Ok, Ok ich nehme alles zurück was ich über Moskaus Strassenverkehr gemeckert habe. Moskau ist heilig, alles Fahrschüler am ersten Tag gegen UB! Die hier haben echt alle nen Hammer gefressen! Hier geht’s ums nackte Überleben. Fussgänger Streifen sind als Verzierung der Beläge gedacht und Ampeln gibt’s erst gar nicht. (Echt nicht). Am sichersten geht‘s mit dem Taxi über die Strasse. (kein Witz). Denn auch hier gilt: Ich bin auch ein Taxi. Die Fete in der Mongolendisco war trotz der absoluten Horrormusik recht lustig. Irgendwie ist UB zwischen Bravohits 13 und 14 hängengeblieben. Habe tatsächlich einen bis aufs äusserste getunten Hummer durch die Discostreet fahren sehen welcher mit allen Fenstern unten und mit rund 1000 Watt „I'm a Barbie Girl“ laufen lies…
Die übliche Citytour ist ganz OK und die kriegerische Vergangenheit des Landes wirklich faszinierend. Trotzdem vermag mich die Stadt Chingis Kahns irgendwie nicht recht begeistern. Ich will raus auf‘s Land, in die Wüste. So manipuliere und besteche ich unseren Honcho Bata ein wenig und verzichte auf eine Übernachtung im Hotel in UB.
Ziel ist stadtdessen die frühere Abfahrt in ein Nomaden Camp ein paar 100km süd-westlich der Stadt. Soweit so gut, nur mit dem Auto bin ich
nicht ganz einverstanden, ich will laufen! Mit Sack und Pack und einem gemieteten Wüstenguide mache ich mich nach einer mehrstündigen Busfahrt auf die 12stündige Wanderung durch die unglaublichen Landschaften der Gobi auf. Leider war mein Führer wohl eher Bürohengst oder Damenschneider als n echter Wüstenführer, auf jeden Fall ist er nicht der fitteste, und ich bin mir fast sicher, dass wir die 40km ins Camp auch wesentlich schneller hätten machen können. Stört mich aber soweit nicht, die Aussichten in den Bergen und die Begegnung mit Wildpferden waren einfach nur grandios.
Im Camp angekommen gibt’s dann fantastischen „Korhog“, ein typisches mongolisches Gericht mit Ziegenfleisch und Gemüse welches mit heissen Steinen in einer Art Alu Milchtanse im Boden vergraben gegart wird - Hammer. Auch der anschliessende Friede in meiner Jurte wurde nur durch das sanfte Schnarchen eines mittlerweile auch angekommenen mini Panzers getrübt.
Ich will jetzt reiten, und zwar weit. Von mir aus Tagelang, aber dass macht der gedrängte Zeitplan bis Beijing einfach unmöglich. Pänzerli meint sie reite Pferde seit 6 Jahren, perfekt, ich bin seit 6 Jahren auf keinem Pferd mehr gesessen, janu. Die mongolischen Pferde sind klein, sehr klein. Und genau so klein werden auch des Pferdebesitzers Augen
als er schnallt dass sie auch reiten will. Arme Pferde oder so muss der Blick wohl gesagt haben. Janu, Bata, Pänzerli und ich nehmen‘s gemütlich über die Felder und Wiesen. Vor uns soll ein Tagesritt zu einem buddhistischen Kloster in den Bergen liegen.
„Karl-Heinz“ mein mongolischer Rappen ist offenbar ein wenig wilder als viele seiner Artgenossen. Habe ich doch gehört, dass mongolische Touri-Pferde gar keinen Schnellgang haben. Jedoch nach weniger als einer Stunde auf dem Ross geht’s im Galopp über die Hügel - absolut fantastisch. Der Spass endete abrupt als mein Rückspiegel Pänzerlis Pferd zeigte - ohne Pänzerli drauf! Scheisse! Bata kehrt auf der Stelle um und ich mache mich in bester John Wayne Manier auf, dass immer noch galoppierende Pferd ohne Reiter einzufangen. Schade hat‘s niemand gesehen.
Nicht so geil war die Schlussfolgerung des kleinen Reitunfalls, nach einer Stunde wieder ins Camp zurückzukehren. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert, „Sorry, I somhow lost my balance“ Ok, sie geht mir jetzt definitiv hammermässig auf die Eier.
Den Abend verbringe ich desshalb im Nachbarscamp mit Super-Nerd-Bruno, Bogi und Aka bei einem mongolisch-kulinarischen Tiefflug namens „Josht“, Pfuiteifel… Auf jedenfall besser als die angegärte Stutenmilch.
Würde am liebsten noch einen
Monat hier draussen bleiben, aber Kat fliegt am 21. In Beijing ein und das verpassen dieses Datums hätte schlimmere Folgen als das erwischt werden beim Kokainschmuggeln in Abu Dhabi. Zudem freue ich mich brutal auf diesen Tag… Also ab nach China! Jehaaaa.