Silver Cavein reality it looks more natural even the colours are a bit "kitsch".
Aufgewacht - ein Donnergrollen, das Gewitter dauert noch immer an.
Es ist noch früh, und so kann ich noch ein wenig liegen bleiben, bevor der Wecker geht.
Es regnet nicht mehr. Das ist schon mal ein gutes Zeichen.
Ein guter Start in meinen Geburtstag - Herzlichen Glückwunsch, Svenja!
Aufstehen, ab ins Badezimmer - ich werde wohl die Hostel noch mal wechseln. So freundlich das Personal auch ist, aber wenn ich es vermeiden kann, dann muss ich nicht unbedingt die Kloschüssel als Duschabfluss haben. Und dann noch mit lauter männlichen, chinesischen, nicht englisch sprechenden Mitbewohnern.
So packe ich also meine Klamotten zusammen und checke wieder aus. Einzelzimmer gibt es leider nicht, oder andere Betten sind im Moment nicht frei. Die junge Chinesin am Empfang ist wirklich sehr nett, und mit 25,-RMB, ist das Bett auch etwas günstiger, aber so arm bin ich dann doch nicht dran.
So ziehe ich also wieder los, diesmal suche ich eine Hostel in der Parallelstraße zur West-Street. Morgens ist die Stadt immer noch im Tiefschlaf, so versuche ich mein Glück im Ping’An Hotel. Ups, der Mann mit den Englischkenntnissen wird extra geweckt. Ich frage nach einem Zimmer, diesmal gleich nach dem Badezimmer und dem Preis. Für 50,-RMB
bekomme ich ein eigenes kleines Zimmer im 4. Stock, gleich unterm Dach mit Balkon, einer warmen Dusche und einer normalen Toilette. Toll!
Einchecken, Rucksack nach oben bringen, kurz die schlafende Straße vom Balkon beschauen und los zum Frühstückstreffen. So der Plan, die Ausführung sieht da schon anders aus.
Mit Tagesrucksack und Fotoapparat stehe ich vor der Tür, und sie geht nicht auf. Ich drücke die Klinke und ziehe - nix passiert - ich drücke gegen die Tür - nix passiert.
Na toll, da stehe ich vor einer klapprigen Holztür, die aussieht als würde sie bei einem kräftigen Windstoß aus den Angeln fallen, und kann sie nicht öffnen. Ich bin mir recht sicher, sie ging nach innen auf, aber so sehr in rüttele, und sie die Tür zu mir biegt, aufgehen tut sie nicht. Ich schließe auf und ab, aber in einem Spalt am Türschloss kann man erkennen, dass sie nicht abgeschlossen ist (oder war). Okay, Svenja, dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig als zu rufen. Doch jegliches Klopfen, Hämmern und Rufen bleibt ohne Erfolg - kein Wunder 4. Stock.
Mittlerweile sind schon 20 Minuten ins Land gegangen. Mit einer Visitenkarte versuche ich das Schloss zu knacken. Die Verbindung zwischen
Türklinke und der Einratung muss kaputt sein. Mit ein wenig unterstützendem Geruckel an der Türklinke mal runter, mal rauf - und oh Wunder die Tür geht auf.
Na also, warum sagt das denn keiner, dass man die Türklinke 90° nach oben und nicht nach unten bewegt?
So schnell ändert sich die Stimmung, man sollte den Tag eben nicht vorm Abend loben. So komme ich also viel zu spät zu unserem Treffen. Maria ist aber zum Glück noch am Frühstücken, und dabei musste sie ohne richtigen Kaffee warten, da in dem Cafe der Strom heute ausgefallen ist.
So genieße ich Toast mit Müsli-Früchte-Joghurt, während es draußen wieder zu regnen anfängt, und wenn es hier mal regnet, dann richtig.
Wir beschließen unsere Fahrradtour auf später zu verschieben, wenn das schlimmste vorbei ein soll. Kein Problem, ich habe einen Plan B: Besuch einer Tropfsteinhöhle.
Der Bus soll um halb zehn fahren, ohje, hoffentlich erwische ich den noch. Ab ins nächste offene Reisebüro, sie telefonieren noch hinterher, doch dann finden sie niemanden der mich zu dem Treffpunkt bringen kann und es ist zu spät. Der nächste Tourbus soll erst in 2h fahren. So lange will ich aber nicht hier rumhängen. Also frage ich erstmal
That's me!I was really dark, so the photo is a bit blurred, but guess, you still can recognize it's me.
bei anderen Agenturen nach, bis ich sogar Glück habe, und mir ein Bus um halb 11 angeboten wird. Toll, das ist jetzt nur noch ne halbe Stunde und ich habe kurz Zeit meine Emails zu checken.
