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Published: March 30th 2010Asia » India » SikkimMarch 30th 2010
_____Über Sikkim zu schreiben fällt mir nicht so leicht. Aus verschiedenen Gründen. Einmal gings mir nicht so gut. Weiters war das Wetter nicht sooo berauschend, was natürlich ein großer Faktor in den Bergen ist. Und zu all dem kam noch dazu, dass ich die Leute da merkwürdig fand. Ob man es schüchtern bezeichnen kann, wie es der Reiseführer tut, oder ob man mittlerweile arrogant dazu sagen kann, möchte ich nicht beurteilen. Teuer ist Sikkim noch dazu, aber das war nur ein Nebenschauplatz. Egal, vielleicht kam alles auch nur deshalb so, weil ich ausstrahlte was ich eben ausstrahlte in diesen 15 Tagen.
Erstmal erreichte ich Pelling. Vor dort, hieß es, hat man die beste Sicht auf den dritthöchsten Berg der Welt: Kanchenjunga 8598 m. Es war drei Tage Vollnebel und man sah nur ne weiße Wand. Gut, dass das Wetter noch nicht menschengesteuert ist, ja aber gefallen hat mir das nicht. Dann bin ich weiter nach Yukson. Dort gibt es verschiedene Klöster zu gucken und man soll auch Sicht auf die Berge haben. Ok, es gab Sicht und es gab Klöster. Ich bin einen Tag rumgewandert und hab mich auf einen Berg gequält. Ja hat Spaß gemacht, doch als ich oben
war, war der Nebel wieder da und es gab natürlich keine Sicht mehr. Die Mönche hatten auch keine Lust mir irgendwas zu zeigen und zu allem Überfluß hab ich mich auch noch schön in einen Kaugummi gesetzt.
Dann hab ich den Professor aus Canada kennengelernt. Das war gut. Wir wohnten im gleichen Hotel und hatten die gleichen Vorstellungen vom Reisen und auch ziemlich ähnliche vom Leben. So haben wir beschlossen, dass ich nicht Richgung Osten weiterziehe, sondern mit ihm Richtung Westen.
Wir wollten es mit öffentlichen Gemeinschaftstaxen tun. Man muß sich vorstellen, dass die Straßen in Sikkim sehr kurvig und sehr löchrig sind. Dazu passen in einen Jeep anstatt der normal 9-10 Leute mindestens 15 rein. Auch Ziegen hatten wir als Mitfahrer und immer wieder mal ein 'Mäh' nach einem Schlagloch brachte uns zum Schmunzeln. Wir hatten einmal das 'Glück', dass wir die Letzten am Taxi waren, und so saßen wir ganz hinten, eingequetscht zwischen Gepäck und anderen Leuten. Wer zerst kommt bekommt die besten Plätze. Egal, es ging.
In diesem Taxi haben wir einen Engel kennengelernt, der uns im letzten Eck von Sikkim helfen wollte ein Hotel zu finden. Es war fast aussichtslos. Es gab zwei Hotels. Eins davon
war ausgebucht und bei dem anderen gab es nur ein Zimmer mit schleimig rot vollgespuckten Wänden. Bäh. Wir kamen nach längerem Hin- und Her privat unter. Das war schön dann. Das einzige akzeptable Restaurant in dem Ort wollte uns nicht bekochen. Warum haben wir nicht erfahren. Wir kauften uns je ein Bier und Chips und Cracker und sonstigen Quatsch und tranken auf unserer Terrasse unter Sternenhimmel. Das war auch schön!
Soreng hieß der Ort. Es hat uns hierhin verschlagen, da wir nach Varsey wollten, da dort der spektakuläre Rhododendron blühen sollte.
Die Einheimischen hier haben noch nicht viel, oder eher gar nix von Touristen gehört. Nachts fielen Steine aus einem Fenster und trafen, dem indischen Steinschmeißergott, sei Dank, dass Auto hinter uns und nicht unsere Köpfe. Wahrscheinlich waren es Kinder, rückten wir uns das Unglaubliche zurecht. Eine Tasse Tee, kostet normalerweiße 5 Rupees. In Soreng nicht: 15 Rupees. Egal, das sind Pfennigbeträge, aber es paßte alles einfach nicht in diese doch so hilfsbereite indische Sikkimwelt.
