Uffff, da bin ich wieder einmal....Die Zeit vergeht auch immer so schnell und in den letzten Tagen war es uns unmoeglich einen Blog zu schreiben, da wir kein Internetzugang hatten. Jedenfalls ist wieder viel passiert und ich freue mich darauf euch unsere Erlebnisse zu erzaehlen.
Alsoooooooo, am Silvester sind wir nach La Fortuna gefahren. La Fortuna liegt am Fusse des Vulkans "El Arenal", dem aktivsten Vulkan von Costa Rica. Natuerlich brannten wir darauf den schoenen Vulkan zu sehen, aber leider schuettete es bei unserer Ankunft wie aus Kuebeln und alles war verhangen. So bezogen wir unsere Lodge, welche sich als richtiges Dreckloch enpuppte....und dies an Silvester! Wir waren muede, hatten Hunger und waren sehr enttaeuscht ueber unsere Unterkunft. Nach dem maessigen Abendessen gingen wir in stroemendem Regen zurueck zum Hotel und ich schlief friedlich ein!!!!!!...Um Mitternacht wurde ich von Carla kurz geweckt, wir wuenschten einander ein gutes neues Jahr und schliefen weiter....einfach unglaublich, aber wahr! ICH HABE DEN JAHRESWECHSEL VERSCHLAFEN! Aber es war so schlimmes Wetter und gab nichts zu tun, dass es einfach passiert ist...gibt Schlimmeres!
Am 1. Januar sah das Wetter noch immer nicht besser aus. Aus lauter Verzweiflung ueber unser schlimmes Hotel, fragten wir einfach aus Neugier bei
dem danebenliegenden Hotel an, welches superschoen und mega teuer aussah von draussen....man glaubt es nicht, aber es stellte sich heraus, dass diese Unterkunft nur minim teurer- und sogar noch das Fruehstueck inbegriffen war....So marschierten wir schnurstraks zu unserem Drecksloch, packten unsere Koffer, haben ausgecheckt und beim Nachbarhotel wieder eingecheckt :-). Das Zimmer war 4*-Standard und ein Schnaeppchen. Und das Beste, vor unserem Fenster war, zwar immernoch dick hinter Wolken verpackt, der Vulkan! Am naechsten Tag wurde unsere Geduld belohnt, endlich konnten wir fast den gesamten Vulkan sehen, es war wirklich atemberaubend. Nachmittags gingen wir in den heissen Quellen baden. Die hat aber so richtig gut getan. 4 Stunden im heissen Wasser liegen, einen suessen Cocktail schluerfen...dies ist PURA VIDA! Am Abend wollten wir eigentlich eine Lava-tour machen, sprich mit einer organisierten Tour zu einem Punkt am Fusse des Vulkans fahren, wo man die Lava sieht, die den Berg runterlaeuft...Leider war der Vulkan wieder bedeckt und so entschieden wir uns gegen die Tour. Wie wir am anderen Tag erfahren mussten, waere die Lava aber trotzdem sichtbar gewesen...Wir haben uns vielleicht genervt!
Am 3. Januar ging es Richtung San Jose. Im Bus war noch ein Paerchen aus Los Angeles und wir sprachen
mit denen und erzaehlten ueber unser Leben und so...und ganz am Schluss hat sich herausgestellt, dass sie die Lehrerin von den Kindern von David Beckham ist. Ich muss schon zugeben, dies war empfand ich schon ein wenig aufregend :-).
In San Jose blieben wir 2 Naechte. Wir wollten endlich unsere Weiterreise planen. So sassen wir stundenlang am Computer und tueftelten eine neue Reiseroute aus. Die gestaltete sich als nicht ganz einfach, weil wir zuviel moechten, aber nicht alles koennen und zudem das Wetter teilweise nicht mitspielt.
