und es ist angenehm, sich in Englisch unterhalten zu können. Klar, wir können das Auto im Hof parken und wir können darin auch übernachten. Aber wieso nicht ein Zimmer nehmen? Die Zimmer sind einfach, mit 3 oder vier Betten (auch Doppelbetten) darin. Eine Waschgelegenheit besteht mit drei Duschen im Hof. Kostenpunkt: 240 Pesos (20 Dollar) pro Zimmer pro Nacht. Da kann man eigentlich nichts sagen. Wir entschließen uns dennoch, im Bus zu bleiben.
Der Transport zur Piedra Grande Hütte auf 4.260 m kostet 1500 Pesos. Eigentlich 500 Pesos mehr, als auf der Seite im Internet (summitpost.org) angegeben. Maribel erklärt, dass dieser Tarif für ein volles Auto bestünde. Bei weniger Personen würde sich der Preis eben erhöhen. Das sehen wir ein.
Es ist langes Wochenende und Maribel erklärt, dass sie fünf Autos oben an der Hütte hat, die die Bergsteiger zurückbringen. Nach und nach treffen diese ein.Wir unterhalten uns zuerst mit den Mexikanern. Sie haben sich Gerät von Joaquin ausgeliehen. Steigeisen und Pickel sind aber sehr antik. Na, wenn sie es mit diesem Gerät geschafft haben…
Sie schildern uns, dass es sehr stark gestürmt hat und sie auf dem Weg zum Gipfel mit dem Wind kämpfen mussten. Der Windchill hatte ihre Gesichter tiefrot geschunden.Wir denken sofort an unsere Sturmhauben – haben wir diese überhaupt dabei ?
Dann kommen weitere Mexikaner, diesmal mit Führer, an. Einer spricht sehr gut Deutsch, war er doch ein Jahr zum Austauschaufenthalt an einer Schule in Bayreuth. Er ist der Meinung, dass man unbedingt einen Führer nehmen sollte, da die Streckenführung nicht so eindeutig ist und in der Nacht einige Mexikaner zu weit nach rechts abgekommen sind. Sie mussten wieder zurücksteigen. Nun werden wir etwas unsicher. Als wir aber hören, dass ein Führer 200 Dollar pro Person kostet, dann ist es uns das doch nicht wert. Wenn wir den Weg nicht finden, kehren wir halt wieder um.
Ok, erst einmal das Wetter checken. Ich logge mich in das Wifi ein und erhalte nach langem Suchen eine mexikanische Seite mit dem Wetter von Tlachichuca. Dienstag und Mittwoch ist gutes Wetter angesagt. Also schon einmal ein gutes Omen.
Abends sprechen wir noch mit zwei mit Blugaren und Vicente, ihrem Führer. Vicente kommt aus Mexico City und arbeitet für eine Organisation. Er ist sehr nett und gibt mir auf Papier eine Routenbeschreibung. Jetzt fühle ich mich schon etwas besser.
Mit Joaquin war vereinbart, dass wir gegen 10:00 Uhr abfahren. Bis es allerdings so weit war, zeigte die Uhr 11:30 – das ist eben Mexico!Maribel versorgt uns noch mit Gesichtsmasken und einem Handy. So können wir nach Lust und Laune auch erst Tage später zurückkehren.
Schönes Wetter – man kann den Orizaba klar erkennen. Die Fahrt führt uns durch zwei Dörfer. Joaquin machte seine Warnung wahr und hielt an einem Abarrotes an, um einen „Tequila-Stopp“ einzulegen. Für Nicht-Fachleute wie mich: Tequila ist ein Agavenschnaps. Tatsächlich landeten nachher zwei Flaschen auf dem freien Sitz neben mir – einmal Apfelsaft und einmal Mineralwasser… „Gehma, Gehma, Packe mers…“ lautete es daraufhin in einer Art mexikanisch-bayrisch. Das kam so plötzlich aus ihm heraus – ich musste lauthals auflachen! Auf Nachfrage erzählte er mir, dass er es von Salzburger Bergsteigern abgekupfert hat.
