..., denn dieser Tag, war mein Geburstag, der erste Geburtstag, den ich im Ausland verbracht habe.
Also ein ganz besonderer Geburtstag. Nachdem meine Arbeitskollegen das spitz bekommen hatten und ich vereinzelt Glückwünsche bekommen hatte, bin ich auf die Baustelle gegangen, denn ich wollte mich nach meinem Elevatorshaft erkundigen.
Nach dem ausschalen konnten man sehen, dass der Beton aussah, wie ein Babypopo. Sowas von glatt.
Das war vorher bei uns ein Problem. Zum Einen hatten wir eine Schalung von einer Firma, die nur von zwei großen Schalungsfirmen kopiert, die demnach natürlich nicht so gut ist und Zweitens hatten wir einen Betonlieferanten, der keine gute Rezeptur des Betons hatte.
Aber eine Sache nach der Anderen.
Die Firma mit der Schalung, die nichts bringt, wird natürlich nicht mit Namen genannt. Zumindest nicht im Internet. Diese Firma hat aber die Firmen Peri und Doka kopiert. Es gibt also auch die gleichen Platten und das gleiche System, nur das dieses Material nicht ganz so ausgereift ist, wie das Original. Das Material verbiegt sich also schon durch die Wichte (das Gewicht) des Betons. Natürlich sehr vorteilhaft, wenn man mit Beton arbeitet. Die Ironie ist wohl heraus zu lesen, auch ohne ein Grinsen in meinem Gesicht sehen zu können.
Auf jeden Fall waren die Stützen, die wir gegossen haben immer sehr deformiert. Ist natürlich nicht sehr gut, wenn man die höchste Anforderung an einem sichtbaren Beton haben möchte.
Des Weiteren war die Rezeptur von einem ortsansässigen Betonlieferanten so schlecht, das immer Luftlöcher aufgetreten sind. Das liegt wohl auch zum Teil daran, dass die Flüssigkeit, die den Beton verflüssigen soll schon im Werk hinzugefügt worden ist und auf dem Weg zur Baustelle die Flüssigkeit seine Wirkung aufgrund der Abbindung des Betons verliert.
Der zweite ortsansässige Anbieter, Arabian Mix, hat eine bessere Qualität.
Aufgrund dieser Faktoren ist der Elevatorshaft so gut geworden, das ich stolz sein konnte. Klar, ich hatte nicht wirklich einen Einfluss auf den Einbau, aber ich fühlte mich gut, denn schließlich hatte ich die Verantwortung, solange Heiner, einer der General Foreman nicht da war. Und er war an diesem Tag der Fertigstellung der Schalung halt nicht da.
Da ich das soooooo gut gemacht hatte, und wir heute Ersatzschalungen bekommen hatten, denn es sind doch wirklich die Schalungen der "nicht so guten Firma" kaputt gegangen, in dem sie verbogen worden sind. Die Firmen Peri und SGB haben auch in Doha ein Lager und so konnten wir uns Schalung anmieten. Um auszutesten, welche Schalung besser ist, haben wir einfach Peri und SGB Schalung verwendet um das zu testen.
Kurz vor Schluss, also 1,5 Stunden vor Dienstschluss habe ich einen Kuchen organisiert und dann im Satelite Office einen ausgegeben. Schon in der Mittagspause haben einige Kollegen erwähnt, das sie am Abend einfach vorbei schauen werden. Also musste ich noch mit Sven, einem der Section-Engineers zum Liqueur-Shop um Alkohol zu kaufen. Jetzt fragt ihr Euch sicherlich, wieso fährt er nicht alleine, der hat doch auch ein Auto, das er sich mit Konrad und Martin teilt.
Das "Problem" in Katar ist, das man als Praktikant, also jemand der keine fertige Berufsausbildung hat, kein "permanent Visa" bekommt und somit auch viele Vorteile nicht nutzen darf. Das Eine wäre zum Beispiel: Alkohol einkauufen. So musste Sven für mich einen Kasten Bier und eine Flasche Bacardi kaufen. Dafür habe ich hier 56 Euro bezahlt. Der Kasten Bier hat hier auch nur 24 Flaschen, während der Bacardi hier in 1 Liter Flaschen verkauft wird.
Konrad und Sara, eine Arbeitskollegin, die eine Etage über uns wohnt, haben währendessen Knabberkram eingekauft.
Danach sind wir dann zu mir (in die Männer WG) gefahren. Dort habe ich dann erstmal mit meine Familie über Skype telefoniert. War ein total merkwürdiges Gefühl. Schließlich sehe ich sie sonst immer zu irgendwelche Anlässen, sei es Feiertage, Geburtstage oder andere Möglichkeiten. Diesmal war es halt vom Internet abhängig. Da hier die Verbindung nicht die schnellste ist, gab es halt einige Aussetzer, aber wir konnten uns wenigstens sehen und hören.
Nach 30 Minuten telefonieren, trudelten auch schon die ersten Gäste ein, die sich ja alle selbst eingeladen hatten ;-)
So waren wir am Ende rund 10 Leute.
Der Abend ging dann bis ca 0000 Uhr und dann hieß es für alle: Ab in die Kiste, denn jeder von uns musste am nächsten Tag arbeiten.
Das war aber ein wirklich toller Abend und ich möchte mich bei allen bedanken, die vorbei gekommen sind.
Ein großer Dank gehört natürlich auch all denen, die an mich gedacht haben und mir gratuliert haben.
Vielen Lieben Dank also und fühlt Euch umarmt.
Die, die meinen Geburtstag vergessen haben: Macht Euch keine Sorgen, ich bin nicht nachtragend, wie eine gewissen Freundin von mir, gell Britta :-P
So, viele liebe Grüße vom Jamirah Green Compound near Sportsroundaboout, Doha, Katar
(Gibt keine genaue Adressbezeichnung, glaube ich)
Daniel der Baumeister