Aus dem Radio säuseln die Skorpions „Wind of Change“. Bin gerade vom Spiel Spanien - Schweden im Pub zurück. Dieses Wochenende lasse ich es etwas ruhiger angehen, muss ja nicht immer in der Stadt herum rennen. Ich denke ich lege am Wochenende gerne 15 bis 20 km zu Fuss zurück. Da sind 18 Loch auf dem Golfkurs nichts dagegen! Eine Karte brauche ich auch nicht mehr, kann mich gut am Gefälle der Strassen, dem Montjuic und Tibidabo, sowie den einschlägigen Achsen Diagonal, Gran Via, Passeij Gracia orientieren.
Recht übersichtlich dieses Barcelona so nach zwei Wochen!
Am frühen Morgen (so gegen 11:00...) habe ich älteren Katalanen nahe der Sagrada Familia bei einer ihren Sportarten zugeschaut: Joc de Bittlets. Da wird mit kleinen Holzkegeln auf grosse Holzkegel geworfen wobei möglichst viele getroffen werden und umfallen müssen. Ein bisschen unser Kegeln einfach ohne Kugel. Hat spassig ausgesehen! Wie andere katalanische Eigenheiten war dieses Spiel unter dem rechtsextremen Regime Frankos unterdrückt und in Vergessenheit geraten. Neben dem Joc de Bittlets sind die älteren Herrschaften auch bei Boccia oder einem Jass zu beobachten. Mangels Tischen im besagten Park wird einfach der Campingtisch mit Stühlen von zu hause mitgebracht. Mir gefällt diese Unkompliziertheit.
Der Besuch des Aquariums hat ein paar beeindruckende Impressionen hinterlassen. Besonders die unförmigen Sonnenfische und die Aesthetik der Rochen haben es mir angetan. Leider ist Sonntag-Morgen Familientag, so war das Aquarium stark besucht und laut. Und die 16 Euro Eintritt sind da ganz schön happig.
Auf meinen Barcelona-Walks bin ich vielen Galerien begegnet welche interessante Werke von hiesigen Künstlern präsentieren. Preise ab 3500 Euro.
Falls sich meine eigenen Bilder einmal verkaufen lassen und ich doch noch den Weg eines bildenden Künstlers einschlagen sollte, so werde ich bestimmt nach Barcelona auswandern. Nicht nur, dass hier grosse Vorbilder gelebt und gearbeitet haben, Barcelona gibt einem so viele interessante Bilder und Inhalte, dass ich wohl rund um die Uhr malen, zeichnen oder schreiben könnte - vorausgesetzt, mein Leben wäre davon finanzierbar!
Ein Schul-Gschpänli aus Saignelegier (JU), beginnt am Montag bei BCN Tourismus mit ihrem 4-monatigen Arbeitseinsatz. Ein internationales Austauschprogramm offeriert Interessierten und dann sorgsam Selektierten ein kostenloses Tourismuspraktikum in Europa. Ein Monat Schule um die Sprachen, hier Spanisch und Català zu lernen, vier Monate Arbeit im Tourismusbüro. Unterkunft bezahlt, 35 Stundenwoche an 6 Wochentagen (!!!!!), Entgelt. Was will Frau mehr?
Auch ich habe nach zwei Wochen Tapas und Pinchitos, Chorizo, Jamon, Fuet, Queso, Olivos, Jalapenos, Bravas, Entrepans und Hamburgesos, und vorallem Baguettes in Übermass konsumiert. Mein Magen meldet sich mittlerweile mit Magenbrennen, wenn ich auf ein einschlägiges Lokal zusteuere. Das Essen ist zwar lecker, das Meiste aber fritiert und mit Oel vollgesogen. Mich gelüstet so nach einer grossen Portion Maccaroni an echter Gorgonzola-Mascarpone, einem grossen grünen Blattsalat an einem leichten Balsamico Dressing. Oder einfach mal Gehacktes mit Hörnli. Mmmh...