Weiter hinauf geht es. Jetzt befinden wir uns auf einer staubigen Sandpiste. Klar, hier wären wir nie mit dem Bulli durchgekommen. Die Misch-Löß-Erdpiste wird steiler und Joaquin stellt den 4x4 an den Reifenachsen ein. Ich nutze jede Gelegenheit, um Fotos zu schießen. Mal kommt uns ein Bauer mit Eseln entgegen, auf denen hoch aufgetürmt Brennholz lagert. Mal ist es eine Schafherde, die von einem Teenager betreut wird. Joaquin meint, dass diese Jugendlichen nicht in die Schule gehen und das dies ein großes Problem sei. Recht hat er!
Dann schickt er mich aus dem Auto raus und meint, ich soll meine Kamera mitnehmen. Ich soll an die Ecke gehen… Aha, hier führt die Piste steil bergab. Klar – gerne drehe ich ein Video, wie er das schwere Gefährt langsam um die Ecke bugsiert. Noch immer gibt es Bäume und Pflanzen. Und das auf über eine Höhe von 4.000 m! In Europa - undenkbar! Joaquin deutet auf Blumenstauden und meint, dass das Joaquin-Marihuana ist. Natürlich mit Grinsen auf dem Stockzahn (Den sieht man auf dem Foto von ihm nicht. Fachgerecht hat er den Mund etwas verkniffen zugehalten….) Alter Schelm – in Wahrheit sind es Lupinen…
Wind kommt auf. Das Fenster auf meiner Seite ist einen Spalt offen und lässt sich auch nicht mehr schließen. Ich werde zum Staubschlucker Nr. 1. Schnell die Fleecejacke geschnappt und vor den Mund gehalten. Das ganze Auto ist mittlerweile voller Staub… Gut, dass jetzt die Piedra Grande Hütte (4.260 m) in Sicht kommt. Zwei Stunden Buckel-Ruckel-Piste liegen hinter uns. Aber es war ein besonderes Abenteuer und unterhaltsam zugleich gewesen dank unserem Hostelpapi!
Ein weiteres Fahrzeug steht schon da. Es ist ein langes Wochenende in Mexiko und die „Eingeborenen“ nutzen den Tag zu einem Ausflug in die Berge. Wir lernen, dass die Hütte gerne angefahren wird, um den Pico de Orizaba mal von Nahem zu sehen. Dann wird (auch mit Stöckelschuhen) mal ein kleiner Rundgang gemacht, sich gesonnt, das Autoradio aufgedreht, um dann mit großem Hallo wieder in die „Unterwelt“ zu verschwinden. Zwischendurch wird es richtig voll in der einfachen Hütte und ich versuche mich in etwas Spanisch. Drei kleine Schuljungs interviewen mich…. Ja, das hab ich in Lektion 2 meines Autodidakt-Spanisch-Lehrbuchs inhaliert. Viene de Alemania. Me llamo Petra. (Ich komme aus Deutschland. Ich heiße Petra.) Aber dann sprudelt es nur noch so aus den Jungs heraus – Hilfe, ich kapituliere und gestehe, dass ich eben nur ein klitzekleines bisschen Spanisch kann!
Joaquin wartet noch auf seine vier Bergsteiger und so gegen drei Uhr trudeln diese dann so langsam ein. Der Führer ist eine Stunde vor dem Gipfel wieder umgekehrt, weil er sich heute nicht so kräftig fühlte. So langsam beginne ich Respekt vor dem Gipfel zu entwickeln.

Gegen 15:30 Uhr starten wir beide zu einem kleinen Erkundungs- und Akklimatisierungsmarsch. Zuerst geht es auf einem alten Äquadukt den Berg hinauf. Keine Gnade - hier beginnt man zum ersten Mal zu pusten. Dann schraubt sich der Weg weiter den Hang hinauf. Jetzt sind auch ein paar Serpentinen eingebaut. Doch manchmal muss man sich auch einfach nur durch Geröll quälen. Hier dachte niemand an Kräfte sparendes Bergsteigen, als der Weg angelegt wurde.
