Montreal, meine neue Stadt.
Am 29.April sollte es eigentlich losgehen, dachte ich zumindestens.
War mal wieder total im Packstress und obwohl ich nur einen Monat bei meinen Mexikanern gewohnt habe, hatte ich schon wieder zuvielen Krimskrams angsammelt!
Na ja bin trotzdem puenktlich los und habe mich mit meinem Gepaeck durch Downtown durchgeschlagen. Habe denn einen oder anderen sanft zur Seite gestossen und selbstverstaendlich alle Blicke auf mich gerichtet.
Die Busfahrt war auch die reinste Freude mitten im Berufsverkehr. Wie auf den Strassen Vancouvers war ich auch im Bus die einzige mit Uebergepaeck. Ich hatte zwar einen Platz ergattert, nur leider war mein Trekkingrucksack so schwer, dass ich ihn nicht wirklich absetzen wollte um zu riskieren ihn nicht mehr hoch zu bekommen. So sass also im warsten Sinne des Wortes mein Rucksack auf meinem Platz und ich bin bei jeder Kurve fast auf den Boden geplumbst. Zudem sass ich auf einen Platz dirket am Buseingang, welcher eigentlich fuer aeltere Leute bestimmt gewesen waere, daher war ich auch noch liebenswerten Blicken ausgesetzt.
Meinen Anschlussbus hatte ich gluecklicherweise gerade noch rechtzeitig erwischt, so schien meiner Reise nichts mehr im Weg zu stehen.
Abgesehen davon dass ich geschlagene 3 min gebraucht habe um mein Gepaeck auf einen dieser Trolleys zu verstauen und es dann bei der naechsten Rolltreppe wieder auf meinem Ruecken drauf hiefen musste, bin fast umgekippt, bin ich ohne weitere Probleme zum Check In gelangt.
Dort wurde ich dann von einem Mitarbeiter auf eine Maschine zum einchecken verwiesen.
Gebe sogar erfolgreich meine Confderation Number ein und da teilt mir dieses liebenswerte Teil mit, dass ich viel zu frueh da waere. Man duerfe nur 5h bis 30min vorher einchecken. Gucke ich auf meine Uhr, ist doch genau richtig, kontrolliere verwirrt nocheinmal meine Buchung.
Und da erhaelt auch entlich das angegebene Datum seine ungeteilte Aufmerksamkeit von mir: „30. April 2008“
Toll oder ich wollte ueber einen Tag im voraus einchecken :D
Hab mich dann ganz schnell von den anderen Reisenden getrennt, gut dass ich nicht ewig gewartet habe um bei einer Person einzuchecken. Maschinen sind zwar sehr unpersoehnlich, waren mir in diesem Fall aber sehr sehr lieb ;)
Aufgrunddessen dass ich mir die ganze Bustortur nicht noch zweimal antuen wollte habe ich mein gepaeck im Storage Romm abgegeben. Und bin mit leicher Schulter zureuck nach Downtown.
Meine zusaetzliche Nacht in Vancouver habe ich bei Maya verbracht. Nach fast drei Jahren war ich dann doch wieder bei ihr Zuhause angekommen, mein aller ersten Zuhause in Kanada.
Der naechste Tag ging auch wieder fruehzeitig los. Maya und ich sind zu ihrer Freundin zum Geburtstagskuchen backen, d.h. ich habe mich freiwillig zum Babysitter deklariert, zwei Frauen in einer kleinen Kueche reichen wirklich aus, zudem hatte ich ihre Freundin zuvor noch nie getroffen.
Sie hat eine dreijaehrige Tochter und ist in meinem Alter. Allerdings meistert sie alles sehr gut und die kleine ist eine echt Puppe und zumindestens bis jetzt noch nicht verzogen.
Von den naechsten 3h Spielzeit habe ich bestimmt ueber die Haelfte der Zeit in ihrem witzig kleinen Spielhaeschen gebracht und das mit Muskelkatter vom Tag zuvor.
