Tibet* Dege 26.oct - 29.oct


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October 29th 2007
Published: October 29th 2007EDIT THIS ENTRY

Fuer die GoetterFuer die GoetterFuer die Goetter

Am hochsten Punkt des Passen. 5050m copyright by maz
Der Pass war natuerlich nicht 6000m. Der Reisefuehrer schrieb Quatsch. Aber immerhin 5050m. Es war die beste Passstrasse meines Lebens. Wir fuhren einem oeffendlichen Bus, der nicht mal zur Haelfte besetzt war. So konnten wir je nach Ausblick die Seiten wechseln. Mit lauter Musik im Ohr und dem kalten Wind um die Ohren, als ich den Kopf aus dem Fenster hing. Ich war gluecklich. Welche eine Aussicht.

Der Ort Dege ist nichts Besonderes. In ein enges Tal eingequetscht, ein kleiner Ort mit vielen Chinesen. Hier ist die Grenze zum echten Tibet. Es gibt viel Polizei und man sieht mehr Militaer als sonst. Auf dem Programm stand natuerlich ......das Kloster.....mehr Attraktion gibt es nicht in Dege. Und die Attraktion von diesem Kloster ist, dass hier die Gebetsbuecher zu Tausenden gedruckt werden. In Handarbeit.... eine Person befeuchtet das Druckholz mit roter oder schwarzer Farbe, die zweite Person legt das Papier drauf. Es geht so schnell, dass das Auge nicht folgen kann. Ueberall steht, dass nicht fotographiert werden darf. Es fiel uns fast schwer. Dann kam einer der Arbeiter auf mich zu und nahm mir meine Camera aus der Hand. Hm, dachte ich. Mist, der ist sauer. Aber nein, er fing an seine Kollegen zu knipsen. Spass hatte er und ich nun viele Bilder.

Wir fanden ein Teehaus, spielten Karten, versuchten uns mit den Tibetern zu verstaendigen und genossen die Abgeschiedenheit von der Zivilisation. Unser Zimmer war nur durch ein Durchgangszimmer zu erreichen. Es gab kein fliessend Wasser, keine Dusche und naturlich keine Heizung. 2.- euro pro Person.
Um 21:00 sind die Strassen leer in Dege. Wie beschlossen, nach zwei Naechten, wollten wir abreisen.
Ein Bus zurueck nach Ganzi oder Kangding musste her. Wir haben es verpasst in unserem Stess ;-)) einen Tag vorher die Bustickets zu kaufen. So standen wir morgens um 06:00 am Busbahnhof in grosser Hoffnung. Es gab viele Busse, kleine und grosse und private Autos und Minibusse. Maz hing mir seit geraumer Zeit in den Ohren, dass er es eigentlich gerne versuchen wuerde ueber Land nach Tibet einzureisen. JAJA.....in jedem Buch steht, dass das Quatsch ist, dass man ohne ausdruecklicher Genehmigung in der Hand nicht nach Tibet reinkommt. Ich war letztendlich die Abenteurlustige und forcierte die Situation. "Lass es uns versuchen, wir verlieren einen Tag und 15.- euro, sollten Sie uns zurueckschicken." Nach laegerem Hin- und Her. Abwaegungen und Wenn und Abers, sassen wir im Bus nach Echttibet.
Mein Hals in die LuftMein Hals in die LuftMein Hals in die Luft

Copyright by Maz
Mulmig war mir. Eine Bedingung meinerseits war, dass wir nicht trampen. Nur mit Oeffendlichen.....
Maz mit Hut, ich mit schwarzer Muetze in die Augen gezogen, in der letzten Reihe sitzend machten wir uns klein, in der Hoffnung, dass uns niemand sieht. War natuerlich Quatsch. Die erste Grenze war geschafft. An der naechsten mussten wir aussteigen und unsere Paesse zeigen. Und weiter gings. Heimlich habe wir schon gefeiert, uns gefreut wie verdammt einfach das denn war. Die naechste Grenze kam und der Busfahrer die Bullen schickten uns zur Polizei. Der Busfahrer kam mit uns und half uns die Situation zu meistern. Die Polizistin sprach schlechtes Englisch. Sie schrieb besser in Englisch. So schrieb sie uns auf: "You need 5 Passport" Jeder von uns braucht 5 Reisepaesse!!! Ha was ist das denn? Wenn wir diese nicht haben, muessen wir zurueck nach Dege. Da wir jeder in der Tat nur einen Passport vorweisen konnten und uns evtl. von anderen Touristen je vier ausleihen koennten hatten wir keine andere Wahl als zurueck.
Klauen waere ne Loesung.... Aber wir sind nette Touristen und halten uns an die Regeln.

Sie wollte natuerlich unser Permit sehen. Dieses umfasst fuenf DIN A4 Seiten.
So sollten wir mit dem naechsten oeffendlichen Bus zureck nach Dege. Mittagessen mit einem Polizisten an unserer Seite. Sie liessen uns nicht mehr aus den Augen.
Ein Anruf von oben gab die Anweisung, dass wir von der Polizei zurueck befoerdert werden sollten. Sie wollten ganz sicher gehen, dass wir nicht nochmals auf dumme Gedanken kommen.
Ausgestatten mit Wasser, Red Bull und Bier wurden wir im Polizeijeep chauffiert. Die Polizisten hatten Spass fuhren nicht die normale Strasse sonderen im 4x4 Antrieb direkt die Berge rauf und runter. Eigentlich fuehr er wie eine gesengte Sau. Trank Bier und hohlte alles aus dem Auto.

Dieses Mal landeten wir im besten Hotel der Stadt. 5.- euro pro Person. Aber erst heisses Wasser ab 21:30. Und dann nicht sicher.

Immer wieder lachen wir ueber diesen Tag. Bei der naechsten Reise werde ich mich besser ruesten. Ohne fuenf Reisepaesse ist es einfach leichtsinnig durch die Welt zu reisen. Smile


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Nochmals am KlosterdachNochmals am Klosterdach
Nochmals am Klosterdach

copyright by maz


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