Im Global Cafe mache ich dann die nette Bekanntschaft mit der Bedienung Joanlin, die vor 2 Tagen Geburtstag hatte.
Aber um pünktlich um 10:15 beim Touristbüro zu sein, muss ich auch gleich wieder los. Ich bin diesmal richtig pünktlich, aber leider haben sie sich in der Zeit geirrt, denn sie haben auch nur die Angebote des allgemeinen Tourbusses alle 2h. Aber dann komme ich viel spät zum verabredeten Mittagessen mit Maria, obwohl wir extra schon wieder gleiches Cafe, gleiche Zeit für den nächsten Morgen festgelegt haben, man weiß ja nie.
Doch meine Laune ist nicht mehr gerade die beste, erst durch die eigene Dummheit im Zimmer eingesperrt und jetzt finde ich keine Möglichkeit raus aus dieser Stadt zu kommen und meine Zeit sinnvoll zu nutzen.
An der Hauptstraße mit den vielen Zweirädern erinnere ich mich, wie gut man mit den Einheimischen Geschäfte machen kann, und mit einem chinesischen Motorrad zur 18km entfernten Tropfsteinhöhle zu fahren, wäre mal was anderes. Joanlin hatte mir liebenswerter Weise
Silver Cave ins Chinesische (yin zi yan) übersetzt und so versteht mich der nette Motorradfahrer auch. Mit Hilfe eines Mannes aus einem nahe gelegenen Reiseoffice versichere ich mich, dass der Fahrer auch die einstündige Führung durch die Höhle auf mich warten wird und ich insgesamt 60.-RMB für die gesamte Tour bezahle. Außerdem bekomme ich noch die Visitenkarte von dem Englisch sprechenden Reisemenschen, falls es doch Probleme geben sollte.
Dann bekomme ich einen roten Helm, wie ihn mein Fahrer auch hat, ich setze mich leicht unsicher hinter ihn auf den Sitz und unter leichtem Schwanken geht die Fahrt los.
Wer sich an meine letzte Reise erinnert, kennt meine Erfahrungen vom chinesischen Straßenverkehr mit dem Fahrrad, mit einem Motorrad sind sie noch abenteuerlicher. Doch ich habe ein recht gutes Gefühl, dass mein Fahrer seinen westlich-touristischen Fahrgast nicht gleich in den nächsten Unfall verwickeln möchte.
So sausen wir also durch die grüne, hügelige Landschaft - ich sollte mir doch eine winddichte Jacke kaufen, bei 50km/h lässt der Fahrtwind mich ein wenig frösteln.
Am Silver Cave angekommen besorgt mir der Fahrer gleich ein Ticket und ich habe Glück, die nächste Führung beginnt sofort. So teile ich das Vergnügen an einer (chinesischen) Führung mit nur
Li RiverJiuma Hua Shan (Nine Horse Fresco mountain)
insgesamt etwa 10 Leuten teilzunehmen, sogar einigen westlichen Touristen. Eine Familie ist mit einer privaten Englisch sprechenden Begleiterin unterwegs, und so komme ich in den Genuss von einigen Erklärungen zu Gesteinsformen und Alter ihrer Entstehung.
Das künstliche Licht in allen erdenklichen Farben wirkt zwar auf den Bildern recht kitschig, doch in Natura ist es echt schön, meistens zumindest. Den Namen erhält der Silver Cave durch eine Gesteinsformation, die im Licht wie helles Silber erstrahlt. Tief in der Höhle ist es sehr warm und stickig.
Nach einer guten Stunde erblicken wir wieder das Tageslicht und ich lasse mich wieder zurück nach Yangshuo fahren. Es hat alles ohne Probleme geklappt und das war mal ein originelles Geburtstagsgeschenk.
So komme ich recht pünktlich um halb zwei zum verabredeten Restaurant. Es regnet zwar nicht mehr - zum Glück, sonst wäre meine Fahrt sicher sehr unangenehm geworden - aber es ist immer noch sehr stark bewölkt und so verschieben wir den Fahrradausflug zum MoonHill lieber auf den nächsten Tag.
Nach einem leckeren Baguette nehme ich den Bus nach XingPing, einem kleinen Ort am Li-River. Die Busfahrt dauerte eine gute Stunde über kleine holprige Straßen und Pisten.
Dort angekommen werde ich beim Aussteigen schon überfallen von
jungen Frauen, die mir eine Bootstour anbieten. Ein wenig widerstrebt es mir, mich darauf einzulassen, denn ich unterstütze dieses überfallartige Verhalten ungern, doch es erscheint mir am einfachsten.