Sie war dafuer allerdings uebergluecklich und die anderen beiden konnten sich vollkommen aufs backen konzentrieren.
Dann noch zwei Haltestellen mit Maya zusammen im Skytrain und ich war alleine.
Diesmal ging alles gut, die Busfahrt war dank weniger Ballast auch angenehmer und die Maschine mochte meine Conferderation Nummer diesmal auch und hat artig mein Ticket ausgedruckt. Uebergepaeck hatte ich auch nicht und vor dem Flug war ich noch was kleines Essen, da es ein innerlands Flug ist, gibt es hier keine Verpflegung von der Firma automatisch bereitgestellt, und dann ging es auch schon los.
Im Flieger erwartete mich dann die naechste Ueberraschung. Ich hatte es mir gerade schoen bequem gemacht, da entdecke ich Casey, ehemaliger Partner bei Starbucks, und seine Freundin wie sie sich durch den Gang mit ihren ganzen „Handgepaeck“ quetschen.
Der absolute Zufall, ich dachte er waere schon seit fast einer Woche zurueck in seiner Heimatstadt.
Dank dieser gluecklichen begebenheit hatte ich mir automatisch das Taxigeld bis zu meinem neuen Zuhause gespart :D
Am Flughafen wurden wir von ihren Familienmitgliedern abgeholt und unser Gepaeck war auch sicher und ohne Prbleme angekommen. Der Weg vom Flughafengebaeude bis zum Auto stellte sich dafuer ein wenig komplizierter da mit den ganzen Umzugs- Reisetaschen der Beiden. Ganze zwei Taschen von sechs oder sieben sind vollkommen zerstoert!
Caseys liebe Mama hatte dann leider auch noch im zweiten Stoch geparkt und ist vorne weg die Autokampe hochmaschiert. Wir drei (Casey, sein Bruder und ich) ihr blind hinterher mit unseren Gepaecktrolleys. Und dann am Ende dieses Berges war eine Absperrung... die konnte man zwar bequem ueberwinden, allerdings nur wenn man ohne Gepaeckwagen war.
Ich habe mich schon den ganzen Huegel wieder runterrattern gesehen und dann auf der anderen Seite wieder hoch, war leider kein Fahrstuhl in Sicht, da hatte Casey Gott sei Dank eine bessere Idee und hat die unsere Wagen wie Kinderwagen, halt nur viel schwerer, ueber die Bortsteine gehiepft.
Nach einer weiteren halben Stunde waren wir in der 2183 Wilson Avenue angekommen. Mein neues Zuhause fuer drei Monate.
Nach einem kurzen Telefonanruf kam auch mein neuer Mitbewohner, ebenfalls Casey genannt, herunter und hat die schwere Tasche von dem anderen Casey uebernommen und fuer mich hochgeschleppt in den dritten und obersten Stock
Meine neue Bleibe hatte ich wenige tage zuvor im Internet gefunden. Es ist einfach perfekt.
Lage: Notre- Dame de Grace, der englische sprachige Teil Montreals
Miete: $320/Monat plus $20 fuer Internet
Dauer: genau fuer zwei Monate
Mitbewohner: Kerl, aber ober schul und in meinem Alter aus Victoria, gleich neben Vancouver
Ideal oder?
Na ja, ich dachte Schwule waeren von der Reinligkeit auch ein bisschen mehr wie Frauen, dass stimmt in diesem Fall leider ueberhaupt nicht. Casey und sein Freund koennen sich leider auch nicht hinsetzen, sodass ich erstmal das Klo am naechsten Tag sauber machen musste, und die Kueche hatte es auch mal dringend noetig ;)
Allerdings sind sie super nett und hilfsbereit und dass ist ja am wichtigsten, vorallem wenn es nur um zwei Monate geht
Nach einer weiteren Stunde quatschen, bin ich gegen 3 Uhr morgens auch endlich in mein neues Kuschelbettchen gefallen und habe schoen und tief geschlafen.