Zudem mussten wir auch wieder einmal Geld abheben. Habe ich eigentlich schon einmal erwaehnt, dass in diesen 2.5 Monaten, wo ich hier bin, noch so ziemlich nie etwas auf Anhieb geklappt hat?! Es braucht echt Nerven und zwar diese Nerven, welche ich nur zu einem kleinen Teil besitze. Jedenfalls ist es allgemein sehr schwierig mit Kreditkarte Geld zu beziehen....was heisst schwierig, es ist so ziemlich unmoeglich! Da ich gottseidank eine TravelCashCard habe, hatte ich bis anhin keine Geldprobleme gehabt, aber Carla hat nur die Kreditkarte. So stampften wir letzten Sonntag ohne zu uebertreiben, fast den ganzen Nachmittag von Bank zu Bank in Downtown San Jose (mindestens 6 verschiedene Banken) und versuchten Geld zu beziehen.
Das Besondere war noch, dass wir dringend Dollar brauchten, da wir verschiedene Sachen in Dollar bezahlen mussten. Carlas Karte ging ueberhaupt nirgends! Meine Karte waere gegangen, aber es gab leider nirgends Dollar, auch nicht dort wo es angeschrieben war....aber schoen sind die Preise immer in Dollar ausgeschrieben, zumindest wenn es um Hotels oder Touren geht. Fazit der Geschichte ist, voellig entnervt gingen wir in ein Restaurant und dort hoerten wir 2 junge Frauen schweizerdeutsch reden. Jedenfalls haben schliesslich die beiden uns Dollar gegen Colones verkauft! Es hat wahrscheinlich fuer Aussenstehende ziemlich seltsam ausgesehen, als wir da im Restaurant anfingen mit Geld zu dienen ;-).
Zu San Jose gilt noch zu sagen, dass es ziemlich unheimlich ist. Man hoert/liest immer wieder wie gefaehrlich es ist und dass man nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf der Strasse rumlaufen sollte. Ich glaube dies traegt auch zur Angst bei. Aber als wir letztes Mal ein Taxi nahmen, musste der wirklich sehr nette Taxichauffeur das Handschuhfach oeffnen und was lag dort....eine Knarre! Carla und ich haben uns beide mega erschreckt. Aber wahrscheinlich ist dies hier normal bei den Taxifahrern.
Am Montag gings dann los auf eine gebuchte Tour in den Nationalpark Tortuguero. Dies
Tour dauerte 2 Naechte und 3 Tage. Wir waren wirklich froh, dass wir organisiert gegangen sind, denn es ist nicht ganz einfach nach Tortuguero zu kommen. In disem Nationalpark gibt es keine Strassen, alles wird per Boot gemacht und es hat alle Arten von Tieren die dort leben. So wurden wir am Montag frueh um 6 Uhr in San Jose in unserem Hotel abgeholt und fuhren mit einer Reisegruppe Richtung noerdliche Karibikkuste von Costa Rica. Kurz bevor wir auf das Schiff umstiegen fuhren wir noch an den kilometerlangen Bananenplantagen von Del Monte und Chiquita vorbei. Dies war sehr interessant aber auch bedrueckend zu sehen. Die Arbeiter dort leisten Knochenarbeit bei ganz schlimmen Verhaeltnissen. Es regnet dort fast immer und es ist fast alles Handarbeit was dort geleistet wird....ich fand es ziemlich schlimm dies zu sehen....aber wie gesagt, es war interessant und eigentlich schade, dass wir nicht mehr von dem "Bananenproduktions-Prozess" mitbekommen haben.
Nach ca 3 Stunden Busfahrt gings noch fuer 1.5 Stunden aufs Boot bis wir schliesslich in der Laguna Lodge in Tortuguero angekommen sind. Dieses Hotel ist phaenomenal gelegen und zwar auf einer Landzunge zwischen Atlantik und Suesswasserkanal. Das heisst, wenn wir im Restaurant sassen, waren wir direkt am
Kanal und wenn wir hinten beim Hotel rausgingen waren wir direkt am Strand. Das Meer ist aber extrem wild und voller Haie , insofern darf man auf keinen Fall baden. In Preis waren gefuehrte Touren auf den Kanaelen inbegriffen. Die eine Tour, welche morgens um 6.15h begann war nicht sehr eindruecklich, da wir fast nur Voegel gesehen haben....und was will ein Tourist sehen? ...natuerlich keine Voegel sondern Krokodile und andere schlimmen Tiere :-). Auf der zweiten Tour wurden wir belohnt, wir sahen suesse Schildkroeten, verschiedene Aligatoren und sogar eine Boa Constrictor Schlange von ganz Nahem. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt dezent im Hintergrund gehalten und dieses Ungestuem von weitem betrachtet, aber Carla war natuerlich zuvorderst am Foetele...zumindest haben wir jetzt schoene Fotos :-).