So laufe ich also gemeinsam mit einigen Frauen und einem Touristen aus Beijing durch die Gassen zum Flussufer.
Eine Frau präsentiert uns ihre Kormorane, die ich lieber hätte fliegen sehen, doch sie sind an einer etwa 10m langen Leine an einen Holzstab festgebunden. Früher wurden die Kormorane zum Fischen eingesetzt. Die Vögel fangen die Fische, werden aber durch einen Ring am Schlucken des Fisches gehindert. Jeden 7. Fisch dürfen sich wohl selber fressen. Heute ist es nur noch eine Touristenshow - die hoffentlich bald ein Ende hat.
Die Landschaft ist wirklich traumhaft, obwohl der Fluss durch die zahlreichen Boote sehr unruhig wirkt und man an eine quirlige Straßenszene erinnert wird.
Obwohl es heißt wir fahren gleich los, werden wir doch noch eine halbe Stunde vertröstet, damit das Boot voller wird. Ich bin schon ziemlich genervt, als es endlich um halb fünf losgeht. Die Berge entlang des Flusses sind einzigartige Formationen, die je nach Form und Legende verschiedene Namen tragen. Sie hätten mich sicher noch mehr beeindruckend, wenn ich nicht bereits die Schönheit
der Landschaft am Yulong-River genossen hätte.
Vielleicht wäre eine Wanderung entlang des Flusses doch schöner gewesen, aber dafür bleibt mir keine Zeit mehr, und das Wetter lädt auch nicht gerade zu einer 4-stündigen Wanderung ein. Und die Wirkung vom Wasser aus ist schon eine andere, als vom Ufer, da die Sicht doch oft durch Büsche und Bäume versperrt ist.
Ich bin von dieser gut einstündigen Bootstour zwischen XingPing und Yangdi nicht so begeistert wie viele Touristen es schildern, obwohl es der schönste Abschnitt des Li-Rivers zwischen Guilin und Yangshuo sein soll, doch ich kann nun mit stolz sagen, ich habe den Ort besucht, der den 20,-RMB Schein ziert.
Um halb sieben geht es mit dem Bus in der Dämmerung zurück nach Yangshuo. Bei Thai-Nudeln (war noch gar nicht wieder wirklich hungrig) verabreden Maria und ich uns am nächsten Tag nach dem Frühstück zu unserem Fahrradausflug auf den Moon Hill. Der Wetterbericht sieht gut aus.
Ich plane für die frühen Morgenstunden eine Heißluftballonfahrt. Bei einem kleinen Shop handele ich einen guten Deal aus. Da ich nur eine halbe Stunde fliegen möchte, aber die anderen drei Gäste eine Stunde, bezahle ich nur 50RMB mehr für die verlängerte halbe Stunde. (550,- statt 700,-RMB).
Anschließend laufe ich mal wieder durch die verschiedensten Läden der West-Street. Mit einer netten Verkäuferin unterhalte ich mich ein wenig, da ihr Englisch sehr gut ist. Sie hat es studiert, dann aber die Möglichkeit erhalten, diesen Paper-Cut-Souvenirshop zu eröffnen, und so ist sie nun in Yangshuo sesshaft geblieben.
Es ist mein letzter Abend hier, und so genieße ich noch mal die abendliche Atmosphäre mit dem geschäftigen Treiben an den Marktständen und der lauten Musik aus den Bars.
Zu guter letzt mache ich noch einen Abstecher zum Global Cafe, wo mich Joanlin und ihre Kolleginnen freundlich empfangen. Leider ist der Computer besetzt, aber sie bieten mir gleich die Möglichkeit an, im ersten Stock das Internet zu nutzen. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass es eine weitere Etage gibt. Ich bekomme die Cola direkt und dann sogar noch vergünstigt an den Platz serviert. Das sind schon echt liebe Mädels. Ich muss ihnen versprechen, dass ich morgen noch mal kurz vorbeischaue, um mich zu verabschieden.
Nach vielen weiteren gelesenen Geburtstagsgrüßen (vielen herzlichen Dank dafür) ist es schon fast Mitternacht, und so gehe ich schleunigst in mein ‚Hotel’ (es gleicht mehr einem einfachen Gästehaus).
Die Tür ist bereits mit einem Fahrradschloss verriegelt, und
making friendsJoanlin, her birthday was just two days before mine, so we started talking.
Guess it was really exciting for her to meet a girl traveling around the world alone when she hasn't seen more than this sm
... [more]so muss ich den lieben Besitzer wieder wecken. Er hätte sich ja aber auch denken können, dass ich noch komme, oder?
Nun aber schnell schlafen, denn es bleiben nur noch knapp sechs Stunden Schlaf.