Noch salzig vom Tauchkurs und nach einer halsbrecherischen Busfahrt (ca. 3,5 Stunden/ PHP 60) in den Norden Cebu's kamen wir im Staedtchen Maya, dem Abfahrtsort nach Malapascua Island an.Wie immer in solchen Orten, wenn der komplette Bootsverkehr von einer Handvoll Einheimischer kontrolliert wird, wird zunaechts versucht die Touristen ueber den Tisch zu ziehen. Fuer die 45 minuetige Ueberfahrt auf einer typischen "Banka" zahlt man normalerweise 40 Peso. Kaum aus dem Bus ausgestiegen wird man mit 100-200 Peso gekoedert. Je nachdem an welchen Gauner man geraet. Auf den Einwand hin, dass das viel zu viel sei, wird man mit vielerlei Ausreden konfrontiert. "40 Peso sind der Preis fuer Einheimische...", "Das Benzin ist sehr teuer...", "Sonst koennen wir erst ablegen, wenn das Boot komplett voll ist...", "Wenn es nicht voll wird, legt heute keines mehr ab auf die Insel..." und noch weiteren Quatsch. Hart bleiben ist das Motto. Dann geben sie irgendwann auf und nehmen einen "natuerlich" mit. Oder sie tun so als ob sie ablegen, bleiben dann aber schaukelnderweise ein paar Meter vom Ufer entfernt im Wasser liegen und machen keine Anstalten das Boot Richtung Insel zu bewegen. Sie wuerden es selbstverstaendlich tun. Wenn man noch was drauflegt.... Auch hier, entspannt bleiben
ZuhauseRechte Tuer wir, linke Tuer Bruederchen Oli.
und nicht auf die Uhr schauen! Wir haben zwei Suedafrikaner auf der Insel kennen gelernt, die sage und schreibe pro Nase 350 Peso gezahlt haben. Au Backe, 15,5 Dollar fuer zwei. Anstatt 1,80...Waehrend der Ueberfahrt selber haben wir Matthias kennengelernt, der als ehemaliger nordischer Regionalliga-Kicker vor 12 Jahren auf die Philippinen emigriert war und mittlerweile das teuerste Ressort der Insel sein eigen nennt. Kein schlechter Werdegang! Verdient zwar keine Millionen wie die Jungs in der Bundesliga, dafuer hat er aber (fast) jeden Tag Sonnenschein. Er schwaermte unglaublich von der Insel und er sollte Recht behalten.Die Insel ist beruehmt fuer ihre weissen Straende, die sogenannten "Tresher Sharks" und Mantas und fuer die Tatsache, dass der portugiesische Seefahrer und "compadre"Fernando Magalhaes (Magellan) dort eines schoenen Weihnachtstages fuenfzehnhundertirgendwann mit seinem Schiff gelandet ist. Von ihm, so berichten die Eingeborenen und diverse Websites, kommt auch der Name der Insel. "Malapascua - Schlechtes Weihnachten". Er wollte Vorraete aufstocken, fand nix, gab der Insel den Namen und fuhr erbost von dannen. Wuerde demnach also Sinn machen. Komisch ist nur, das "Pascua" im Spanischen Ostern und nicht Weihnachten heisst. Keine Ahnung, wo da in der Geschichte oder in den Hirnen der Fehler liegt. Einen Historiker haben wir
Zu schoen??Unser bescheidener Blick von der Terasse. Uebrigens, der Sand ist wirklich so hell, wie er auf dem Foto aussieht... :)
auf der Insel leider ergebnislos gesucht...Wie dem auch sei, nach ein bisschen Suchen fanden wir im "Daño Resort" einen netten Bungalow mit klasse Sicht auf's Meer (pro Nacht PHP 500, bei 5-7 Tagen und mehr PHP 400). Den schoensten Strand der Insel (Suedwest) gab's noch mit dazu. Guenstigerweise war es ein Doppelbungalow, erwarteten wir doch meinen Bruder Oli, der ein paar Tage auf den Philippinen auspannen wollte und sich entschieden hatte uns zu besuchen.Bevor er allerdings eintraf schnupperten Stephi und ich schon wieder bei diversen Dive-Shops herum. Wir muessen zugeben, dass wir mit dem "Open Water Dive Course" ordentlich Blut (oder Salz) geleckt hatten. Dummerweise darf man mit diesem Level noch nicht ueberall Tauchen gehen (Vorausgesetzt man trifft auf verantwortungsbewusste Dive Guides... gibt es sicherlich nicht auf der ganzen Welt). Mit dem "Advanced Course" allerdings darf man das. Die Versuchung war also da. Und sie war verdammt gross. Nicht zuletzt auch durch die Aussicht die beruehmten "Tresher Sharks" (
