(Mega)Verstaedterung - Umweltwirkungen - Globalisierung - Jasmin forscht in IndienIm September 2011 habe ich ein Stipendium fuer eine Doktorarbeit in Indien ueber die Interaktion zwischen Urbanisierung und Wassermanagement erhalten.
Die naechsten zwei Jahre forsche ich an der Universitaet NIT (National Institute of Technologie) Rourkela im Nordosten Indiens, unter anderem ueber die Themen Megaverstaedterung, Umweltwirkungen und Globalisierung.
Von Anfang an dabei ist mein zweijaehriger Sohn Luc.
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Jasmin
Am 12. Januar findet das lange angekuendigte "Gartenfest" unseres Wohnheims statt. Die Inder freuen sich nur sehr verhalten, sie finden es einfach zu kalt, um zu dieser Jahreszeit draussen herum zu stehen. Seit zwei Tagen wurde bereits dekoriert, Pavillons aufgestellt und seit dem morgen wird daneben Gemuese geschnippelt und gekocht. Die Vorbereitungen treffen Arbeiter des NIT, die eigens fuer solche Aufgaben angestellt sind. Nun halten sie sich voruebergehend in unserem Wohnheim auf. Um 20 Uhr ist das Essen endlich fertig und das Buffet aufgebaut. Sogar unser Heimleiter, Mr. Bisoyi, sowie der oberste Leiter aller Wohnheime, Mr. Pati, sind nebst ihrer Ehefrauen erschienen. Sie halten das ganze offensichtlich fuer einen Pflichtbesuch und bleiben unter sich. Ich habe Kilian eingeladen, schliesslich moechte er auch bald hier einziehen. Es ist eine Gelegenheit, die anderen Bewohner ke
... read moreWir haben uns auf dem Campus des NIT Rourkela etwas eingelebt. Unsere Einzimmerwohnung ist eingerichtet und endlich, endlich haben wir ein Hausmaedchen, eine Maid, gefunden. Unsere Gieta ist ein besonderer Gluecksfall, weil sie einige Worte Englisch spricht. Als zusaetzlicher Bonus kommt sie immer zu spaet, geht dafuer dann aber auch ein bisschen frueher. Unsere Nachbarn bezahlen fuer Ihre Maids umgerechnet 17 Euro im Monat. Dafuer stehen ihnen diese Tag und Nacht zur Verfuegung. Wir als Auslaender zahlen fuer Gieta 20 Euro. Da wir zudem das Essen aus der Wohnheim-Messe beziehen, braucht Gieta nicht kochen und kann ueber Mittag nach Hause. Wir bezahlen also richtig viel fuer sie. Gieta erledigt einige Hausarbeiten und passt auf Luc auf. Sie ist so motiviert, dass sie fuer uns kochen moechte, weil sie denkt, dass uns das Essen aus der Messe
... read moreVom Bahnhof zum Campus ... Am fruehen Morgen am Bahnhof in Rourkela werden wir sofort von mehren Gepaecktraegern umzingelt. Obwohl ich verhandle, zahle ich aus Gutmuetigkeit zu viel. Dabei sind wir irgendwo in der Stadt und kennen uns nicht aus. Deshalb nehme ich zunaechst einige Tees (Chai) und sehe mich um. Dann frage ich einen der Wartenden am vollem Bahnhof, ob ich sein Handy ausleihen kann. Er ist sehr freundlich und ich darf ihm nicht einmal die Gespraechsgebuehr erstatten. Dann werfe ich unseren Professor telefonisch aus dem Bett. Er raet uns, eine Autorikscha zu nehmen. Da es sich hierbei um kleine dreiraedrige Mofas handelt, holt er uns angesichts unseres vielen Gepaecks jedoch einige Minuten spaeter mit seinem eigenem Kleinwagen persoenlich ab. Wir durchqueren einmal die Stadt, denn das NIT, das National Institut of Technology, scheint am
... read moreVon Delhi nach kurzem Flug in Kalkutta angekommen, werden wir am Flughafen schon vom Chauffeur der Aussenhandelskammer erwartet. Dieser faehrt uns zunaechst ins Buero, von wo aus wir eine kleine Stadtrundfahrt unternehmen. Nachdem wir eine ganze Weile zwischen grossen und kleinen Kolonialbauten hindurch gefahren sind, kommen wir zum Victoria Memorial, ein imposantes Monument, welches die Briten als Gegenstueck zum Taj Mahal errichtet haben. Auf der Fahrt zu einem Restaurant sehen wir die Vidyasagar Setu, eine moderne Haengeseilbruecke, die in den 1980er Jahren erbaut wurde. Die Suedindische Spezialitaet, Masala Dosa, ein mit Kartoffeln gefuellter Reisfladen, schmeckt auch Luc ein wenig. Anschliessend geht es sofort weiter zum Bahnhof, wo unser Zug um 15 Uhr abfahren soll. Am gegenueberliegenden Gleis haben die Wartenden eine lange Schlange aus Gepaeck entlang des Bahnsteigs g
