Ich bin schon um 6.30 aufgestanden und war noch deutlich vor acht wieder auf dem Weg nach Aqaba, da ich dort vor meiner Ausreise noch meinen Pass registrieren lassen musste (ich bin in Amman mit einem kostenlosen Aqabavisum eingereist, daher das Prozedere. Die viertelstündige Aktion hat aber 10 Euro gespart, also war sie’s wert). Unterwegs hab ich noch einen sichtlich erfreuten Beduinen aufgegabelt, den ich die nächsten 100 Kilometer mit deutscher Musik (Kettcar) quälte - aber sie hat ihm, glaube ich, gefallen und am Ende hat er mir förmlich noch einen Dinar aufgezwungen (ist in Jordanien allgemein üblich, auch wenn ich es als Westler eigentlich nicht erwarte) An der AVIS-Station in der Stadt musste ich den Stationsvorsteher erstmal per Telefon herbequemen, die hiesige Arbeitsmoral ist mir immer wieder ein Rätsel. Mit einiger Argumentationskunst brachte ich den Stationsmanager dazu, mich zur Grenze zu fahren (immerhin stand im Vertrag, das ich das Auto da abgebe, was in Ermangelung einer Station nun schlecht ging). Dort angekommen, war die Jordanische Ausreise relativ schmerzfrei, die israelische Einreise hatte das übliche Fragespiel inbegriffen (wobei ich die Frage nach dem Namen meines Großvaters noch nicht kannte, die muss neu sein). Nach knapp zwei Stunden Warterei (allerdings unter freiem Himmel, sodass ich mich sonnen konnte) war ich drin. Alle andern Backpacker haben nur fünf Minuten gebraucht, aber meine sehr verdächtigen Stempel und der Zweitpass wecken natürlich Misstrauen.
Mein Hostel in Eilat (das Shelterhostel) hat sich als etwas eigenartige christliche Herberge entpuppt, mit einer franatischen amerikanischen Missionarin an der Rezeption, einem echt engen Zimmer, in das fünf Leute gequetscht werden und Alkohol- und Rauchverbot. Hat was von Schullandheim.
Eilat an sich ist aber wie eine Oase in der Wüste: Viel lebendiger und hübscher als Aqaba, allerdings ist das Preisniveau ensprechend höher (überhaupt, ist Israel, zumindest in Dingen des täglichen Gebrauchs, eher teurer als Deutschland). Nichtsdestotrotz ist es einfach nur herrlich eine Mehrheit unverschleierter Frauen zu sehen und Bier in jedem Laden zu bekommen.