angekommen in Tegucigalpa, der haesslichen hauptstadt von honduras nahmen wir direkt einen anschlussbus nach managua, hauptstadt von nicaragua die in ihrer schoenheit tegucigalpa in nichts nachsteht. wir sassen also den ganzen tag im bus und kamen weit voran; was leider noetig war, nachdem wir in antigua zeit verloren hatten. nicaragua gilt als eines der aermsten laender hier, aber ich haette nicht gedacht, dass das land SO arm ist. als wir mit dem bus nachts nach managua reinfuhren kamen wir zunaechst durch sie slums. einfachste huettn aus pappe, ein paar latten, wellblech und vielen plastiktueten. diejenigen, die sich nicht mal das leisten konnten schliefen einfach unter baeumen neben der strasse. ein paar hundert meter weiter sah man dann das bunt blinkende casino... der bus hilet zum glueck in einem abgeschlossenen hinterhof der busgesellschaft. ganz wohl war uns nicht dabei, kurz vor mitternacht in einer der gefaehrlichsten hauptstaedte anzukommen ohne eine unterkunft zu haben. als wir das gebauede der busgesellschaft verlassen wollten warteten am zaun bereitsein halbes dutzend taxifahrer. die taxifahrer gehoeren ja schon zu den wenigen gluecklichen menschen hier, die einen job haben und trotzdem wird hier um jeden touristen gekaempft. die taxifahrer ruettelten aufgeregt am zaun, riefen "one dollar each, one dollar each!" und wollten uns an den haenden zu ihren taxis ziehen. ich kam mir vor wie im zoo, nur dass wir die affen sind die das gezeter der menschen ertragen muessen. wir entschieden uns dann fuer einen taxifahrer, den uns der wachmann des bus-terminals empfohlen hatte und der ausserdem am wenigsten krawall machte. zu meinem entsetzen war es dann der fahrer mit dem schaebbigsten taxi, der kofferraumdeckel war mit einem band zugebunden, dass er zunaechst auch nicht so einfach aufbekam. allerdings hatte der taxifahrer einen begleiter, einen rasta-typ der gut englisch sprach und permanent auf uns einredete. er wuesste wo man sicher und billig wohnen koennte und dass er gerne touristen helfen wuerde. nachdem unser fahrer den kofferraum nach dem durchbrennen des seils geoeffnet hatte, konnten wir endlich los. und er fand wirklich eine gute, sichere unterkunft genau dort, wo wir eh hinwollten. saemtliche haeuser, geschaefte, quasi alle gebaeude haben hier vergitterte fenster und einen zaun. der fahrer fuhr schnell und sein kumpel sprang zunaechst alleine aus dem auto um bei der unterkunft zu klingeln und zu fragen ob noch betten frei sind. kaum stiegen wir aus dem taxi aus kam auch schon ein junger kerl angerannt, der uns sehr energisch in ein anderes hostal schleppen wollte, bis der rasta-typ ihn vertrieb. endlich im zimmer nahmen wir erstmal eine dusche und erholten uns dann von der langen busfahrt.
am naechsten morgen ging es mit einem bus weiter nach granada, direkt am lago de nicaragua gelegen. in granada fand am spaetnachmittag auf dem kopfsteinpflaster neben dem parque central ein maedchenfussballspiel statt. kleine tore, fuenf gegen fuenf. da die frauenfussball-nationalmannschaft von nicaragua nicht gerade fuer ihre erfolge bekannt ist, wollte ich den chicas zunaechst mit wertvollen tipps und ratschlaegen zum modernen fussballspiel zur seite stehen. man hilft ja gerne! jedoch war das ueberhaupt nicht noetig - ganz im gegenteil, die maedels hatten es ganz schoen drauf! ich schaute mir das spiel eine halbe stunde an und war wirklich sprachlos... die taktik: beide mannschaften spielten im 1-2-1 system, wobei die mittelfeldspielerinnen einiges an laufarbeit zu verrichten hatten, da sie sich permanent in den angriff mit einschalteten und auch hinten aushalfen. schnelle positionswechsel, die ganze zeit pressing! jogi loew waere begeistert gewesen! extrem schnelles umschalten von abwehr auf angriff, vertikale paesse, hoechstens 2 ballkontakte und immer den direkten zug zum tor! dazu eine technik und ballbehandlung vom allerfeinsten! dribblings, doppelpaesse, feine tricks und das ganze bei 30 grad... hammer!
bis hierhin hatte ich den text am abend des 29.8. bereits geschrieben und gespeichert. die naechsten knappe woche verbrachte ich groesstenteils im bett - abwechslung brachten die besuche beim arzt, apotheken und dem laboratorio clinico: ich hatte mich irgendwo mit dem dengue-fieber infiziert! am morgen nach dem fussballspiel der maedels wachte ich mit fieber auf, mir war schwindlig und so ziemlich jeder muskel im koerper tat uebelst weh. eine genaue beschreibung der letzten tage erspare ich euch jetzt. jedenfalls gehts mir inzwischen wieder besser, auch wenn ich noch keine baeume ausreissen kann...tja, da machste nix! die reise geht jetzt weiter & ich gehe alles jetzt etwas langsamer an...