... read moreLangsam bin ich ungeduldig und moechte Indien endlich kennen lernen. Ich nehme an, dass nicht soviel Wert auf die Puenktlichkeit der Fluege gelegt wird und dass sich meine Ankunft in New Delhi weiter verspaetet. Der Abflug in Istanbul ist jedoch relativ puenktlich mit nur einer halbe Stunde Verspaetung. Da wir fruehzeitig vom Hotel losgefahren sind, koennen wir noch den Istanbuler Flughafen, vor allem dessen Toiletten erkunden. Aus Nord- und Westafrika kenne ich es, dass es nicht ueblich ist, nach dem Wasserlassen oder Stuhlgang Toilettenpapier zu benutzen. Stattdessen ist entweder ein Schlauch neben der Toilette (Nordafrika) angebracht oder es steht eine Art Becher bereit, der mit Wasser gefuellt werden kann (Westafrika). Der Toilettenbesucher reinigt sich dann mithilfe des Wassers und seiner linken Hand den Intimbereich. In Afrika und Asien ist es weit verbreitet, sich nach dem Toil
... read moreIch bin voellig uebermuedet, doch Istanbul moechte ich unbedingt besichtigen. Wir kommen zu spaet zur Verabredung mit Damir zum Fruehstueck und er ist nicht da. Er koennte schon weg sein, aber ich nehme an, er hat aus seiner Zeit in Frankreich wie ich den franzoesischen laissez-faire-Lebenstil uebernommen und ebenfalls verschlafen. Daher machen Luc und ich uns alleine zu Fuss auf. Da ich mich nicht mehr informiert habe, denn das wollte Damir uebernehmen, sehen wir uns die Sehenswuerdigkeiten an, die uns ein kleines Faltblatt aus dem Hotel vorgibt und in unmittelbarer Naehe liegen. Dass ist nicht schwierig, denn wir befinden uns schon mittendrin - in einer der Kulturhauptstaedte Europas 2010. Die Strassen und Haeuser in Istanbul erinnern mich an abgelegene Stadtviertel in Paris. Die Wege fuehren in verschiedenen Winkeln nach oben und unten, immer wieder gibt es
... read moreNachdem wir noch eine Woche lang die letzten Vorbereitungen (Auslandskrankenversicherung, Impfungen) von zu Hause aus getroffen haben, entfliehen wir Deutschland rechtzeitig, bevor der grosse Winter einbricht. In Frankfurt hat inzwischen starker Schneeregen eingesetzt und wir koennen erst mit 1 ½ Stunden Verspaetung in den Flieger steigen. Dort verbringen wir dann noch einmal 2 Stunden in Warteposition. Das ist nichts dagegen, was wir ein paar Wochen spaeter aus Deutschland hoeren, welches inzwischen unter einer grossen Schneedecke versunken sein soll. Nachdem Luc brav in seinem Sitz angeschnallt geblieben ist, wird es kurz vor dem Start spannend fuer ihn, als das Fahrzeug zum Enteisen des Flugzeugs sich naehert und uns ein sprueht. Umso herrlicher ist es, als wir in Istanbul, nach nur 2 1/2 Stunden Flug Richtung Sonne, am Abend mit Pullover aus dem Flugzeug steigen. Wir koennen
... read moreDie Zusage fuer eine Doktorandenstelle in Indien ist fuer mich wie ein Geschenk des Himmels, denn es ist genau das, was ich gerne machen moechte. Ich habe bereits nach dem Abschluss meines Ingenieurdiploms (Architektur) 2006 ein Jahr im Senegal gelebt und dort fuer die auf soziale Stadtentwicklung spezialisierte Nichtregierungsorganisation (NRO/NGO) ONG Pacte Projekte der Abwasserentsorgung und des oekologischen Wohnungsbaus gemanagt. In einer „Babypause“ von der Entwicklungsarbeit sammelte ich in Karlsruhe, meiner Universitaetsstadt Managementerfahrungen in Bauprojekten fuer Krankenhaeuser, die ich eines Tages auch wieder in der Entwicklungshilfe verwenden kann. 2008 kam dann mein Sohn Luc auf die Welt, mit dem ich wieder ein halbes Jahr Gambia, den Senegal und Mali bereiste. Auf dieser Reise begleiteten uns fuer jeweils einen Monat meine engsten
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