Aber wir fühlen uns ausgeruht und stark. Schön, dass immer wieder große Zeichen an den Felsen zu sehen sind. Das bestärkt uns. Und noch ein bisschen höher, um um die nächste Ecke sehen zu können. Schon sind wir 500 Höhenmeter gewandert und wir waren gerade mal 1,5 Stunden unterwegs.
Nun erreichen wir aber die 4.700 Metermarke – und das Labyrinth kommt. Eine rote Fahne führt uns in die Irre. Wir stoßen aber weiter rechts wieder auf einen Weg. Jetzt kommen kleine Schnee- und Eispassagen und Stangen, die wie Antennen aus den Schnee ragen. Sie sagen uns: Hier sind wir richtig. Ich entschließe mich, hier zu warten. Hans erkundet allein den Durchstieg. Es dauert eine gute halbe Stunde, bis ich ihn am gegenüberliegenden Berghang entdecke. Später berichtet er mir, dass drei markierte Wege im Nichts endeten. Meine Füße frieren mir langsam ein. Ich messe mit meiner Uhr die Lufttemperatur. Gerade mal noch 2 Grad plus. Es ist schon 17:45, als mein Göttergatte endlich zurückkommt. Schnell steigen wir eine Alternativ-Geröll-Route ab. Gute drei Stunden waren wir unterwegs. Hans hat 700 Höhenmeter gemacht, ich so an die 600 m. D.h. er ist den halben Orizaba schon gehikt und geklettert. Ich spüre das am Abend auch und denke, auch an ihm wird es nicht spurlos vorbeigegangen sein. Wie wird das nur am nächsten Tag enden? Nur mit Stirnlampe ausgestattet, ist es bestimmt nicht so leicht, sich da oben zurecht zu finden. Das kostet Zeit und Energie.
Ich sitze am Abend nur noch abgestumpft herum, während sich Hans um ein kurzes Abendessen kümmert. 20:30 Uhr – nichts wie ab in die Koje, denn wir wollen um 3 Uhr bereits wieder aufbrechen!

Bis wir dann abmarschbereit sind, ist es schon 3:45 Uhr. Die Nacht ist sternenklar und wir müssen bald ein Oberteil ablegen, weil uns der steile Weg ganz schön prusten lässt. Ich spürte eine deutliche Formschwäche in den Knochen und musste hörbar schnaufen. Hans war immer voraus. In meinem Rucksack hatte ich meine schweren Stiefel. Diese wollte ich zu Beginn des Labyrinths mit den Steigeisen anziehen. Das Ganze drückte ordentlich. Nach einer Stunde anstrengenden Steigens gibt auch Hans zu, dass er sich nicht fit fühlt. Ich meine, es ist besser, gleich umzukehren, bevor man noch weitere Anstrengungen investiert, und am nächsten Tag auch nicht hochkommt. Wir können ja Joaquin oder Maribel, seine Tochter, informieren, dass sie uns erst am nächsten Tag abholen. Wozu haben wir das Handy mitgeschleppt. Nach 45 Minuten Abstieg befinden wir uns kurz vor sechs Uhr wieder in den Federn. Um sieben Uhr erreiche ich Maribel und wir vereinbaren, dass Joaquin erst am morgigen Mittwoch gegen vier Uhr nachmittags kommt.
Die Sache mit dem Schlafen oder Dösen hat so kurz vor zehn dann ihr Ende. Ich setze mich mit Brot und Wurst bewaffnet in die strahlende Sonne. Was für ein herrlicher Tag – bilderbuchmäßiges Wetter zur Besteigung! Mittags köchle ich meinen Knorr-Taco-Reis, den Hans nur mit langen Zähnen antestet.
Eigentlich schön, diese Ruhe in den Bergen. Aber gegen eine Begleitung auf unserer Tour und ein bisschen mehr Leben in der Hütte hätten wir auch nichts.
