Ubud, im Landesinneren, alle fahren hin, keiner weiß genau warum....Die Stadt ist vom Tourismus verschluckt worden. Die Straßen sind Geschäftsmeilen mit Gewand, Töpfen, Bildern, Restaurant, Gewand, Töpfen, Bildern, Restaurant, Gewand usw. Einen gewissen Rhythmus hat dieser Ort. Keiner der mir wahnsinnig gut gefällt. Das war jetzt mal die Kehrseite. Auf der anderen Seite steht einmal die Qualität des Essen. Wirklich sensationell. Heute testete ich ein empfohlenes Lokal mit organischem Essen. Was das vor mir war, weiß ich nicht genau, ich glaube auch der Koch nicht, aber es hat fantastisch geschmeckt... Viel Gemüse halt mit schmackhaften Gewürze verfeinert ermöglichten ein Gaumenfest. Leider endete diese kulinarische Party mit dem Abschlusskaffee...der war auch organisch...Ich wohne in einem Familienbungalow, wirklich einladend - nur 4 Euro 50 pro Nacht. Ich glaube man hätte handeln können, aber das wird dann langsam schon sehr peinlich. Ansonsten spürt man diese berühmte Reibungswärme beim Überntischziehen unentwegt....Handeln lernt man, wie überall in Indonesien - egal ob man für den Affenwald Bananen kauft, sich ein Moped ausborgt oder sein Gewand zur Wäscherei schleppt....Zwischen dem erst genannten “best price” und der Spannenuntergrenze liegen meist 70 %. Manchmal raffe ich mich auf und diskutiere, manchmal spiel ich brav die ausgenommene Weihnachtsgans. Ich will einfach
nicht nur verhandlungsmüde am Abend ins Bett fallen. Immerhin hören die Verkäufer nach manchem Geschäftsabschluss mit mir gar nicht mehr zum grinsen auf. Das Umland von Ubud ist ganz anders als der Ort, nämlich sehr schön. Reisfelder, Palmenhaine und dadurch, dass es jeden Morgen geregnet hat, strahlt alles im saftigsten Grün. Habe heute vier Stunden lang mit dem Moped einiges erkundet. Währenddessen machte ich die Bekanntschaft mit einem sehr witzigen Holländer der gemeinsam mit einem fast 80 jährigen Bischof reist. Fahre morgen mit dem Segen im Gepäck weiter.