Da bin ich wieder...Letzte Nacht, als ich nicht einschlafen konnte, weil saemtliche Hunde in der Nachbarschaft eine hitzige Diskussion fuehrten habe ich mir ueberlegt, dass es in Costa Rica wahrscheinlich ohne zu uebertreiben mehr Hunde als Menschen, resp. Haushalte gibt. Ich glaube pro Haushalt gibt es zwischen 3 und 4 Hunde....dies nur so nebenbei, denn den Hunden kann man wirklich nicht aus dem Weg gehen hier. Sie sind nicht so gepflegt und wohlernaehrt wie unser Geri in der Schweiz, aber auch lieb und nicht aufdringlich. Ausser vorgestern Nacht, als ich zu meinem Haus marschierte, da stand auf einmal ein grosses Ding vor mir, welches einem Rottweiler verblueffend aehnlich sah. Als wenn der Anblick nicht schon beaengstigend genug gewesen waere, hat dieses Unding auch noch geknurrt!...Da habe ich mich wirklich nicht mehr wohl gefuehlt in meiner Haut. Aber wie man sieht habe ich es ueberlebt :-).
Das Leben hier nimmt seinen Lauf, ich bin jeden Morgen am Strand und am Nachmittag brav in der Schule. Meinem Empfinden nach kann ich doch schon ein paar Saetze mehr auf Spanisch "staggeln" als noch vor ein paar Tagen. In meiner Gastfamilie bin ich leider nicht so happy. Ich fuehle mich nicht wirklich willkommen, sondern einfach wie die "Schweizer Geldkuh", welche ihnen woechentlich einen finanziellen Zustupf gibt. Vielleicht liegt es auch an mir, oder die Chemie stimmt nicht zwischen uns oder es ist einfach Pech. Jedenfalls profitiere ich in der Familie leider nicht wirklich in Spanisch und bin auch so wenig wie moeglich zu Hause.
Aber es wird schon gut kommen. Ich habe mir nun gesagt, dass ich 4Wochen dort ausharren und anschliessend wahrscheinlich noch Unterkunft wechseln werde.
Das Wetter ist sehr wechselhaft. Man spuert gut, dass momentan der Uebergang zwischen Regen- und Trockenzeit ist. Die letzten Tage war es am Morgen frueh immer sehr sonnig, gegen Mittag kamen die Wolken und am Nachmittag war nur noch bedeckt. Gestern hat es sogar sintflutartig geregnet. Da die Strassen nirgends geteert sondern Naturstrassen sind, war anschliessend alles total aufgeweicht, ueberschwemmt und schmutzig. Ich war bis zu den Knien voellig schmutzig.
Ich nehme an, dass das Wetter nun von Woche zu Woche besser werden wird.
Wie bereits einmal erwaehnt wohnen Studenten, welche in Gastfamilien untergebracht sind, nicht in Tamarindo selber sondern in Villareal, einem Dorf ca. 4 Kilometer im Landesinnern. Wir sind 4 Studentinnen, die dort wohnen und gestern Abend haben wir uns gedacht, einmal in diesem Dorf auszugehen...uff war das lustig :-)
In Villareal gibt es nur 2 Bars, die eine ist eine Karaokebar und die andere eine normale. Natuerlich waren wir inmitten von Ticos (Einheimische) die einzigen "Weissen". Es hat riesen Spass gemacht zu sehen wie die Einheimischen ausgehen. Also verglichen mit Tamarindo hat mir dieses sogar ein wenig besser gefallen. In Tamarindo hat es fast nur Touristen und die Einheimischen, welche man trifft sind sehr speziell und suspekt. Scheinbar gibt es viele Drogendealer und auch Prostitution ist sehr verbreitet.
Aber nichtsdestotrotz bin ich sehr froh hier zu sein. Tamarindo ist schoen, bietet viel und es wird einem nie langweilig. Naechste Woche werde ich wahrscheinlich angfangen zu surfen :-)...Habe grossen Respekt vor den Wellen, aber wenn man in Tamarindo ist, ist es ein Muss zu surfen....und dies lass ich mir nicht entgehen :-)
Heute Abend werde ich, vorausgesetzt das Wetter laesst es zu, mit ein paar anderen aus der Schule an einer kleinen Exkursion teilnehmen. Die Region Tamarindo ist beruehmt fuer die Riesenschildkroeten. Wir werden diese suchen und sehen wie sie ihre Eier legen und das Nest pflegen usw....muss ziemlich eindruecklich sein und ich freue mich darauf.
Also in diesem Sinne, Hasta luego und gruesse an alle Hunde in der Schweiz, von welchen die meisten ein echtes Frohnerleben fuehren verglichen mit denjenigen hier.
Tschuess & bis zum naechsten Mal!