Angelehnt an das Epidermische Paradoxon, drängt sich mir seit meinem letzten Blog, der(dank dem Sturm der Entrüstung, der mir in Form einer „Protestnote“ entgegen geschlagen hat und mich daran erinnert hat) bereits 21 Tage her ist, die hochphilosophische Frage auf, ob ein nicht bloggender Blogger überhaupt noch ein Blogger ist!? Wäre ich jetzt kein Blogger mehr, dürfte ich nicht mehr bloggen, aber sobald ich blogge bin ich wieder da….
Aber das sollte bei weitem nicht das einzige Paradoxon bleiben, dass mir in den letzten Tagen und Wochen so über den Weg lief und eben jene sollen, wie der Titel bereits verspricht, in den folgenden Zeilen genauer erklärt werden:
Das erste Paradoxon erklärt meine plötzliche, ja auch für mich selbst überraschende, beinahe zärtliche Nähe zu McDonalds, die allerdings viel weniger auf kulinarischer Ebene, denn auf sanitärer fusst. Diese Liebeserklärung an verruchte, 24 Stunden täglich geöffnete Lokalitäten, erklärt sich aus einem Erlebnis, das die zwei goldenen Bögen für mich mein Leben lang zu einem Symbol, weniger für die Füllung des Magens, als viel mehr zur Entleerung des Darmes machte und an dieser Stelle eigentlich auch nur als Einleitung zum zweiten Paradoxon des Blogges gesehen werden darf - die intelligenten Installateure.
Alljenen, die von Natur aus mit etwas schwächerem Magen oder auch schwächeren Nerven ausgestattet sind, wird vom zweifelhaften Genuss des nächsten Absatzes abgeraten…bei Nebenwirkungen lesen sie nicht weiter oder konsultieren Sie ihren Arzt, Apotheker oder ihre Hausbar.
Als Ursache alles Übels gilt (wie es die Weltpresse stets zu formulieren pflegt) eine Verkettung unglücklicher Zustände(oder auch eine Verkettung von chinesischen Meisterleistungen, was als Synonym angesehen werden darf). Die äußerst professionell gebaute Zementschicht nämlich, die unser Klo, wie den sprichwörtlichen Fels in der Brandung, mit dem Badezimmerboden verband, bekam Risse, sodass sich die Klospülung nach dem Rückstoßprinzip „bottom up“ ihren Weg durch das Badezimmer bahnte. Der eiligst herbeigerufene Installateur ersetzte daraufhin 5kg Zement durch 10dag Silikon - 24h Trockenzeit - keine Waschmaschine(na, ok), keine Dusche(30° C, 95% Luftfeuchtigkeit..ooops), aber Montezumas Dauerrache und kein Klo....Sch*****, und das im wahrsten Sinne des Wortes!!
Aber wie sagt schon der alte Kinderwitz „ching, chang, chun, Chinesen sind nicht dumm, Chinesen zu McDonalds reisen und dort in das Häusl sch*****“. Über die Zustände dort möchte ich allerdings hier kein Wort verlieren, aber da wir dem Qualitätsversprechen des äußerst professionell (hähh…!?!?) agierenden, chinesischen Fachmannes Glauben schenkten, akzeptierte ich diese Übergangslösung zähneknirschend- bis exakt 23h und 57 Minuten später die Probe aufs Exempel gemacht wurde. Im sprichwörtlichen Moment in dem „der Aff’ ins Wasser rennt“, stand ich als großer Affe wieder im sprudelnden Wasser…=(
Aber, Ende gut, alles gut - nach weiteren 24 stunden in denen ich nochmals Gelegenheit hatte, über die golden glänzenden Bögen zu philosophieren, denen ich ihnen einige Male eilig entgegen strebte, eröffnete sich uns wieder die Welt des heimatlichen „aaahhhhhhh“-Erlebnisses.
Doch schon wenige Stunden nach der Erleichterung hielt der sanitätere Katzenjammer Einzug, mit dem ersten offensichtlichen Nicht-Paradoxon, von dem ich mir wünschen würde, es wäre eines geworden - der patscherte Purzel, der, unwissenderweise,
(*Mordgelüste an*) folgende Fragen in meinem Kopf aufwarf…
…WIE kann man 1,75m chinesisches Fleisch töten und wegschaffen, ohne das es jemand merkt....ja, ich möchte Purzel töten, und bin mir sicher, dass mich seine Familie mit Geschenken dafür überhäufen wird - seine Freundin vielleicht nicht jetzt, aber einiges Tages wird sie auch verstehen, dass es das beste war!!
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich anhöre wie eine alte, verzweifelte Hausfrau:
Aber WARUM, warum ist dieser Kerl augenscheinlich zu deppert um wie ein normaler Mensch IN das Klo zu urinieren!?
WAS, zum Teufel, WAS ist so schwer daran nicht mit schmutzigen Schuhen über frisch aufgewaschenen Boden zu laufen....davon abgesehen, dass man doch in allen höher entwickelten Kulturen in der Wohnung seine Schuhe auszieht!?
Wie es der Kerl schafft in wenigen Stunden ein Badezimmer von einem (mehr oder weniger) blitzeblanken Latschenkieferwäldchen(der Duft meines Reinigungsmittels erinnert mich irgendwie an einen Urlaub in den Alpen) in ein Autobahnklo zu verwandeln(Autobahnklo entlang der Tauernautobahn) ist mir ein Rätsel....und noch dazu, dass es ihm nicht einmal auffällt!!
*Mordgelüsteaus*
Aber auch in Schlumpfhausen tut sich wenig neues, hie und da rührt sich eine weiße Zipfelmütze zwischen den großen Schwammerlhäusern und bringt eine frische, aber ebenso unausgegorene Idee aus Papa Schlumpfs geheimen Labor - und schon kommen wir zum dritten und letzen Paradoxon meiner Berichte - zu den schlauen Schlümpfen. Und zwar darf ich nun schlussendlich doch auch noch meinen Teil zum gelingen der olympischen Spiele beitragen - eine Tatsache auf die ich, vollkommen sarkasmus- und ironiefrei, sehr stolz wäre, wenn….ja, wenn das ganze nicht wieder diesen unvermeidlichen Touch einer Schlumpfenidee hätte. So arbeite ich derzeit an einer Beschwerdehotline für deutschsprachige Touristen in Peking, erstelle Standardantworten für gewisse Probleme und trainiere sie mit der zukünftigen Chefin dieses Helpdesks - und hier beginnt das „schlumpfige“ an der Geschichte. Meine Aufgabe besteht nämlich darin, eine Chinesin, die beim ersten persönlichen Gespräch die Frage nach ihrem Alter nicht beantworten konnte(!!) innerhalb von 16 mal 60 Minuten zu einer kompetenten(??) Ansprechpartnerin für Beschwerden über Restaurants, Hotels und Einkaufszentren zu machen. Das sie in der zweiten Unterrichtseinheit das Vokabel „beschweren“ nicht kannte, erkenne ich irgendwie als schlechtes Omen….
Aber bis zu den olympischen Spielen habe ich China bereits den Rücken gekehrt - neue Lage, 19 Tage, Austria, I´m coming home!!