http://www.unterwasser-bild.de/Fuchshaie/G_Haie.html/) zu sehen, die diese Insel unter Tauchern weltberuehmt gemacht haben. Bei Dan's Dive trafen wir auf den Muenchner Tauchlehrer Wolfgang und entschieden uns nach einer ueberschlafenen Nacht den Advanced Course zu machen. Trotz der Kosten. Egal, so billig und in so
Special FriendStephis spezielle Freundin, Gladis. Sie kam jeden Tag und hing ein wenig bei uns ab.
schoenen Gewaessern hat man nicht haeufig die Moeglichkeit das Tauchen zu erlernen! Und ausserdem koennen wir nun auf der ganzen Welt und ohne Aufsicht tauchen! :)Zunaechst stand jedoch ein anderes Highlight vor der Tuer. Mein Bruder war mittlerweile angekommen und eine "Insel-Fiesta" stand auf dem Programm. Es wurde ein unglaublicher Tag.Die normale Fiesta besteht auf den Philippinen, nun, zumindest auf Malapascua Island, aus einer Menge Hahnenkaempfe, vielem Essen, noch mehr Trinken und wildem Tanzen.Um zwei Uhr Nachmittags ging's auf Moped-Taxis hoch in den Norden der Insel, in ein kleines Dorf am Fusse des Leuchtturmes. Die Hahnekaempfe waren schon voll im Gang und Oli und ich liessen es uns nach einer Weile des Beobachtens nicht nehmen auf die einzelnen Voegel Geld zu setzen. Ich muss aber zugeben, dass wir mit seinem Geld spielten. Nachdem ich in El Nido beim "Cock Fight" Geld verzockt hatte, hielt ich mich auf Anraten meiner Regierung, meines Finanzministeriums und meines Controllings zurueck. ;-) Ich haette es nicht tun sollen. Wir gewannen alle Kaempfe auf die wir setzten. Unser biertrueber Blick fuer den potentiellen Sieger war so ueberragend, dass nichts schief ging. Oder aber wir hatten einfach nur viel Glueck. Ich glaube allerdings ersteres... ;-)Die Kaempfe, manche
finden sie unangebracht, unzivilisiert und barbarisch (Andere Laender, andere Sitten...), sind ein wahres Spektakel. Es wir gedraengelt, gedrueckt, geschoben, um einen guten Blick zu haben. Die Besitzer der Haehene stolzieren stolz mit ihrem Federvieh durch den Ring, liebkosen es mit zarten Streicheleien nur um sie kurz darauf durch kontrollierte Konfrontation mit dem Gegner heiss und aggressiv zu machen. Kurz vor dem Kampf bricht dann das Wettgeschrei aus. Lautstark werden die Quoten angeboten. Verstaerkt durch wilde Gesten und Handzeichen. Man hat den Eindruck, dass hier jeder sein eigenes kleines Wettbuero ist. In der Regel bekommt man einem Kampf im Falles des Sieges 80-100% seines Einsatzes ausbezahlt. Dann geht's los. Der Schiri hat beide Haehne am Wickel und laesst sie in der Mitte der kleinen Arena ab und aufeinander losgehen. Bei einem Kampf dachten jedoch beide Voegel nicht im Traum daran ihr kurzes "death match" zu spielen. Sie pickten froehlich Dinge vom Boden auf und ignorierten sich vollkommen. Vielleicht waren es schwule Haehne... ;-)Der Kampf ist dann zu Ende, wenn einer der beiden, der andere ist dann i.d.R schon so gut wie tot, dem anderen zweimal auf den Kopf pickt. Dies in den Haenden des Schiris, der beide hoch hebt und die
Vor dem KampfIn vertrauter Runde werden Gegner fuer den eigenen Hahn gesucht. Wenn sich die beiden Besitzer einig sind, steht das "death match"!
