Mein erster Tag begann gegen Mittag und sollte sich als unerwartete Stadterkundung hervorheben d.h. viel laufen.
Ichsollte naemlich meine Miete zu unserem vermieter bringen, der hat sein Buero nur leider nicht bei uns um die Ecke, wie ich dachte sondern am aussersten gegenueberliegenden Ende von Downtown.
Mein erster Weg fuehrte mich somit zur mir am naechsten liegenden Bank of Montreal, da ich ja bis dahin noch dachte das Buero waere nicht mehr als fuenf Bloecke von meinem Apartment entfernt.
Leider habe ich so im Endeffekt ein ziemlich grossen Umweg gemacht. Danach habe ich mich dann auf die richtige Hauptstrasse nach Downtown geschlagen, die man nur noch geradeaus runter gehen musste... die Frage ist nur wie lange.
Da laufe ich und laufe und die bloede Strasse kommt und kommt nicht, kaufe ich also eine Karte von Downtown, dann finde ich ueber eine halbe Stunde nicht meine gesuchte Strasse auf dieser wundervollen Zeichnung. Endlich habe ich sie... suche ich also weiter wo ich denn gerade bin, in der Hoffnung herauszufinden dass ich gleich da bin. Nichts... gar nichts... ich laufe Blog um Blog und kein Strassenname erscheint mir in dieser tollen Karte . Und meine Blase drueckt das koennt ihr euch nicht vorstellen. Nach ner Weile dachte ich auch ich wueder in die falsche Richtung gehen, weil immer noch kein Orientierung in Sicht war.
Nach einer und einer halben geschlagenen Stunde rumsuchen kam endlich auch ein Strassenname in der Krte vor :D Ja nur leider war diese Strasse am aeusserstem Rand der Karte, ich war noch zwischen 15 und 20 Bloecken von meinem Zielort entfernt!
Und meine Blase hoerte acu nicht auf rumzumeckern und dann bin ich als unschuldiger Frischling zu allem Uebel in der Universitaeten- und Bankenviertel. Keine einziger Starbucks in Sicht, nichts. Ach und dann sind noch viele, viele Edelhotels an dieser Strasse positioniert, mit einem oder mehreren Pattlern vor der Eingangstuer, d.h. kein Toilette in naechster Naehe.
Irgendwann habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten und bin ins naechste Bankgebaeude rein und der liebe Security Guy hat mich auch gleich auf franzoesisch und mir Handzeichen den Weg geweist.
Meine Orientierungssinn hat mich direkt in die richtige Back gebracht, im Erdgeschoss war ein Food Court oeffentliche Toiletten :D
Danach ging mein Trip frisch weiter durch Downtown und die Strassennamen waren alle in der richtigen Reihenfole auf meiner Karte
Auf dem Rueckweg bin ich die Saint Catherine, Einkaufstrasse Montreals entlang und war fast in jedem, eigentlich in jedem Soppers drinne und habe meinen immer noch funktionierenden Mitarbeiterdicount ausgenutzt. Zudem kam noch ein Dollarstore und ich hatte wesentlich mehr Gepaeck auf meinem Rueckweg, was nicht gerade sehr intelligent von mir war. Ich dacht mittendrinne mir fallen die Arme und Haende ab.
Abends war ich noch was mit Casey und drei seiner Freunde in einem nahe gelegendem Pub auf drei Cocktails.
Mein zweiter Tag, Freitag, war auch wieder durch auschlafen gekennzeichnet, obwohl 12 Uhr sind nach Vancouverzeit ja 9 am ist, also eigentlich war es ja gar nicht so lange!
Freitag war mein Bewerbungstag und zum Glueck schien auch wie am Tag zuvor wieder die Sonne.
Starbucks war mein Ziel das bedeutet allerdings auch, dass ein Busticket nach Downtown ziemlich sinnlos gewesen waere, da alle Laeden quer in Downtown und auf meinem Weg dahin verteilt sind, also der ganze gestrige Fussmarsch war wieder mein.
