Am naechsten morgen sind wir dann aus bacalar aufgebrochen. wir haben ein taxi bis zum bus terminal genommen und wir hatten glueck, dass der naechste bus richtung grenze in ein paar minuten kommen sollte. also warteten wir am strassenrand. als der bus dann kam winkte marie ihn heran. der busfahrer winkte zurueck - und fuhr dann weiter ohne anzuhalten...
wir hatten aber nicht lange zeit uns aufzuregen, da direkt danach ein grosser gelaendewagen anhielt. zwei mexikanerinnen waren ebenfalls auf dem weg nach chetumal, dem grenzort und wollten uns fuer ein bisschen geld mitnehmen. der preis war okay und wir stiegen ein. waehrend der fahrt bemerkten wir dann, dass mit den beiden frauen eventuell irgendetwas nicht stimmte. die stimmen waren nicht sehr hell, das kreuz sehr breit, die haende kraeftig, die gesichtszuege der fahrerin markant. ein blick in das gesicht der anderen frau auf dem beifahrersitzt brachte dann gewissheit - dies hier waren keine echte frauen ;-)
nach kurzer ueberlegung, ob das mexikanische transvestitenpaerchen uns wohl entfuehren oder ausrauben wollte kamen wir aber auch schon in chetumal an. wir baten sie uns an einer bank rauszulassen. vorsichthalber stieg erst sylvia aus um das gepaeck aus dem kofferraum zu holen. marie und ich
blieben zunaechst sitzen um sicherzugehen, dass die auch nicht mit unserem gepaeck davonduesen. im endeffekt waren die beiden dann aber doch einfach ganz nett und hilfsbereit gewesen.
bei der bank wollten wir unser touristenticket kaufen. im reisefuehrer steht, dass jeder tourist, der mexiko auf dem landweg verlaesst eine gebuehr von 20 dollar bezahlen muss. in der angenehm klimatisierten bank wussten die leute natuerlich von nichts. keine ahnung wohin wir auch blickten bzw wen wir auch fragten. wir entschlossen uns also es so zu versuchen. an der grenze wuerden die leute schon bescheid wissen. als letzten punkt vor der ausreise nach belize wollte sylvia noch ein paket nach hause schicken. sie war ja 3 monate lang in argentinien und die ganzen winterklamotten waren zu schwer um sie mitzuschleppen. ein paket abzuschicken ist in mexiko allerdings nicht so eine selbstverstaendlichkeit wie bei uns, wo man sich schon aufregt wenn man 5 minuten am postschalter warten muss. eins vorweg: es hat zwei stunden gedauert, bis das paket dann endlich abgeschickt war. zunaechst muss man hier naemlich sein paket von einem staatsdiener durchsuchen lassen. der schaut nach drogen, waffen, bargeld, seltenen tieren oder anderen dingen, die ein normaler mensch eh nicht besitzt. dieser beamte
sitzt aber nicht etwa im postgebaeude, wie es manchen sinnvoll erscheinen mag - nein, diesen herrn gibt es am bus terminal. nach dem erfolgreichen durchchecken wurde das paket zugeklebt und von dem kerl mit einem speziellen band versiegelt. das paketklebeband zum zukleben musste man zuvor natuerlich wieder woanders kaufen. erst jetzt konnte sylvia das paket bei der post aufgeben.... unglaublich!
zurueck am bus terminal nahmen wir den naechsten bus nach belize city. es war mehr ein minibus, aber gut klimatisiert und mit einem netten fahrer. ausser uns waren da noch ein franzoesisches fruehrentnerpaearchen und aden, ein australier, 19 jahre jung und allein unterwegs. aden sollte uns von nun an ein paar tage begleiten. an der grenze gab es keine probleme, niemand fragte nach dem touristenticket und wir kamen schnell nach belize city. dort war es am anfang sehr hektisch, kaum angekommen laufen jede mange belizer auf einen zu und wollen nur eins: verkaufen. hier wollten sie vor allem tickets fuers wassertaxi nach caye caulker, den inseln vor der kueste verkaufen. wir hatten also schnell unsere tickets und nach einer halben stunde wassertaxifahrt waren wir auch schon da. sylvia war ein bisschen mitgenommen von der schnellen fahrt, aber sie hat alles
in sich behalten ;-)
caye caulker ist der hammer! eine super kleine insel, ueberall palmen, sand, und drumherum die tiefblaue karibische see. wir fanden schnell ein hostal und haben den ersten abend dann mit rum-cola draussen an einem steeg verbracht. aden, der kleine australier war mit dabei. er reiste alleine und wir haben ihn mitgenommen, weil wir dann zwei doppelzimmer mieten konnten, was hier etwas einfacher ist als ein dreierzimmer zu finden. aden ist von beruf aus ersteinmal sohn, papa ist millionaer in down under und er selbst ist erstmal drei monate auf reisen nachdem er die schule beendet hat. er sprach zunaechst nicht viel, aber nervte auch nicht, also war es okay. am zweiten tag auf caye caulker gingen marie und sylvia mit aden auf eine schnorcheltour draussen bei den riffen. dort gabs jede menge tropische fische, noch mehr rochen und korallen zu sehen. fuer einen ohne brille derart blinden menschen wie mich haette sich das ganze nicht gelohnt, daher blieb ich auf caye caulker und erkundete die insel. man kann hier an jeder ecke fahrraeder oder kleine elektrische golf-karts mieten, allerdings ist die insel so klein, dass ich zu fuss auch nur ca. eine stunde brauchte um vom
suedlichen zum noerdlichen ende zu laufen. dort, am north end ist die insel so schmal, dass man zu beiden seiten schon das meer sehen kann, unglaublich schoen!! anschliessend ging ich am north end schwimmen. das wasser ist phantastisch, richtig schoen warm. abends kauften wir wieder rum und cola und setzten uns vor einem hostal zu einer gruppe anderer reisender. es war eine bunte truppe und ein richtig lustiger abend! die leute kamen von ueberall her, usa, spanien, litauen, daenemark, irland, deutschland. aden war sichtlich erfreut andere englisch-muttersprachler zu finden und nach einigen rum-cola fing er schnell an zu erzaehlen. er unterhielt den ganzen tisch und erzaehlte wilde abenteuergeschichten aus australien. allerdings ging es irgendwie immer nur um die jagd. trotz seiner neunzehn jahre gab es praktisch kein australisches tier was sicher vor ihm war. er erzaehlte von schlangen, denen er den kopf abhackte bevor sie ihn bissen. von shrotflinten ballerei auf krokodile. von der "plage" der koalas, die dort erschossen werden als waere es das selbstverstaendlichste auf der welt. natuerlich hatte er auch schon buschfeuer erlebt und mit kangaroos geboxt. surfen kann aden natuerlich auch. nach einer weile waren die meisten ziemlich genervt ("schon wieder eine animal-killing geschichte..."), bis auf
den litauer, der jede geschichte grossarig fand und aden weiter anspornte. irgendwann war der um leer und wir gingen in so eine art disco. dort war dann aber bald schluss mit indiana-jones-aden. er war mit seinen 19 jahren wohl doch nicht so trinkfest wie der litauer, der selbstverstaendlich mit der flasche wodka aufgewachsen war. der litauer und ich musste aden dann zu zweit ins bett tragen, es ging gar nichts mehr!
am naechsten morgen gingen wir nocheinmal schwimmen und fuhren dann mit dem wassertaxi zurueck zum festland, um einen bus richtung san ignacio zu nehmen, wo wir dann gestern nachmittag ankamen.