Koepfe zu einander fuehrt. Was mit dem Verlierer passiert konnte man dort auch schoen beobachten. Kaum verloren ging's abseits des Ringes in Richtung Kochtoepfe. Einmal den Hals umgedreht und ab in den Topf mit dem kochenden Wasser. Nach zehn Sekunden raus (schon unglaublich wieviel Bewegung die einzelnen Nerven noch verursachen koennen...) und nach weiteren 30 ist das arme Huehnchen nackert gerupft. Irgendwo her muss das Fleisch fuer die Fiesta ja kommen.Nach Stunden des Gemetzels und lautem Spektakels waren die Kaempfe dann vorbei, die Menschen verteilten sich im Dorf, um sich auf die abendliche Fiesta, dem Tanzen, vorzubereiten. Fuer uns und drei Amis die wir kennen gelernt hatten Grund uns ebenfalls auf den Weg zu machen Richtung Tanzflaeche. Soweit kamen wir allerdings nicht. Ein paar Meter weiter trafen wir auf eine kleine Huette mit riesigem Karaoke-Apparatur und ein paar Insulanern, die schon beherzt zu schnulzigen Songs ins Mikro sangen. Fuer mich natuerlich das gefundene Fressen. Ich singe doch so gerne... Vor allem, wenn das Bier die Zunge gelockert hat :-) Also schnell dazu gesellt, Liederlisten gewaelzt und schon schmetterte ich Brian Adam's "Summer of 69". Nun ging das Mikro hin und her, Stephi tanzte mit dem "Ohne-Oben-Schoenling", der auf den Bildern
SchiriDie Gockel am Kragen gepackt, ab in die Mitte des Ringes und das "Massaker" kann los gehen.
zu sehen ist, einen heissen Stiefel und nach dem Dauer-Klassiker "La Bamba" sangen Oli und ich noch "I Did It My Way" von Franky-Boy. Stephi behauptet zwar, dass es grausam war. Der Computer allerdings gab uns Recht. Mit 99 Punkten erzielten wir die hoechste Punktzahl des Abends!!!Irgendwann, mittlerweile war es acht oder neun Uhr, strebten wir dann mit unseren neuen Freunden vom Hahnenkampf und Karaoke zur Tanzflaeche, die sich als eingezaeunter Basketballcourt entpuppte. Die kommenden Stunden waren ein wildes Durcheinander aus Tanzen, Trinken, Reden und vor allem Fotos machen. Die ganzen Kinder rings um uns herum und unsere neuen Freunde gaben unzaehlige schoene Motive ab. Ich glaube es wurden insgesamt ca. 80 Bilder... Einige davon koennte ihr sehen. Wir hoffen, dass sie einen kleinen Eindruck von der Lebensfreude der dortigen Menschen und des Spass geben, den wir wir zusammen mit ihnen hatten. Alle sind unglaublich nett, hilfsbereit und selbstlos. Geht man an ihnen vorbei wird man sofort zum Drink eingeladen, ein Schwaetzchen wird gehalten und am Ende alles Gute gewuenscht. Ein wenig ueberraschend und erfreulich wieviele Menschen auf den Philippinen, selbst auf so einer kleinen Insel, Englisch sprechen. Das Erbe der Amis... Spanisch dagegen ist ausgestorben. Nachdem wir uns von
HinguckerGut, dass es Groessenvorteile gibt! Bruder Oli beim aufmerksamen Beobachten.