Am nächsten Tag wollten wir früh los. Man erzählte uns verschiedendes. Einmal, dass man nicht mit einem Auto nach Varsay fahren kann, sondern von Hilley aus 5km, einfach, gehen muss. Ein anderes mal, dass
es in Hilley ganz viele Hotels gibt. Und ein drittes Mal, dass es in Hilley gar kein Hotel gibt. Unsere Zeit war durch des Profs gebuchten Flug zurück nach Kolkata ein wenig begrenzt. So beschlossen wir, dass wir ein Auto mieten und uns exclusive zu den Blüten der Rhododendren chauffieren lassen.
Es fand sich kein Auto. Es gab Autos, aber keiner wollte uns fahren. Einer bot uns einen Preis, der uns nur ein lautes Lachen entlockte. Es war wie verflixt, wie verhext. Nach zwei Stunden rumfragen und leicht kämpfen, beschlossen wir, dass es nicht sein soll. Irgendwas hielt uns davon ab weiter in die westliche Welt Sikkims zu fahren.
Wir nahmen ein weiteres Gemeinschaftstaxi zurück nach Joretang. Erstmal fuhr uns eins vor der Nase weg. Beim nächsten, nach zwei Stunden warten, hatten wir dann die Sitze neben dem Fahrer, was auch was schönes war. Die Taxen fahren immer erst dann ab wenn sie voll sind. Somit muß man die Wartezeit shantishanti absitzen.
In Joretang trennten sich dann unsere Wege. Prof. Howard fuhr zurück nach Siliguri zu seinem Flug nach Kolkata und ich nahm ein nächstes Gemeinschaftstaxi nach Gangtok, in die Hauptstadt Sikkims.
Dort entpuppte sich das ausgesuchte Hotel als Baustelle.
Eine zweistündige Hotelsuche folgte. Gangtok ist an eine Bergwand gequetscht, somit sind die Wege steil. Zimmer ohne Fester im Keller für unglaubliche 1000Rs wurden mir angeboten.
Eine Woche blieb ich in einem schönem Zimer und genoß den Blick über das Tal Gangtoks. Eigentlich wollte ich von hier aus in den Norden, jedoch stellte sich das unverschämt teuer raus. Hab ich dann für mich gecancelled.
Durch eine Dame, die ich im Januar in Arunachal kennenlernte kam ich dann in den Genuß eine Deutsche kennen zu lernen. Christin, war mit indischen Freunden unterwegs und suchte eine zweite Ausländerin um einen See auf 3700m besuchen zu können.
(Erklärung: Da dieser See sehr nahe an der tibetischen (chinesischen) Grenze liegt braucht man eine Sondergenehmigung und müssen mindestens zwei Ausländer sein, Guide und Fahrer).
Sie fand mich.
Ewig zog sich die Hoppelstraße hinauf in die Berge. Leider war der Nebel wieder mal so dicht, dass man nix weiter sehen konnte. Der See, sehr schön gelegen, jedoch von einem Armycamp mit Hubschrauberlandeplatz und dicken Baustellen umgeben, so dass die Ruhe ein wenig gestört war.
Wir genossen es trotzdem. Super saubere Luft, kühl und frisch. So weit oben hatten wir sogar blauen Himmel und Sonne. Zwei Stunden
trieben wir uns rum, dann war ich froh als es zurück ging, denn durch die dünne Luft setze bei mir doch tatsächlich der Kopfschmerz der Höhenkrankheit ein.
Am Abend wollten wir dann gemeinsam in ein Restaurant gehen. Leider blieb der versprochene Anruf aus. So blieb ich allein zurück, machte mir Gedanken ob ich was falsch gemacht hatte und nahm mein Abendessen alleine ein.
Nach den erlaubten 15 Tagen, geschrieben in meiner Sikkimbesuchergenehmigung, bin ich dann zurück nach Westbengalen, genauer nach 'Hause'. Gangtok liegt auf fast 2000m und es war so um die 20 Grad am Tag, und richtig kalt in der Nacht.
Unten in der Ebene Westbengalens in Shantiniketan prallten mir dann 40 Grad ins Gesicht. Das war HEFTIG! Aber hab mich mittlerweile dran gewöhnt.
Morgen geht’s nach Sodepur, 30km nördlich von Kolkata in ein Kloster. Erreichbar bin ich dann erst wieder ab 12. APR. In der Zwischenzeit weder Handy noch Email!
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Katja
non-member comment
TOLL
so spannend geschrieben, und die Bilder dazu. Grossartig, fast so als wär man mit dabei... liebe grüße katja
From Blog: SIKKIM 10. - 23. MAR. 2010