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Saved: August 9th 2012Europe » Spain » Andalusia » MarbellaJuly 17th 2012
Eine Woche in der spanischen Sonne und das nenn ich mal einen Sommer wie damals! Kein Regen (Auch wenn mir ein Brite prophezeit hat, dass ich für Regen beten werde … LOL), umgeben von Bergen und kein Geld in der Tasche.
Ich hab mich in meiner Casa schon bestens eingelebt. Ich schupf die Pfannen in meinem Single-Haushalt mit links. Hie und da fleucht so ein verschissenes Kriechtier in meiner Wohnung rum, aber auf das geh ich dann los und schmeiß es vor die Tür. Neeein, nicht die Kinder! Würde ich mich je so abfällig über die Kleinen äußern? Zugegeben, grenzwertig, aber da geht’s um Kakalaken … Ich hab einen Lüftungsschacht, wo so ein Plastik-Verdeckteil (wie bei einem Ventilator) drüber is. Und da is mir jetzt schon zweimal so ein Kriechviech reingeklettert. Ich warte auf den Tag, wo ich das Bett aufklapp und mir lacht das große Krabbeln entgegen.
Was kann ich euch sonst noch sagen? Die Wanduhr hat schon weichen müssen – Batterie raus und Tik Tak aus. Dafür hör ich jetzt den Kühlschrank umso lauter :/ Aber nichts schlägt die Müllabfuhr: 00:05 … Da zahlt man so viel für den Urlaub und wird des
nächtens von der MA48 geweckt.
Einkaufen war ich auch schon. Jeden zweiten Tag räum ich denen da oben den Kühlschrank aus, aber abgesehen davon, geh ich auch selber in derartige Etablissements. Mein Junk-Food bringen die mir nämlich nicht. Und so schwärmte ich aus um Schokolade zu kaufen … Mit einem Kilo Zitronen und einer Mango bin ich zurückgekommen. Erstens erschien es mir etwas bescheuert bei 36 Grad Schokolade heimzutragen und zweitens: In deren Supermärkten liegt keine Schokolade. Auch die anderwärtigen schokoladehaltigen Produkte sind keinerlei zufriedenstellend für eine Inselbewohnerin aus dem hohen Norden. Ich bin sowas von auf Entzug! Die Zitronen schmecken zwar herrlich aromatisierend in meinem stillen Wasser, dass ich zweimal wöchentlich im acht Liter Kanister bekomm, jedoch fang ich dann so gegen 20 Uhr an mich selber zu bemitleiden: Der Tag beginnt mit einer seelenlosen Zitronenscheibe im Wasserglas und endet mit einem Glas voller Zitronenscheiben, wo sich Wasser in den Zwischenräumen befindet.
Aja, ich bin auch noch mit einer Packung solcher Breakfast-Biskuits heimgekommen. Die heißen Maria :)
Wäsche waschen werd ich die nächsten Wochen auch nicht mehr. Das hab ich nämlich am Wochenende getan und dem Waschvorgang folgt bekanntlich das Bügeln. Ich klapp den


Wo bin ich?
Golden Gate Bridge? Somewhere in Brazil? ... Ich liebe dieses Foto!
Bügeltisch auf und hab da drübersteigen können! Ich hab so Kreuzweh von den 20 Minuten bügeln. Der ist so mini … maximal einen Meter hoch. Ich bin dann danach rauf gegangen und hab gefragt, ob das der niedrigste war, den sie kriegen haben können. Jeder Hobbit hätte seine Freude mit dem Teil, aber nicht eine 1,75 m Frau. Da habens gelacht und mir einen Neuen versprochen. Hehe, immer wenn ich mich beschwer krieg ich was neu. Ein neuer Router fürs Internet ist nämlich auch schon bestellt. Ich sollte das mit dem Fernseher vielleicht noch probieren. Weil wisst ihr, was heute das Schlimmste war? Ich hab mir schon wieder Sturm der Liebe anschauen müssen … Das oder spanische Simpsons …
Ich seh die Familie fast nicht, außer halt die Mädchen am Vormittag. Ich ess nicht mal mehr zu Abend mit ihnen, sondern heut hab ich zb. eine Plastikdose mit einem Stück rohen Lachs bekommen mit den Worten „Du kochst dir unten selber? Salat gibt’s dazu.“ Ooookay, ist mir grundsätzlich eh ganz recht, aber so fall ich um all die Pointen am Esstisch um!
Das einzige was ich euch anbieten kann ist William, der versucht mit einem Daunenpolster