Mit dem Nachmittag kommt dann Abwechslung. Zuerst taucht ein Wanderer auf und besucht uns in der Hütte. Es stellt sich heraus, dass es ein hartgesottener Ausdauersportler aus Tiruana ist, der neben Jogging und Mountainbiking auch Extremwettkämpfe bestreitet. Er wartet auf Izmael, seinen Führer aus Tlachichuca und war auf einem Akklimatisationsgang vom Dorf Hidalgo zu uns hinauf unterwegs. Alle Achtung! Dann kommt Izmael, der etwas theatralisch in die Hütte stolpert und sichtlich angestrengt von der 36 km Mountainbiketour auf der Sandpiste scheint. Wir laden die Beiden zu einem Kaffee ein, was sie gerne annehmen. Dann berichten sie, dass noch 12-15 Deutsche heute kommen. Hilfe- Dann wird es eng! Das können doch nur Jünger vom DAV-Summit-Club sein…Es stellt sich aber später heraus, dass ein Fahrer fünf Russen zur Hütte bringt. Schön – Leben in der Bude. Einer der Truppe kann ausgezeichnet Deutsch und wir tauschen uns aus. Wir berichten, was wir über die Streckenführung bisher alles so wissen und die Russen freuen sich sehr. Sie sind auf einer einmonatigen selbstorganisierten „Kulturreise“. Es handelt sich um äußerst fitte und erfahrene Bergsteiger. Selbst auf dem Mt. McKinley waren einige von ihnen schon gewesen.
Bei mir ist der Schalter noch voll auf Regeneration. Ich lege mich ab 19 Uhr ins Bett und bin kurz darauf schon im Reich der Träume. Vorsichtig fühle ich nach meinen Beinen. Werden sie morgen gut durchhalten?

Tag 3
Die Russenmannschaft war rücksichtsvoll ruhig am Abend gewesen, doch in der Nacht hatten die Schnarcher das Sagen. Und so ab ein Uhr nachts wälzte ich mich hin und her und war in Gedanken schon am Berg. Wir hatten ja alles vom Vortag bestens vorbereitet. 2.30 Uhr war Aufstehen angesagt. Hans machte noch schnell das Wasser für die Flaschen warm und wir steckten die 600 ml-Colaflaschen in Socken und Handschuhe. Dann stiefelten wir los. Ich hatte mir gleich die Bergtourenstiefel angezogen. Somit sparte ich etwas an Rucksackgewicht, bekam aber gleich den Biwaksack von Hans wieder dazu. Was tut man nicht alles als sogenannter „junger Hüpfer“ für den Göttergatten.
Ich wusste – die erste Dreiviertelstunde ist hart. Der steile Weg kennt keine Gnade und der Körper musste sich erst einmal an die Gegebenheiten gewönnen. Heute bewies Hans ein glückliches Händchen und wählte angenehme Steigungen und Serpentinen aus. Doch schon bei Höhenmeter 4.700 mussten wir wieder den Einstieg ins Labyrinth suchen. Wie war doch alles anders zur Nachtzeit!
Der Durchgang durch die Flanke auf die andere Seite zum Labyrinth war schnell geortet. Der dritte Biwackplatz kam und hier zogen wir unsere Steigeisen an. Sorgfältig schnürte ich alles fest. Gut, dass wir am Malinche alles noch einmal sorgfältig angepasst hatten. Bei den ersten Antennen im Schnee- und Eisfeld war dann klar – wir sind auf der richtigen Aufstiegsroute, wenn auch nicht auf der bequemsten. 4.900 m und noch immer kein Ende des Fels- und Eishangs in Sicht. Zum Schluss liefen wir über einen kleinen Moränenrücken und kamen am Fuß des Jamapa-Gletschers an.
