angekommen in san ignacio haben wir zunaechst die stadt erkundet. dazu muss man sagen, dass san ignacio die zeitgroesste stadt hier in belize ist. wohlgemerkt mit 16.000 einwohnern. ein ueberschaubares nest also. marie hat hier ja vor 2 jahren fuer ein halbes jahr gelebt, daher dauerte es nicht lange bis sie die ersten leute von damals wieder getroffen hatte, einheimische, auswanderer, austeiger, kuenstler, von allem etwas. am ersten tag haben wir dann zunaechst mark gesucht. mark ist trommelbauer aus leidenschaft, baut trommeln und verkauft die dann an turisten. marie hatte damals schon mit ihm zusammen eine trommel gebaut, die ihr dann aber wieder geklaut wurde. wir fuhren also zu marks haus und er war auch zuhause. sichtlich erfreut marie wiederzusehen hatte er auch gleich zeit und wir verabredeten uns fuer den naechsten tage zum trommelbauen. den rest des tages verbrachten wir dann in einem pool eines hotels auf einem huegel oberhalb der stadt, von wo aus man einen tollen ausblick ueber san ignacio hat. abends waren wir in der einzigen kneipe des orts, der name ist programm: "FAYA WATA". wir trafen einige leute wieder, die wir bereits auf caye caulker getroffen hatten.
am naechsten tag fuhren wir frueh raus zu mark.
der hatte bereits drei schoene holzstuecke eines mahagoni-baumes aus dem dschungel geholt, aus denen wir dann unsere trommeln bauen sollten. mark zu beschreiben ist einfach. man stelle sich einfach einen typischen bewohner eines karibikstaates vor; dreadlocks, armee-hose, dauergrinsen und englisch mit creolischem akzent. er nannte mich auch von anfang an seinen "brother" und beendete seine saetze fast immer mit "ya know what i'm saying?". das trommelbauen hat riesig spass gemacht und den ganzen tag gedauert. zunaechst hat mark mit der motorsaege in der mitte des baunstuecks einen teil herausgesaegt, dann waren wir an der reihe um mit stecheisen und hammer entlang eines aufgezeichneten kreises das innere der spaeteren trommeln rauszukloppen. anschliessend bekam jeder von uns eine machete in die hand um damit die rinde und das aussere holz abzuschneiden. das mahagoni holz laesst sich ziemlich einfach bearbeiten und die spaene riechen echt gut. fuer die richtige form wurde das aeussere der trommeln dann mit einer schleifmaschine geschliffen. den feinschliff mussten wir per hand mit schmiergelpapier erledigen. das alles bei ueber 30 grad im schatten!! mittags kochte marks frau dann lecker belizanisches essen fuer uns. es gab fisch mit kohlsalat und reis mit bohnen. der reis war mit kokosmilch gekocht und
wirklich gut.
nach dem essen machten wir uns wieder an die arbeit. ein dutzend loecher bohrten wir in die trommeln, um spaeter das fell zu befestigen. aus lianen wurde ein ring gebildet, an den dann das fell (vom reh) genagelt wurde. ein zweiter ring wurde mit baendern verbunden. zusammengesetzt und gespannt waren die trommeln dann fertig. meine ersten beiden felle sind jeweils beim bespannen gerissen; erst im dritten anlauf hatte es geklappt. am abend waren wir dann stolze besitzer einer selbstgemachten trommel :-)
am naechsten tag wollten wir weiter ueber die grenze nach guatemala. am abend vorher hatte uns aber ein argentinier noch eingeladen vorher seinen landsitz zu besuchen. said ist vor 28 jahren von argentinien nach belize ausgewandert und hat selbstgemachte moebel aus bambus verkauft. das geschaeft laeuft so gut, dass er inzwischen ein paar leute hat die fuer ihn arbeiten und er geniesst nur noch das leben. er holte uns also mit seinem jeep in san ignacio ab und wir fuhren zu ihm. said wohnt in einem wirklich krassen haus, alle moebel aus schoenem bambus gemacht, das haus selbst geplant, ein riesiges anwesen zwischen wildlaufenden pferden und einigen kleinen maya ruinen. said haelt viel von esoterik,
glaubt an eine gewisse "energy", die fliesst, wenn er barfuss durch das gestruepp wandelt und auf einem kissen zwischen maya ruinen sitzt. nunja, jedem dass seine ;-) nachdem wir zusammen gegessen hatten fuhr er uns zur grenze nach guatemala und wir fuhren weiter nach flores.
flores ist ein kleines huebsches staedtchen hier in guatemala. es liegt mitten in einem riesigen see, ist wie sylt nur ueber eine bruecke mit dem festland verbunden. wir fanden schnell eine gute unterkunft und buchten den bus fuer den naechsten tag, an dem wir tikal, die groessten ruinen der maya-kultur besichtigen wollten.
am naechsten morgen ging es frueh um fuenf uhr mit dem minibus nach tikal. wir verpassten knapp den sonnenaufgang dort, was jedoch nicht schlimm war, da tikal tief im dschungel liegt und morgens ein sehr dichter nebel ueber den baeumen liegt. trotzdem war es gut, so frueh morgens zu fahren da so nicht soviele turisten die anlage bevoelkerten und auch die hitze noch ertraeglich ist.
tikal ist wirklich beeindruckend! die verschiedenen tempel und gebaude der maya liegen hier etwas verstreut im dschungel. alle orte sind ueber kleine pfade verbunden. allein die geraeuschkulisse wenn man durch den dschungel geht ist klasse!
ueberall summt und zirpt es, ameisenstrassen kreuzen die wege. ab und zu hoert man das sehr laute geschrei der bruellaffen. und wir hatten sogar glueck und haben einige der bruellaffen gesehen, wie sie ueber uns zwischen den baeumen hin und hersprangen. ganz ungefaehrlich ist das jedoch nicht, die affen kuemmern sich naemlich herzlich wenig um unter ihnen laufende menschen, wenn sie mal aufs klo muessen. ich stand zum glueck einmal einige meter weit entfernt von der "einschlagstelle". einige der maya tempel waren freigegeben zum besteigen. wobei es meistens wirklich eher richtiges klettern war als lockeres treppensteigen. aehnlich wie die inka in machu picchu hatten auch die maya ein faible fuer 40 bis 50 cm hohe treppenstufen. als wir auf dem ersten tempel am plaza grande oben angekommen waren konnte man gar nicht lange in ruhe dort sitzen und die stille und atmosphaere geniessen, da die sonne schon so dermassen intensiv schien, dass wir schnell wieder unten waren. die beiden maedels dabei deutlich schneller als ich, da ich mit den wackeligen treppen (so steil wie leitern) so meine probleme hatte ;-)
als letztes machten wir uns auf zum "Templo IV", der mit 70 metern hoechsten pyramide. von unten sah man sie
erst gar nicht, da sie im unteren bereich nicht freigelegt wurde; es sieht quasi aus wie ein etwas steilerer huegel im wald. als wir dann aber oben waren hatte man einen phantastischen ausblick ueber das gebiet und man konnte die spitzen der anderen tempel und pyramiden sehen, wie sie die hohen baeume des dschungels ueberragten. bis heute sind hier noch nicht alle ruinen ausgegraben worden. an vielen orten sah man archaeologen und bauarbeiter, die mauerreste freilegten oder gebaeude restaurierten. gegen mittag machten wir uns wieder auf den heimweg nach flores, von wo aus wir morgen weiter richtung sueden nach lanquin fahren werden.