Auf dem Underberg


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Asia » Thailand » Western Thailand » Kanchanaburi
May 14th 2010
Published: May 21st 2010EDIT THIS ENTRY

Anmerkung zum Thema Bangkok: Mittlerweile hat sich die Situation ja wieder verschlimmert. Ich hatte bereits vorher BKK verlassen und musste nur nochmal zum Umsteigen dort bleiben (ein paar Stunden im südlichen Busbahnhof, weit vom Zentrum und den Unruhen entfernt). Ich bin jetzt im Süden auf Ko Pha-Ngan. Diese Region ist auch laut AA von den Unruhen nicht betroffen!

Mein nächstes Ziel war Kanchanaburi, westlich von Bangkok. So ganz einfach machen es einem die Leute nicht, wenn man Bangkok verlassen und dabei ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel benutzen will. Auf meine Frage, wie ich zum Busbahnhof komme, verwies man mich in meinem Gästehaus an ein Reisebüro, der Taxifahrer,dem ich erklärte, dass ich seine Dienste nicht benötigte, da ich mit dem Stadtbus zum Busbahnhof fahren wolle, behauptete es gäbe keinen (Die Einheimischen fliegen dann wohl dahin oder was?) und jemand anders wollte mir weismachen, ich müsse die Bustickets in der Touristeninformation (sprich: Reisebüro) kaufen, da man diese im Busbahnhof nicht kaufen könne (Für wie blöd halten die einen eigentlich?). Glücklicherweise fand Dank meines Reiseführers und einiger wirklich hilfsbereiter Thais (auch wenn die nicht nachvollziehen konnten, dass ein Farang kein Taxi nehmen will) den richtigen Stadtbus und dann auch den richtigen Ticketschalter im Busbahnhof. (Letzteres wäre nicht notwendig gewesen, da der Zielort deutlich am Ticketschalter stand.) Fahrtkosten betrugen 16 Baht für den Stadtbus (0,40 €) und 75 Baht für den Fernbus (keine 2 €). Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass mich eine Taxifahrt zum Busbahnhof alleine deutlich mehr gekostet hätte. Auch ein Minibus direkt aus der Khaosan Road (reguläre Bustickets gibt es da nicht) hätte mich fast doppelt so viel gekostet.

Durch Kanchanaburi führt der Death Railway, der Zug des Todes. So genannt wird diese Strecke,weil bei ihrem Bau während des 2. Weltkriegs tausende von Kriegsgefangenen (unter anderem Engländer, Holländer,Australier, aber auch Asiaten) beim ihrem Bau aufgrund unmenschlicher Arbeitsbedingungen ums Leben kamen. Die Japaner wollten mit dem Bau dieser Strecke eine Zugverbindung nach Burma errichten, um so den langen Seeweg zu ersetzen. Tag und Nacht mussten Kriegsgefangene die schwere Arbeit verrichten ohne ausreichende Ernährung oder medizinische Versorgung. Von ihrem Opfer zeugen mehrere Soldatenfriedhöfe in und um Kanchanaburi. Das bekannteste Zeugnis der Arbeit der Kriegsgefangenen ist eine Brücke im Norden Kanchanaburis, die berühmte Brücke am Kwai.
Die Brücke ist heutzutage natürlich die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Obwohl sie weiterhin von einem Zug befahren wird und keinen Fußweg hat, kann man sie betreten. Der Zug fährt sehr langsam und macht durch ein lautes Pfeifen auf sich aufmerksam. Wer sich während dessen auf der Brücke befindet, kann auf eine der Sicherheitsplattformen ausweichen. Ein weiterer interessanter und ebenfalls begehbarer Abschnitt der Strecke ist ein hölzerner Viadukt weiter westlich außerhalb der Stadt in einer landschaftlich sehr schönen Umgebung an einem der beiden Teilflüsse des Kwai. Im Rahmen einer Tour konnte ich diese Teilstrecken begehen und durfte auch mit dem Zug, der als ganz normaler Regionalzug fungiert, fahren.

Neben dem geschichtlichen Aspekt hatte die Tour aber auch noch ein anderes Ziel. Wir besuchten die Erawan-Wasserfälle, ein siebenstufiges System an Wasserfällen im gleichnamigen Nationalpark. Der Flusslauf ging überwiegend im Wald, so dass es schattig war. Das beste daran war aber, dass man in den meisten, der sieben Stufen baden konnte und das war bei Temperaturen um die 40°C eine angenehme Erfrischung, zumal das Wasser relativ kühl war und nicht so warm, wie das oft am Meer bei solchen Temperaturen der Fall ist. Eine kostenlose Fischmassage war übrigens im Preis dabei. Die Pools unterhalb der Fälle sind nämlich voll von kleinen Fischen, die sobald man sich ins Wasser begibt, sich auf einen stürzen und an einem zu knabbern anfangen. Das tut nicht weh, kitzelt aber ziemlich heftig. Angeblich fressen sie einem ja die Hornhaut weg, aber ich habe davon nichts gemerkt. Vielleicht war meine Hornhautschicht an den Füßen aber auch schon zu dick. Aber egal, Hauptsache Abkühlung. Am nächsten Morgen ging es weiter in den Süden.

P.S.: Wer die Anspielung im Titel versteht, bekommt 100 Punkte.


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