diesem Feier-Marathon erholt hatten und Oli abgereist war, ging alle Energie wieder ins Tauch-Pauken. Unser "Advanced Diving Course" stand vor der Tuer.Was soll ich sagen, die "Dive Sites" rund um Malapascua sind klasse. Vor allem "Monad Shoal", das 18-24 Meter tief gelegene Plateau einer versunkenen Insel, und die "Putzer-Station" fuer die Tresher Sharks, die sonst in grossen Tiefen leben. Die Haie kommen morgens an diese Plateau, um sich von kleinen Fischen tote Haut und Bakterien vom Koerper und aus dem Mund klauben zu lassen. Monad Shoal gilt aufgrund der dezimierten Bestaende mittlerweile als einziger Spot in der Welt, wo man diese Art von Haien regelmaessig sehen kann. Leider gibt es beim Tauchgang keine "Hai-Garantie" und obwohl wir zweimal dort ins Wasser stiegen bekamen wir betrueblicherweise keinen zu Gesicht. Fuer diese (kleine) Enttaeuschung hat ein wenig die Geographie entschaedigt. Vom Plateau aus faellt die Unterwasserinsel 230 Meter ins dunkle Meer ab, ein sogenannter "drop-off". Wenn man ueber den Rand des Plateaus hinaus taucht, hat man das Gefuehl gleich ins Bodenlose zu stuerzen. Tut man aber natuerlich nicht. Als ob man ueber den Rand eine Hochhauses spazieren wuerde ohne runter zu fallen. Saugeil! Noch besser wird's, wenn man kopfueber in Richtung des
EndeNoch zweimal auf den Kopf picken und es gibt einen Verlierer. Scheint das weisse Huehnchen zu sein. Den Blutspuren nach zu urteilen...
schwarzen Nichts runter taucht. Immer an der Wand entlang.Nach insgesamt fuenf Tauchgaengen, v.a. "Lapus Lapus" war aufgrund seiner spektakulaeren Hart- und Weichkorallen sensationell, hatten wir unseren Advanced Course in der Tasche (die angehaengten Fotos wurden uns freundlicherweise von Mme. Isabelle Costanza zur Verfuegung gestellt. (Merci beaucoup, Isa!!!) Eine eigene Unterwasserkamera haben wir leider nicht...). Spass hat's wieder gemacht. Unglaublich viel Spass! Einzig der Nachttauchgang war unseres Erachtens aufgrund der Dunkelheit, da hilft auch nicht die kleine Funzel an Taschenlampe, die man dabei hat, doof. Die schoene Unterwasserwelt verkommt zu einem schwarzen Allerlei. Allerdings bekomt man dafuer, wenn man sie die denn findet, die tierlichen Nachtschwaermer zu Gesicht. Nach insgesamt zehn Tagen hiess es fuer uns dann Abschied nehmen von Malapascua Island und den Philippinen. Wir taten es nicht gerne, sind die Philippinen doch ein klasse Land mit ganz lieben Menschen. Ueber Cebu City ging's nach Manila und Singapur. Wir haetten zwar gerne noch ein zweites Mal unseren Flug in Richtung Sumatra nach hinten geschoben, aber mit Suedamerika wartet ja noch ein gesamter Kontinent auf uns. Ein Jahr ist einfach zu kurz fuer eine Weltreise. Ich sage es immer wieder!!!
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hallo ihr dauer-urlauber,
wie immer schöne fotos, auch wenn das schwein schon mal besser aussah...
felix, für deinen tanz gibt es eine ordentliche b-note.
ich hoffe auf noch viele blogs, macht immer wieder spaß!
olli
mein lieber oli, das ist 'ne kuh!
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RockstarDie Filipinos lieben Karaoke. Wie alle Asiaten....
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hallo ihr dauer-urlauber,
wie immer schöne fotos, auch wenn das schwein schon mal besser aussah...
felix, für deinen tanz gibt es eine ordentliche b-note.
ich hoffe auf noch viele blogs, macht immer wieder spaß!
olli
mein lieber oli, das ist 'ne kuh!
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