Wie Vicente uns geraten hatte, orientierten wir uns mehr rechts Richtung Sattel. Es war 7:00 Uhr. Am Horizont zeigte sich die aufgehende Sonne, doch die Sonnenstrahlen erreichten uns nicht. Faszinierende Eisnadeln ragten am Gletscherfuß in die Höhe. Doch keine Zeit für ein Foto. Wir stiegen auf der mehr sonnenabgewandten Westseite bergan. Eigentlich wollte ich auf dem Gletscher so richtig Fahrt aufnehmen. Doch die Steigung, die bis zu etwa 40 Grad im oberen Teil des Hangs ging, bremste mich aus. Höher und höher ging es den Gletscher hinauf. Wir schafften immer gerade mal 15 – 20 Steigschritte, dann hingen wir prustend über den Trekkingstöcken und japsten nach Luft. Himmel! So hatte ich mir das nicht vorgestellt! Eine schleichende Übelkeit kam dazu bei mir immer dann auf, wenn wir kurz Pause machten. Sobald sich der Atem wieder etwas beruhigte, ging es weiter. Nur nichts Hans sagen, wie es mir geht. Womöglich bricht er die Begehung ab! Ich will den Gipfel unbedingt schaffen!!
Mir war kalt und ich begann zu zittern. Die dünne Paclite-Jacke bot keinen Schutz mehr. Es hatte so etwa minus 8 – 10 Grad Celsius und noch waren wir nicht im Bereich der Sonnenstrahlen. Ich holte meine letzte Reserve aus dem Rucksack – meine Daunenjacke. Die wertvolle Pause nutzte ich dazu, um schwer prustend die Jacke überzuziehen. Jetzt ging es mir besser und auch die Übelkeit schlich sich von dannen.
Im letzten Viertel des Hanges erreichten wir endlich die wärmenden Sonnenstrahlen. Hans stiefelte weiter. Ich musste jetzt einfach die Kamera hervorkramen. Ein toller Blick auf den Krater tat sich auf und ich schoss ein Bild nach dem anderen, als Hans am Kraterrand zum Gipfel ging. Nun war auch ich oben. Glatte drei Stunden für so um die 600 Höhenmeter. Gekeucht und gekrochen. Ich fasse es nicht! So was habe ich noch nie erlebt!
Die Gipfelkreuze lagen alle am Boden. Hans kramte gerade seine Cola hervor und fluchte. Alles Wasser war getrunken und die Cola ließ sich nicht einfach so hinunterschütten. Wir leerten sie in andere Flaschen um, um die Kohlensäure etwas herauszubekommen. Dann nichts wie wieder alles in den Rucksack, ein letztes Gipfelvideo und hinunter ging es. Noch lag die zweite Hälfte des Weges vor uns…
Wir konnten zwar nicht wie geplant den Hang hinuntergleiten, denn der Schnee war zu hart gefroren. Dafür ging es flotten Schrittes hinunter. Jetzt machte uns die Steigung nichts mehr aus. Die beiden Gletscherspalten lagen gut sichtbar quer zum Weg. Weiter unten konnte ich sogar leicht rennen. Dann kam aber wieder die Passage in das Labyrinth und Gestein wechselte mit Schnee und Eis ab.
Einer der Russen kam uns entgegen. Klar, dass sie auch erst einmal die Nachtstrecke der Besteigung erkunden wollten. Sie planen, morgen den Gipfel anzugehen – hoffentlich sind sie konditionsstärker wie wir, sonst erwartet sie ohne Ruhetag eine Strapaze. Unsere Akklimatisation war gut durchgeplant gewesen – die fünf Nächte auf 3.000 m Höhe am Malinche und die zweimalige Besteigung der knapp 4.500 m waren schon nicht schlecht. Dazu noch zwei Übernachtungen auf der Piedra Grande Hütte. Doch es war eben nur eine Gewöhnung auf maximal 4.500 m.
Je weiter wir vom Gipfel entfernt waren, umso besser lief es mir. Nachdem wir unsere deponierten Joggingschuhe erreicht hatten, ging es schnell bergab. Ich schaute auf die Uhr. Noch ein kleiner Schlußspurt und wir erreichten um 13:15 Uhr die Piedra-Grande Hütte, an der Joaquin schon wartete. Zehn Stunden Hiking und Bergsteigen lagen hinter uns – und mein größter Wunsch auf dieser Reise ist in Erfüllung gegangen!





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