nachdem wir in cahuita also nach langem wieder karibischen sand unter den fuessen hatten, reisten wir ein paar kilometer weiter nach puerto viejo. ein partyort, leider sehr touristisch, alerdings mit angeblich traumhaften straenden. wir mieteten uns also fahrraeder und fuhren am naechsten morgen die 15 km lange strasse richtung manzanillo entlang. in manzanilo selbst ist endstation, die strasse endet hier in dem kleinen fischerdorf. aber entlang der 15 km dorthin sind eben auch 15 km strand, bzw. verschiedene straende. playa cocles, playa uva, playa manzanillo, nur getrennt durch ins meer ragende felsige klippen oder schmale landzungen. wir fuhren am ersten strand, playa cocles, zunaechst vorbei und hielten erst nach ca. 7 km am playa uva. von der strasse aus fuehrte ein schmaler weg direkt zum strand - man konnte das meer von der strasse aus schon sehen!! und playa uva war wirklich grossartig und entschaedigte fuer die schmerzen durch den grausam harten sattel. wir blieben am linken ende des strandes, wo kaum andere leute waren. ab und zu liefen ein paar jogger mit rueckennummer den strand entlang. das preisgeld musste enorm sein, wer bei dieser hitze an so einem strand vorbeilaufen kann im kampf gegen die uhr...
am anderen ende des
strands war auch tatsaechlich ein start/ziel-zelt aufgebaut; viele leute lagen faul in der sonne und schienen wie ich den lauf mit einer mischung aus respekt und jeder menge unverstaendniss zu verfolgen. der strand hier am playa uva war quasi perfekt; baeume und palmen direkt am meer, keine algen, kein seegrass, kein muell - herrlich!! das meer hier war ruhig, man konnte sich im blauen wasser einfach nur treiben lassen. wenns nach mir gegangen waer, waeren wir an diesem strand geblieben, aber schliesslich hatten wir ja fuer die fahrraeder bezahlt und so fuhren wir dann nachmittags weiter die strasse entlang. in manzanillo angekommen lagen wir dort nur kurz am strand. jede menge ticos (costa ricaner) verbrachten hier den sonntag mit ihren familien. ausserdem war der strand hier nicht so schoen wie in playa uva. denn auch wenn es hier in costa rica deutlich sauberer als in allen anderen laendern hier ist, so sieht man bei den siedlungen direkt am meer doch immer noch, wie die abwasserrohre einfach ins meer muenden. wir fuhren also bald wieder die strasse zurueck richtung puerto viejo und hielten am ende dann am playa cocles, den wir auf der hinfahrt quasi uebersprungen hatten. auch hier war der
strand der hammer, aber noch viel besser war hier das meer! super wellen, 2-3 meter hoch kamen alle paar sekunden angerauscht und es machte riesenspass sich reinzuwerfen, drunterher zu tauchen oder sich mitreissen zu lassen bis man an den strand gespuelt wurde. es machte genauso viel spass wie es anstrengend war und am abend war ich ziemlich muede. am naechsten tag wollten wir weiterreisen nach panama. zunaechst schauten wir uns jedoch noch einen umzug durch puerto viejo an. an diesem montag war naemlich der unabhaengigkeitstag von costa rica, und hier in puerto viejo hatten einige schulklassen den umzug vorbereitet. es war fast ein reines trommel-orchester, dazu einige...ich weiss den namen jetzt nicht, diese art xylophone, die man vor sich traegt... okay, jedenfalls zogen sie so trommelnd durch die strassen, angefuehrt vom trillerpfeifenden dirigend und der aktuellen "miss puerto viejo".
spaeter nahmen wir einen bus zur grenze nach panama. der grenzuebergang im ort sixaola ist etwas ganz besonderes. er fuehrt naemlich ueber eine alte, verrostete bruecke ueber den grenzfluss. die bruecke ist in einem so schlechten zustand, dass der fussgaengerweg neben der autospur schon komplett weggebrochen ist. verrostet und abgefallen. wir gingen also zu fuss rueber, auf der autospur. es gab
nur eine autospur, sodass man bei entgegenkommenden autos sich in notduerftig geflickte stege am rand stellen musste. die holzbohlen schienen auch nicht mehr im allerbesten zustand, jedoch macht man sich automatisch weniger sorgen, wenn auch LKWs zwar langsam, aber doch sicher ueber die bruecke fahren koennen. auf der panamesischen seite mussten wir am immigration office ziemlich lange auf den passstempel warten. in der zwischenzeit hatte uns ein typ angesprochen, ob wir nach bocas wollten. bocas del toro, eine handvoll inseln direkt vor der kueste panamas ist wahrscheinlich der einzige grund, warum dieser grenzuebergang ueberhaupt von tuoristen benutzt wird. man kann auf zwei arten zu bocas fahren, einmal mit einem wassertaxi von einem ort namens changuinola. eine schoene fahrt durch alte kanaele, durch die frueher die ersten bananen transportiert wurden. oder man faehrt von almirante, eine weniger sehenswerte fahrt, dafuer etwas guenstiger. die taxifahrt nach almirantes ist dafuer aber doppelt so teuer wie nach changuinola. der typ an der grenze erzaehlte uns also dass alle boote von changuinola voll waeren und er bot uns an ein taxi nach almirante zu organisieren und 3 plaetze im boot zu reservieren. kurz und knapp: wir zahlten ein teures taxi, angeblich nach almirantes, dass uns