Herzogin Barbara
von Essex, Prinzessin von Österreich, Countess von Marbella, MA im Meer
eine Fliege zu erschlagen. (Nämlich mit Barries Polster, der den ganzen Tag auf der Coach liegt.) Daraufhin nimmt der Vater dem Buben den Polster weg und sagt, dass er darauf noch gerne schlafen möchte und man grundsätzlich keine Fliegen mit Polster erschlägt. Dann geht er weg und sagt leise vor sich hin: „Wobei dir würd ich auch zutrauen, dass du mit einem Löffel jemanden umbringen willst.“
Des Weiteren muss ich euch berichten wie BA (Das werde ich jetzt künftig für Barbara Ann verwenden. Das ist gschwinder zu tippen.) zum Pool geht. Um 18 Uhr hüpft sie vom Laptop auf. (Sie arbeitet von 10 bis 17 Uhr. Also quasi Kernzeit auf der britischen Insel.) Geht dann ins Bad und kommt um 18:30 Uhr mit voller Montur an Make-Up, Parfum und Haarspray runter. Ein bisschen Wimperntusche würd ich ja noch verstehen, weil ins Wasser geht sie sowieso nicht. Oder der obligatorische britische Sonnenhut, aber Lippenstift? Lidschatten? Er geht auch nicht ins Wasser. Eigentlich geht er nicht mal in die Sonne. Der streicht, schleift oder pimpt den ganzen Tag was am Haus … Was hat dieses Britenvolk gegen Sonnenschein?!
Soviel zur Welt innerhalb des Planeten. Wusstet ihr,


Die Tanke ...
... falls ihr aber grade keine Yacht parat habt, braucht ihr da nicht vorbei fahren.
dass es auch noch ein Leben außerhalb der bewässerten Thujen und des englischen Rasens gibt? Ich hab mich irgendwie in Woche eins gar nicht rausbewegt. Zugegeben, warum auch … Ich hab mein eigenes Luxusappartment! Dass ich mich da unten schon bestens eingenistet habe, ist auch der Familie aufgefallen. Jeden Tag hat ein anderer gefragt „Have you’ve been outside yet?“ Das war dann so schlimm, dass sie mir schon vorgeschlagen haben, was ich tun könnt. Als ich dann nach drei Tagen immer noch nicht draußen war, haben sie mich am Abend nach dem Dinner zum Eis essen nach San Pedro an den Strand mitgenommen. Es san immer die Ausländer, die mit mehr Personen als das Auto zugelassen ist, durch die Gegend fahren …
Am Freitag um 20:46 Uhr war ich eigentlich schon auf Abendmodus, die Familie ober mir ausgeflogen, da seh ich vom Nachbarhaus ein paar Pensionisten noch ausgehen. Gut, das wars dann. Ich werde flügge. Mit der Kamera bewaffnet, hab ich mal die Anlage erkundet. Das ist wie ein Dorf, lauter identer Häuser. Rundgang beendet. Was sagt die Zeit? 21:12 Uhr. Da geht noch mehr. Ich nehme also allen meinen Mut zusammen und verlasse meinen goldenen Käfig.


