Alberta, unser Trip konnte also endlich beginnen. Am Montag um 18:45 Uhr ging unsere 12 stuendige Busreise los. War alles super, genuegend Pausen und die Zeit ist echt schnell umgegangen, da wir ueber Nacht gefahren sind.
Um 5.30 Uhr nach Vancouver Zeit waren wir dann da, eigentlich eine Stunde spaeter, Alberta liegt in einer anderen Zeitzone, wovon wir aber noch nichts wussten.
Haben uns ins einzig geoeffnete Café ueber eine Stunde gesetzt. Und haben uns bis um neun die noch geschlossenen Geschaefte angeschaut was relativ schnell ging, weil Jasper Downtown aus nur zwei highway mit ein paar Nebenstrassen besteht.
Nach einem Besuch im Informationzentrum wussten wir dann auch endlich wo unser Hostel war, hatte durch den Greyhound Stress keine Zeit mehr die Verbindungen zwischen Bushaltestellen und Hostels herauszuarbeiten. Am Ende stand dann fest, dass unsere Unterkunft doch weiter ausserhalb lag und man am besten mit dem Taxi hinkommt. Mit $15 waren wir dabei und ein Hollaender war es noch dazu.
Beim Hostel angekommen, weiter in den Bergen, lag auch endlich Schnee. Leider kein neuer, ist schon ziemlich hart und kristallisiert. Paul, einer Hostelmitarbeiter, hat Christoph auch gleich mit dem Gepaeck geholfen. Nein, er musste nicht die ganze Zeit das Gepaeck quer
durch Jasper rumtragen. Wir hatten es bei der Greyhound Station hinterlegt.
Den Rest des Tages waren wir draussen spazieren und sind dann zeitig ins Bett. Ich war hundemuede. Christoph meint schon, dass sei eine kanadische Krankheit, weil Laura auch so schlaefrig gerade ist :D Zwei Jobs und Freunde sind halt sehr zeitaufwendig.
Am Abend hatte ich Paul noch nach einer Tripbuchung befragt bei einer Firma direkt in Jasper. Und da hatten wir wieder super Glueck.
Paul ist ein waschechter Jasper Bursche und kennt die Gegend wie seine Westentasche. Ausserdem mag er es nicht, dass die Firmen den Touristen immer so viel Geld abziehen um sich die kanadische Natur anschauen zu koennen. Nach kanadischer Freundlichkeit sollte es dann am naechsten Morgen um 10 Uhr ab in die Berge gehen. Zwei Englaenderinnen sollten auch gleich noch mitkommen.
Stellen wir uns am Abend also puenktlich nach Vancouver Zeit den Wecker.
Und wen erblicken meine noch mueden Augen am naechsten Morgen in voller Montur in den Waschraeumen, die Englaender! Ja wir waren zu spaet, dank der liebenswerten Zeitzonen.
Dadurch beginn unser Morgen relativ stressig, doch Paul meinte nur:''typisch Deutsche'', mit einem fetten grinsen
Haben dann noch alle lieb auf uns Deutsche gewartet,
im Hostel uebernachten uebrigens mehr deutsche als Amerikaner ''Gott sei Dank'', nach Pauls Meinung her
Dann ging es endlich los in Pauls alten Japaner und mit Huski als Anhang. Nach deutschen Verhaeltnissen waeren wir echt nicht weit gekommen ohne einer Geldstrafe an der Backe.
Die Maenner vorne und der Rest auf der Rueckbank, mit Hund oben drauf. Jedoch wurde er bald in den Kofferraum umgesetzt. Wer jetzt meint, das waere grausam, wuerde als Antwort von Paul bekommen: “Ach da liegt er sonst mit meinem Sohn drinne, die beiden lieben es“
Nachdem wir die Autobahnstrecke hinter uns hatten, hilt er ploetzlich in einer Nebenstrasse an und befreite unseren lieben Huski. Doch er kam nicht zu uns ins Auto zurueck, es schien als wolle er ihn hier zuruecklassen auf mich, als er geradewegs ohne den Hund wieder in den PkW stieg.
Ja da hatte ich mich geirrt, ich kannt Pauls Auslaufmethode noch nicht. Er laesst den Motor starten, die Kupplung kommen und das Rennen zwischen Hund und alten Motor beginnt.
Beide schienen wirklich zufrieden mit ihren Spaziergang
Nach fuenf Minuten hielten wir nahe eines Flusses an und unsere Tour konnte bei strahlendem Sonnenschein starten. Zuerst fuehrte er uns ueber die
Holzbruecke und am Rande des Flusses ueber schneebedeckte Steine entlang. Ab und zu wurde das Flussbett groesser , sodass wir auf den 1m hoeher liegenen Waldrand auswichen, den Fluss direkt unter uns. Dabei hatte ich des oefteren mal um Christoph, ohne Schneeschuhe, Angst, vor allem da wir anderen auch leicht den halt auf den alten Schnee verlieren konnten. Ein paar Meter weiter in den Wald hinein, wurde der Fluss durch eine schneebedecktes Steinbett ersetzt, so dass wir in mitten des eigentlichen Flussweges langspazieren konnten. Am Ende lag ein kleiner Wasserfall, noch nicht mal wirklich Wasserfall, erst wenn das Eis schmilzt in den naechsten Wochen. Drumherum lagen nur steilere Bergaufhaenge und einer sollte sich als unser Kletterberg herausstellen, da wir auf die andere Seite des Flusses mussten um den Canyon zu erreichen. Gott sei Dank war es in den letzten Tagen zu warm, so dass der Huegel nicht mehr so vereist war.