aber in changuinola absetzte. wir bekamen also die schoene bootsfahrt zum hoeheren preis der weniger schoenen. aber einmal ordentlich verarscht zu werden gehoert einfach zu einer reise mit dazu ;-)
die fahrt von changuinola war wirklich schoen, das wassertaxi fuhr rasant durch die alten kanaele und die letzten 15 minuten ueber das offene meer. dabei sprang das boot mitunter recht hoch aus dem waser und knallte dann wieder auf... super!! wir kamen auf der insel colon an, der hauptinsel der bocas. colon ist die partyinsel; jan und meike (die belgier die wir in nicaragua getroffen hatten) hatten uns jedoch die insel bastimentos empfohlen: weniger touristen, keine autos, ruhiger, schoener, entspannter. ein anderes wassertaxi brachte uns dann schnell und sicher rueber nach bastimentos. bastimentos hat wirklich flair, kleine holzhaeuser der bewohner stehen auf stelzen bis direkt ins meer. ueberall palmen, kokosnussbaeume und ringsrum die karibische see. der ort auf bastimentos namens "old bank" erstreckte sich entlang des einzigen weges direkt am meer. wir checkten im hostal bastimentos ein; am hang eines kleines huegels gelegen und mit tollem ausblick von den balkonen ueber den ort und das meer. am naechsten tag machten wir uns auf den weg zum strand namens wizard beach.
ein schmaler pfad fuehrte durch schoene waelder auf die andere seite der insel. der weg dorthin fuehrte am anfang zunaechst ueber den friedhof von bastimentos, und das war wirklich faszinierend. scheinbar haben die leute hier ein faible fuer graeber aus badezimmer-fliesen! nahezu jedes grab war mit tuerkisblauen, bluemchengefleckten oder anderen fliesen verputzt. mein favorit war jedoch ein schwarz-weiss gekacheltes schachbrett-grab... unglaublich!!
je naeher wir wizard beach kamen, desto deutlicher hoerten wir das rauschen des meers. und das versprach hohe wellen und eine menge spass! am wizard beach angekommen bot sich uns ein phantastischer anblick... eine nahezu unberuehrter strand, gut einen kilometer lang und mittelgrober, goldgelber sand! das einzige was nicht mitspielte war das wetter. leider regnet es auf den bocas recht viel, gerade in der regenzeit. so hatten wir die tage hier leider nie wolkenfreien himmel. an dem tag am wizard beach zog sogar ein kleiner sturm auf. dunkle wolken kuendigten regen an, aber wir warteten erst mal ab und ich stuerzte mich gleich wieder in die hohen wellen, die hier noch einen tick besser waren als in costa rica. etwas spaeter fing es dann wirklich heftig an zu regnen. marie verzog sich schnell in eine der einfachen schilf-bedeckten huetten
am strand. die wellen waren jetzt am hoechsten und ich blieb noch ein bisschen im wasser. nach einer guten stunde regen waren alerdings saemtliche unserer klamotten etwas nass und wir machten uns auf den weg zurueck zum hostal.
am naechsten tag fuhren wir zurueck zur partyinsel colon und bezogen quartier im hostal heike, ehemals von einer deutschen eroeffnet. colon war wirklich total anders als bastimentos; ueberall hotels, restaurants, souvenierlaeden und jede menge nerviger taxifahrer, die unentwegt versuchen einen zu einer wassertaxifahrt zu ueberreden. wir liessen uns auch drauf ein und fuhren fuer ein paar stunden auf eine kleinere insel um noch einmal ins meer zu springen. abends rauchten wir eine richtig gute shisha in der mondo taitu bar un trafen dort auf 4 trinkfeste Iren, die shon seit mehreren monaten auf weltreise waren. wir verstanden uns praechtig, tranken bier, vertieften uns intensiv in gespraechen ueber englischen fussball und waren uns schnell einig, dass niemand die englaender mag. die fussballmannschaft, wohlgemerkt. als die bar gegen 0 uhr schliessen musste gingen wir noch kurz zu einem strandfestival der einheimischen und bewunderten ein wirklich begabtes paaerchen beim salsa tanzen. den letzten tag verbrachten wir ganz entspannt auf den bocas und nahmen abends erst
ein wasseratxi nach almirante und von dort einen nachtbus nach panama city. den letzten nachtbus der reise. knapp 11 grausame stunden und gut 500 kilometer spaeter kamen wir heute morgen in panama city an. nach einem grenzwertigen McFruehstueck gingen wir dann die letzten dollars in den malls hier in panama city vershoppen. jetzt ist es hier kurz vor sieben, ich werde gleich meine sachen packen und dann um 3 uhr morgens zum flughafen fahren. zurueck nach hause.
wenn also auf dem flug nichts aussergewoehnliches mehr passiert, ist dies hier mein letzter blogeintrag. dankeschoen allen lesern und auch allen anderen, die sich nur die fotos angeschaut haben ;-)
wir sehen uns dann in alemania...