Jedoch wie es nunmal so ist beim dritten mal weiss man was einem erwartet und es war nur noch halb so schlimm.
Am Ende des Tages hatte ich bereits zwei Interview- Termine und ansonsten hiess es warten bin Montag, da die meisten Manager am Wochenende frei Haben.
Samstag... Regen, Wolken, Regen, nass, kalt windig. Tolles Ausflugswetter.
Aufgestanden bin ich auch nur weil ich mein erstes Vorstellungsgespraech um 10 Uhr hatte und dank dem hervorragendem Wetter dachte ich mir acu es waere mal an der Zeit die Metro auszuprobieren.
Bis zur ersten Haltstelle musste ich zwar immer noch 15 min laufen, aber das ist nichts verglichen mit dem restlichen Stueck was ansonsten noch auf mich zugekommen waere.
Das Gespraech mit dem italienischen Manager ist gut verlaufen, allerdings hatte er noch einige andere Bewerber an der Angel die sich noch im Laufe des Tages und am Montag vorstellen wollten. Also hiess es abwarten bis Montag. Er raeumte mir allerdings sehr gute Chancen ein, aufgrund meiner frueheren Taetigkeit fuer Starbucks, meinen drei Sprachkenntnissen und ich will nur saisonweise, vollzeit fuer ihn arbeiten.
Zurueck bin ich wieder gelaufen, weil es mit regenen aufgehoert hatte und danach war absolute tote Hose am Samstag und der Sonntag sollte sich ebenfalls nicht anders gestalten, dank anhaltendem schlechtem Wetter.
Ja mein Laptop war mein bester Freund, einen Ferseher gibt es leider nicht in unserem Haushalt.
Mir war so langweilig. Solche tage gehen Gott sei Dank irgendwann auch vorbei.
Zur Ermunterung meines Gemuets hat der Starbucksmanager ploetzlicherweise schon am Sonntag angerufen und mir meine Stellung zu gesichert :D Bin jauchzend durch die leere Wohnung gerannt.
Mein Mitbewohner war naemlich auch nicht uebers Wochenende Zuhause, sondersn bei seinem Freund, Sturm freie Bude.
Endlich Montag, Vertragsunterzeichnung bei Starbucks um zwoelf Uhr mittags
Auf dem Hinweg, ja ich bin wieder zum 6.x gelaufen, Casey hat das innerhalb von einem Jahr noch nicht einmal geschafft, habe ich noch meine Accountinformation bei der Bank abgeholt und mein Vorstellungsgespraech bei Shoppers/Pharmaprix abgesagt.
Nachdem der schriftlich Kram erledigt war und ich meine ersten Arbeitschichten mitgeteilt bekommen hatte, ging es weiter zum alten Stadtteil Montreals bei strahlendem Sonnenschein und 17Grad.
Ja war ein sehr schoener Sightseeing tag heute. War in den meisten katholischen Kirchen daunten nahe des Flusses, u.a. in der Kleinversion von Notre-Dame, nur mit dem Unterschied dass man hier $5 Eintritt zahlen muss wegen „Renovierungsarbeiten“ Die Nachahmung ist gerade mal 200 Jahre alt und da meint der Verkaeufer mir weissmachen zu koennen, das man deshalb hier Eintritt zahlen muss und in der richtigen, alsten und viel Groesseren nicht? Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen da Eintritt bezahlt zu haben. Dafuer war im Eintrittsgeld schon Fotografiergeld mit drinne!
Nach acht Stunden spazieren war ich auch wieder Zuhause angekommen.
Am Freitag ist mein erster Arbeitstag d.h. ich habe noch volle drei Tage frei und keine weiteren Freunde hier, also werde ich wohl morgen spontan auf einem Kurztrip nach Toronto fahren. Montreal kann ich schliesslich noch zwei Monate in Ruhe geniessen, aber wer weiss wann ich mal wierder ueberhaupt 2 Tage hintereinander frei haben werde!