Eine Palmeninsel ...
... mitten im Pool :)
Allerdings von der großen weiten Welt hab ich vorerst nicht viel mitbekommen. Ich bin wie ein Tiger um den Zaun der Anlage geschlichen. Und gut wars! Ich weiß jetzt nicht nur wo ich bin, sondern auch, dass das hier das Notting Hill Marbellas ist. Hier tummeln sich lauter Engländer, Schweden und Russen rum. Die Deutschen müssen hier auch wo sein, aber nicht in diesem Teil! Ich fühle mich in meiner Muttersprache deutlich unterrepräsentiert.
Das war viel Aufregung für einen Abend.
Weiter geht’s Samstag und Sonntag, da hab ich nämlich gänzlich frei gehabt. Erstes Fazit: Ich bin britischer als ich dachte. Überquere ich in England die Straße, laufe ich Gefahr überfahren zu werden, weil ich nicht darauf achte ob grade rot oder grün ist. Überquere ich die Straße in Spanien, laufe ich ebenfalls Gefahr überfahren zu werden, weil ich nämlich noch nicht überzuckert hab, dass die hier gar keinen Linksverkehr haben.
Meine Entdeckungsreise geht mal den Berg runter. Schon wieder wohnen die am Berg! Die lieben das wohl. Aber der hier ist ein richtiger Berg, kein Piercing Hill, so ein echtes Voralpenmassiv. Also, den Berg runter, an der Stierkampfarena vorbei, durch die Altstadt und


Da William
Mit flotter Sommerfrisur (vergleiche die Schwammerlschnitt-Fotos)
schwupps bin ich am Strand von Puerto Banus. Und ich verdurste! Es hat 36 Grad, ich keine Wasserflasche mit und stehe auf einer Straße die mitten ins dunkelblaue Meer führt, nur weil ich zu dem blöden Leuchtturm wollte. Irgendwann bin ich wieder zurück, hab Wasser gekauft und bin noch herumgegangen zum Tourist spielen. Das hab ich relativ schnell aufgegeben, weil bei 36 Grad und brütender Hitze besichtigt es sich nicht gut.
Bevor ich aber heimgegangen bin, hab ich mir gedacht, ich geh zum Bankomaten und heb mir Euros ab. Mit den 50 importierten Euros und den 120 Pfund in meiner Brieftasche komme ich in Spanien wahrscheinlich nicht weit. Ich stecke also meine Bankmatkarte, die ich seit Februar nicht verwendet habe, in den Bankomaten, tippe den zugehörigen Code ein … oder zumindest der, der ich dachte, dass es ist … Und er ist es nicht! So sitze ich in Spanien mit einem Einkommen in Pfund Sterling und ohne Euros. Wo krieg ich jetzt Euros her? Ich könnte mich nicht mal als Straßenkünstler durchschlagen, weil ichs einsehen sollt … Ich bin 100 % talentfrei! Und zwar gänzlich! Wobei … würde ich am Strand von Marbella zu singen anfangen, würden


Schönen Sommer euch allen!
mir die Leute höchstwahrscheinlich trotzdem Geld zuwerfen. Aber nur, damit ich endlich aufhöre. Eine andere Option wäre, dass ich mich den Schwarzafrikanern anschließe und die Louis Vuippon Taschen, Prado Geldbörsen und Bay Ran Sonnenbrillen verkaufe …
Wenn ich so täglich am Pool liege krieg ich keinen Sonnenbrand. Erstens bleib ich da nicht lange und zweitens liegt mein Fokus am Schwimmen. Jetzt zählt aber mal eins und eins zusammen: 36 Grad, den ganzen Tag unterwegs und Countess Barbara ist der gleiche Hauttyp wie Schneewittchen. Am Abend war ich Sebastian die Krabbe aus Arielle. Heute ist zwar alles wunderbar braun, aber ich muss seit Samstag exakt das gleiche Gewand anziehen, weil sonst schaut das aus, als hätt ich ein weißes T-Shirt an. (Ich renn natürlich nicht mit dem gleichen Leiberl und Hose rum, aber es wäre überlegenswert zwecks dem Vorsatz mit dem Wäsche waschen!)
Und so stieg ich den Berg empor … bei 36 Grad, wieder an der Stierkampfarena vorbei. Mein Gemütszustand ist auf Frühwüste gestiegen und ich war endlich zurück in meiner Batcave. Zweites Fazit: Furchtbar ist es hier! Aber seht selbst!
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