Nach dieser eindruecklichen Reise nach Tortuguero wurden wir gestern wieder nach San Jose zurueckgebracht. Hier planten und organisierten wir die restlichen 2 Woche Costa Rica.
Heute am Mittag fuhren wir mit dem Taxi wieder ins Downtown um noch die letzten Besorgungen zu machen. Zuerst verschlug es uns in den Mercado Central. Dies ist eine riesen Halle mit ganz vielen Marktstaenden und Laeden. Es gibt von Blumen ueber Fleisch, Fisch, bis zu Souvenirs einfach fast alles.
Von dort aus habe ich dann kurz meine Eltern angerufen, mit ihnen geplaudert und dabei an nichts Boeses gedacht. Vielleicht 1 Minute nachdem wir das Gespraech beendet haben fing es an zu schuetteln. Das ganze Gebaeude bebte, die Leute schrien und man hoerte klirrende Geraeusche von fallenden Gegenstaenden in der Markthalle. Geistegegenwaertig rannten wir Richtung Ausgang und dort blieben wir unter dem Eingang stehen.....schliesslich kann ich mich ja noch an das Notfallszenario erinnern, welches ich in der Tornadozeit in Nashville gelernt habe...Immer in unter einen Tuerrahmen stellen wenn es schuettelt!!! Nach einigen l a n g e n Sekunden war der Spuk vorbei. Draussen stand der Verkehr still, die Leute waren aufgeregt, aber erholten sich ziemlich schnell wieder. Da ich weiss, dass in Costa Rica taeglich tausende von kleinen Erdbeben stattfinden, habe ich gedacht, dies sei alles ganz normal und Alltag fuer die Einheimischen. Doch ziemlich schnell realisierte ich, dass dies nicht alltaeglich war. Die grossen Geschaefte wurden alle evakuiert, auf den Strassen tumelten sich tausende von Leuten und verschiedene Strassen wurden von der Polizei gesperrt, da die Gebaeude beschaedigt waren. Zudem gab es immer wieder spuerbare kleine Nachbeben. Es war also wirklich sehr unangenehm und beaengstigend. Zurueck im Hotel
erfuhren wir im TV, dass das Erdbeben eine Staerke von 6.2 auf der Richterskala hatte und das Epizentrum beim Volkan Poas, etwas noerdlich von San Jose lag. Dort ging es leider nicht so glimpflich aus. Haueser wurden vollkommen zerstoert und 2 Kinder starben sogar.
Wir hoffen nun wirklich, dass sich die Erde still haelt in den naechsten Tagen, denn so etwas moechte ich nicht noch einmal erleben!
Morgen frueh werden wir San Jose verlassen. Da es an der Karibikkueste extrem viel regnet, haben wir uns entschlossen nicht dorthin zu gehen. Es ist zwar schade, aber wir ziehen es vor noch ein wenig Sonne zu tanken bevor wir heimkommen. Jedenfalls reisen wir morgen an die suedliche Pazifikkueste nach Uvita. Dort werden wir 2 Naechte bleiben und hoffen Walfische und Delphine zu sehen, denn diese sind dort fast zu 100% sichtbar :-). Am Montag werden wir noch fuer 8 Tage zurueck auf die Halbinsel Nicoya, nach Playa Grande fahren. Der Strand von Playa Grande liegt direkt neben demjenigen von Playa Tamarindo aber trotzdem ist alles ganz anders. In Playa Grande gibt es nur ein paar vereinzelte Hotels. Er ist beruehmt dafuer, dass die Lederschildkroeten (die groessten Schildkroeten der Welt) dort ihre
Eier legen. Also dies ist etwas was wir nicht verpassen wollen. So verbringen wir also noch unsere letzte Woche in Costa Rica an einem wunderschoenen Strand. Ich freue mich darauf endlich wieder ans Meer zu reisen. Ich kann aber nicht versprechen, dass wir dort Internet haben.
Sooo und jetzt gehe ich Abendessen :-)
Tschuessi und bis zum naechsten Mal....