Ein weiteres Wochenende vor der sich langsamen nähernden Abreise steht bevor, und wieder gibt es tolle Pläne die freie Zeit zu nutzen.
Dieses Mal soll es von kultureller Natur sein, aber dabei darf der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen.
Gegen 11Uhr treffe ich mich mit einer Kanadierin aus dem TaiChi Kurs, da wir uns mit echten TaiChi Kostümen und Lern-VCDs eindecken wollen.
Schnell ist der Laden gefunden und die Hosen dürfen sogar anprobiert werden. Nach nur kurzer Bedenkzeit verlassen wir den kleinen, vollgestopften Laden mit den gewünschten Einkäufen und bummeln noch ein wenig über den Markt in ShamShuiPo.
Von dort geht es für mich nach ShaTin, ein wenig kulturelle Luft schnuppern.
Jeden Samstag gibt es eine Einführung in die kantonesische Oper im Heritage Museum. Um gleich mehrere Sightseeing Punkte auf einmal "abzufertigen", suche ich mir anhand einer Beschreibung der Amerikanerin Kara, den Weg zu dem Tempel der 10,000 Buddhas.
Gut beschrieben mit einer Strichzeichnung finde ich den richtigen Ausgang von der KCR Station, hinunter auf's Straßenniveau bis zu IKEA.
Bei dem Anblick der bekannten Buchstaben, gelbe Zeichen auf blauem Hintergrund, kann ich nicht widerstehen. Durch einige Baustellen gelange ich schließlich in die Gänge zwischen Wohngarnituren, Küchen und Schlafzimmerausstattungen.
So kurz vor der Abreise lohnt sich allerdings eine Anschaffung zum 'wohnlich schaffen' nicht mehr, und so verlasse ich kurzerhand später mit ein paar Duftkerzen für Kara sowie einer Spülbürste das gewohnte Möbelhaus.
Jetzt aber schnell zu den 10,000 Heiligen. Es soll zwar nicht lange dauern, zumal man wohl nach den ersten paar 100en die Lust verliert, sich alle Statuen einzeln anzuschauen.
Leider habe ich mich trotz guter Beschreibung auf den falschen Weg begeben, und lande auf einem Hügel zu einem Friedhof.
Die Zeit verrinnt und der Himmel verdüstert sich.
So streiche oder besser gesagt, vertage ich das Ziel 10,000 Buddhas Tempel auf einen späteren Ausflug, und beginne den Weg zum Heritage Museum zu suchen.
"Vergiss es, Svenja, es sind nur noch 15 Minuten bis zum Opervortrag, du bist in Hongkong - nimm ein Taxi!"
Kaum ins nächste Taxi eingestiegen, bin ich mir meiner guten Entscheidung bewusst, es fängt an zu regnen, ein typischer Hongkonger Sturzregen.
Schon der Weg vom der Taxihaltestelle bis in den Eingangsbereich des Museums ist lang genug, um die Tropfen durchs T-shirt fallen zu lassen.
Museumsbesuche sind sicher Geschmackssache, doch dieses ist ein Besuch auf jeden Fall wert. In dn verschiedensten Stockwerken, werden
unterschiedliche Zeiten und antike Stücke vor- und ausge stellt. Zusammen mit der Einführung in die Feinheiten der kantonesischen Operaufführung, direkt von einem Darstellen erklärt, ist es ein tolles Erlebnis.
Ich verbleibe den restlichen Nachmittag im Museum, da sich das Wetter erstmal auf Regen eingestellt zu haben scheint.
So fahre ich mit der KCR nach Museumsschluss gegen 18 Uhr direkt zurück nach Kowloon Tong.
Dort beginnt der eigentlich spaßige Teil des Samstagsnachmittagsausfluges: mit der Jugend der KIBC zum Schlittschuhlaufen in der Shopping Mall
Maik, Kara und die anderen drehen bereits mehr oder weniger gekonnt ihre Runden auf der Eisbahn.
Nach ein paar Fotos wage auch ich es, mir Kufen unter die Füße zu schnallen und mich mit meinen geringen Skate Erfahrungen auf die Eisfläche zu begeben.
Es klappt erstaunlicherweise recht gut, und ich falle garnicht hin, was sicher auch den vielen stützenden Händen der Jugendlichen zu verdanken ist.
Bei einem Abendessen aus dem Food Court mit Blick auf die sich langsam leerende Eisbahn lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.