Around Annapurna: Besi Sahar - Thorung Phedi


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August 1st 2009
Published: August 1st 2009EDIT THIS ENTRY

Gangapurna GletscherGangapurna GletscherGangapurna Gletscher

Spektakulaerer Abbruch.
Tag 1: Von Besi Sahar nach Bahundada

Wir sind ueber Nacht mitten in der subtropischen Zone gelandet. Alles ist gruen, alles ist feucht, alles Menschenwerk ist modrig. Kurz nach Besi Sahar mussten wir barfuss durch einen Zubringer des zementfarbenenen Marsyandi waten. Auch sonst blieben uns trockene Fuesse erspart, da viele Wege als Wasserleitungen fuer die Reisfelder benutzt werden. Die Gefahren des Treks waehrend des Monsuns sind glitschige Pfade und vor allem Bergstuerze. Mehrmals mussten wir mit ungutem Gefuehl frische Geroellfelder oder Abbrueche queren. Aeltere Stuerze sind - wenn ueberhaupt - nur durch sogenannte "gabions" (mit Fels gefuellte Stahldrahtcontainer) gesichert. Unterwegs machten wir Bekanntschaft mit Tom: Er ist Englaender, Oxford-Absolvent und der einzige Westler, welchem wir diesen Tag begegneten (ein schoener Kontrast zu den zigtausend Wanderern, welche sich in der Hochsaison hier tummeln).

Tag 2: Von Bahundada nach Chamje

Heute machte Max Bekanntschaft mit den beruehmt-beruechtigten Blutegeln. Bei der Mittagsrast entledigte er sich seiner Schuhe und stellte fest, dass der rechte Socken blutdurchtraenkt war. Offensichtlich hatte sich ein Blutegel durch den Socken gebissen, getrunken und war anschliessend entschwunden. Bei uns sind jedoch weiterhin Tom und Robin, sein Guide. Sonst trafen wir niemanden.

Landschaftlich erinnert uns Nepal hier an
Auf dem DachAuf dem DachAuf dem Dach

Annapurna II und IV von Manang aus gesehen.
eine Kreuzung aus Peru mit Zauberwald: Ueberall spriesst Mais und Hanf! Die Hanfstauden naehren uebrigens Horden von (Hindi: herzigen) Ziegen, die froehlich in den Steilhaengen grasen.

Interessant sind die behelfsmaessigen Bruecken aus Bambus. Weniger interessant, geradezu langweilig sind die Speisekarten der verschiedenen Lodges: Sie sind alle identisch. Dafuer haben wir herausgefunden, dass "Momos" Maultauschen sind.

Tag 3 und 4: Von Chamje nach Bagarcharp und von Bagarchap nach Chame

Die Anstrengung (sechs Liter trinken und keinen Liter pissen, 95% Luftfeuchtigkeit sei Dank) lassen diese Strecke in einem gruenen Wabern versinken. In Chame, dem Hauptort von Manang, erhofften wir uns eine offene Bank, da uns die Rupien langsam ausgingen. Natuerlich war alles geschlossen. Wir konnten einige Dollar mit Tom wechseln, so waren wir nicht auf die halsabschneiderischen Wechselkurse der Lodges angewiesen. Am Abend trafen wir zum ersten Mal einen anderen Wanderer, einen Katalonier, der in einem Mordstempo unterwegs war.

Tag 5: Von Chame nach Lower Pisang

Nach Chame ist der Dschungel definitiv ueberwunden und das Klima war folglich wesentlich angenehmer zum Wandern. Kurz nach dem Aufstehen erheischten wir einen ersten Blick auf Annapurna II (7937). Da in allen Reisefuehrern steht, dass waehrend der Monsunzeit nicht mit einer
Up up up the hill...Up up up the hill...Up up up the hill...

Zwischen Yak Kharka und Thorung Phedi auf etwa 4200 Metern.
Aussicht auf die Berge gerechnet werden darf, waren wir recht entzueckt. In Lower Pisang auf gut 3000 Metern angekommen, stiegen wir zur Akklimatisation nach Upper Pisang auf. Das Dorf war wie ausgestorben, nur ein buddhistisches Kloster auf der Spitze des Huegels war bewohnt.