Oben angekommen hatten wir einen fantastischen Blick ueber die ganze Schlucht. Zurueck im ausgetrockenetem Flussbett, vorbei an einem groesseren Wasserfall, hatten wir den Canyon fast erreicht. Es lagen nur noch einige Eisflaechen vor uns und ein enger erhoehter Spalt, den es auf allen vieren zu erklettern galt.
Im Canyon
boten sich uns riesige Eisformationen, einfach grossartig. Das Wasser ist hier noch so sauber, dass das Eis blaeulig schimmert. Der Maligne Canyon koennte Kanadas laengstes Grabensystem darstellen, wie es in der Broschueren vermarktet wird.
Ist auf dem Hinweg niemand hingefallen, hat sich das auf dem Rueckweg schnell geaendert, da es nun bergab auf den Eisboden im Canyon ging. Christoph war der erste und Sarah folgte kurz danach. An manchen Stellen sind wir auch gleich auf unserem Hinterteil langgerutscht.
Davon noch ganz beeindruckt ging es zur Extra-Paul-Attraktion weiter. Nur 100m entfernt liegt der kleine Hoelle mitten im Berg, fuer die meisten Touristen unentdeckt.
Am Boden des Berges weisen nur die Fussspuren im Schnee auf ein Abenteuer hin. Und das war es auf jeden Fall. Die Rucksaecke wurden abgesetzt, Teelichter, Streichhoelzer und Taschenlampen vertteilt und ab ging es in die Dunkelheit.
Die ersten 50m sollten sich auch gleich als am schwierigsten herausstellen. Ein enger Spalt im Berge bildete den Eingang, fuer Christoph leider zu eng, er ist zu gross. Er blieb als Bewacher unserer Taschen zurueck.
Fuer mich und die anderen folgte eine Kriechtour wie bei der Armee durch den 45cm hohen Spalt hinein in die Hoelle. Des oefteren hatte
ich beinahe Sarahs Schuhe im Gesicht gehabt. Nur meine Taschenlampe hat mich davor bewart.
Als die Decke endlich hoeher wurde begann Paul Teelichter in regelmaessigen Abstaenden zu entzuenden, sodass man eine Orientierung auf dem Rueckweg hatte. Nach weiteren 200m krabbeln ueber die Fels-und Gesteinsbrocken hatten wir das Ende erreicht .
Wir zuendeten die restlichen Teelichter an und machten es uns auf den schleimigen Steinen gemuetlich.
Der Rueckweg gestaltete sich als wesentlich einfacher und wir erblickten stolz und mit einem neuen einzigartigem Erlebnis im Gedaechtnis das Tageslicht wieder.
Der Tag war einfach unglaublig und soviel preiswerter als mit einer Firma, die uns $50 plus Tax gekostet haette. Paul bekam als Dankeschoen $10/Person und als Trinkgeld ein kuehles Bier. Und selbst das gestaltete er als wahre Touristenattraktion.
Vom Canyon aus fuhr er entlang huebscher vereister Seen und Fluessen auf denen sich die Sonne spiegelte. Und anstatt in irgendeinen Pub im Stadtkern anzuhalten, brachte er uns zu dem teuersten Hotel im ganzen National Park von Jasper. Von der Bar hatte man einen unglaublichen Ausblick auf den See und die Berge im Hintergrund. Wir pflanzten uns also mit unseren fuenf Glaesern und einen grossen Pott mit kanadischen Bier direkt ans Sonnenfenster. Dabei berichtet uns
Paul von seiner grossen Reise nach Deutschland und wie er dort gelernt hat richtig Bier zu trinken ;)
Von seiner Bezahlung hat er uns gleich noch ein zweites kuehles Bier spendiert
Einfach ein wunderbar herzlicher Mann, mit kristallblauen Augen und seiner liebe zur Natur, fremden Laendern und Menschen.
Am naechsten Tag wollten wir vor unserer Abreise nach Edmonton eigentlich noch schoen Schnlitten fahren auf dem Huegel neben der Jugendherberge. Doch der alte kristallisierte Schnee, haette mir nur noch mehr blaue Flecken verursacht.
Paul fuhr uns und die Maedels noch in die Stadt. Christoph und ich gingen noch schoen Essen und ab ging es wieder in den Buss auf nach Edmonton, der Hauptstadt von Alberta.