Tag 6: Von Pisang nach Manang

Vor Sonnenaufgang stiegen wir zum Kloster auf, da wir uns einen Blick auf auf Annapurna II und IV (7525) erhofften. Natuerlich blieben die Gipfel in Wolken verhuellt. Der Weg nach Manang war im Vergleich zur gestrigen, aufregenden Route sehr monoton: Der fortschreitende Strassenbau nach Manang macht sich hier besonders negativ bemerkbar. Da in Manang (3540) mindestens ein Tag zur Akklimatisation verbracht werden sollte, ist das Dorf verhaeltnismaessig gross, doch anscheinend nur in der Hochsaison bevoelkert. Alle hochgeruehmten Baeckereien waren geschlossen und wir mussten uns mit dem ueblichen Frass zufrieden geben. Am Abend war der seit Tagen waehrende Stromunterbruch ueberwunden und wir sahen uns "Into Thin Air" (gemaess dem Buch von Krakauer) im sogenannten Yak-Kino an. Dieses "Kino" besteht aus einem Fernseher, fuenf mit Yakfellen ueberzogenen Bankreihen und zirka 200 raubkopierten Filmen. Max hat etwas Fieber und Kopfweh (milde AMS - Acute Mountain Sickness, zu Deutsch Hoehenkrankheit) und musste frueh
Gangapurna GleschterseeGangapurna GleschterseeGangapurna Gleschtersee

Wanderung am Grat des Gletschersees.
ins Bett.

Tag 7: Ruhetag in Manang

In der Frueh hatten wir eine herrliche Aussicht auf Gangapurna (7454), Annapurna III (7555), IV und II (je hoeher die roemische Ziffer, desto hoeher der Gipfel). Zur Akklimatisation machten wir eine Tageswanderung auf knapp 4000 Meter, von wo aus wie den Gletscherabbruch der Gangapurna schoen im Blick hatten. Es blieb weiterhin trocken.

Tag 8: Von Manang nach Yak Kharka

In Yak Kharka (4150, "dort-wo-die-Yaks-bleiben") hatte Max staerkeres Kopfweh. Von den Einheimischen wird empfohlen, jeden Tag eine Knoblauchsuppe zu essen, da Knoblauch der Akklimatisierung zutraeglich sei. Obwohl sich dieser Rat verdaechtig nach einem Scherz anhoert, befolgten wir ihn seit Tagen (und rochen entsprechend). Da bei AMS keine Schmerzmittel genommen werden duerfen, verfuetterte Hom ganze Knoblauchzehen an Max und rieb ihn mit Minzoel ein. Auch wurde der Kauf einer Muetze (billiger als ein Mittagessen) verschrieben, um den Kopf warm zu halten. Tom hatte nur leichtes Kopfweh und Lucy scheint voellig resistent gegen die Hoehe zu sein.

Tag 9: Von Yak Kharka nach Thorung Phedi

Wir trafen zwei Slovaken, welche uns berichteten, dass der Katalonier aufgrund akuter AMS hatte absteigen muessen. Max ging es besser und wir wagten - mit
Buck WheatBuck WheatBuck Wheat

Hieraus wurde unser Fruehstuecksbrei hergestellt.
Knoblauchzehen bewaffnet - den Aufstieg nach Thorung Phedi (4450). Nach der Querung einer endlosen Geroellhalde erreichten wir den hoechsten Schlafplatz der Wanderung. Am naechsten Tag stand uns ein Aufstieg von gut 1000 Metern auf 5416 Meter, sowie der Abstieg von rund 1600 Metern nach Muktinath bevor.


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BambusbrueckeBambusbruecke
Bambusbruecke

Sieht wackelig aus - ist es auch.
HaengebrueckeHaengebruecke
Haengebruecke

Wir haben etwa zehntausend solche Bruecken ueberquert, viele wurden mit Hilfe aus der Schweiz konstruiert.
ReisfelderReisfelder
Reisfelder

Oben links ein kleiner Fuenftausender.


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