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Faulheit Zuallererst gestehe ich mit Schande meine aufkeimende Schreibfaulheit ein - mit dem Einkehren eines Arbeitsalltages und daraus resultierender abnehmender Spannung im Alltag und Fehlen von Erlebnissen, die auf sofortige Berichterstattung drängen….ok, ich war einfach zu faul und gelobe Besserung!!!!
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chinesische Sprache: Wie schon vor Wochen einmal erwähnt, treten meine Sprachkenntnisse mehr oder weniger auf der Stelle….vom gelegentlichen Erlernen nützlicher Phrasen einmal abgesehen, fehlt mir irgendwie der notwendige Enthusiasmus um mich wirklich tagtäglich mind. eine Stunde auf meinen Allerwertesten zu setzten, um Charakters in mein Hirn zu hämmern und Aussprache zu üben. Erschwerend kommt hier hinzu, dass unser Chinesisch-Unterricht, der derzeit von unserer Chefin abgehalten wird, noch problemlos das Spannungslevel meines Arbeitsalltags toppt(Achtung, Ironie - ich bin gewohnt, das anzukündigen - Chinesen sind Ironie und Sarkasmus total fremd - autsch….mein Herz blutet…). Verdunkelt durch etwas fadenscheinige Ausreden, ist der Chinesisch-unterricht jetzt allerdings auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, was mich in eine durchaus paradoxe Lage bringt - denn einerseits bin ich nicht dazu bereit, meiner Chefin auch nur eine Stunde des von ihr versprochenen Chinesisch-Kurses zu schenken - andererseits graut es mir bei dem Gedanken, zwei mal die Woche noch mehr Zeit mit ihr verbringen zu müssen…naja vielleicht engagieren Sabine
und ich jetzt einen unserer Schüler als Privatlehrer…
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chinesische Sprache II: Chinesisch ist, wie schon oft festgestellt, eine sehr interessante Sprache - vor allem, da die Charakters bei genauerer Betrachtung tiefe Einblicke in die chinesische Volksseele zu lassen - so besteht das Wort für Mutter aus den Zeichen für Frau und Pferd…
ein Schelm wer Schlechtes dabei denkt… Darüber hinaus vermittelt auch schon ein Blick in das offizielle Chinesisch-Deutsche Wörterbuch (Das neue Chinesisch-Deutsche Wörterbuch, Auflage Nov. 2006), übrigens das Standardwerk aller Universitäten, mehr politische Bildung, als wahrscheinlich so manche Lektoren und Professoren für möglich halten…
Sucht man z.B nach
großartig so findet man folgenden Beispielsatz:
“Es ist doch großartig, dass mit einem Schlag zwei feindliche Divisionen vernichtet wurden“ In anderen Stellen finden sich interessante Wortkreationen, die im deutschen Sprachgebrauch auch tatsächlich tagtäglich Anwendung finden….oder nehmt ihr nicht täglich das Wort
Arbeiter-Aristokrat in den Mund…
Mein persönliches Highlight findet man hingegen unter
wert, teuer - nach Meinung des Wörterbuches:
…bemisst sich der Wert von Truppen nach ihrer Moral, nicht nach ihrer Zahl,
Aber auch Studenten der englischen Sprache werden nicht von der Zensur verschont. Sucht man im „Webster Dictionary - English-Chinese“ nach dem Wort „Taiwan“ wird man
nicht fündig…ein weißer, undurchsichtiger Klebestreifen verdeckt dieses Wort, und das vermutlich in jedem dieser Wörterbücher im ganzen Land….
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Zensur: Zensiert werden nicht nur Bücher, Zeitungen und ähnliche Printmedien, die schon alleine wegen des Druckaufwandes leichter kontrolliert werden können, nein, auch das Internet unterliegt strenger Zensur, der man nicht so leicht entkommt, wie ich am eigenen Leib erfahren habe…sucht man im Internet nach einer etwas obskuren Religionsgemeinschaft, die hier als Staatsfeind Nr. 3 gilt(ich kann den Namen hier leider nicht öffentlich nennen, da sonst auch der Zugriff auf meinen Blog gesperrt wird), so wird die betreffende Homepage innerhalb von Sekunden stillgelegt. So weit so gut, hat man sich auch als informationsverwöhnter Mitteleuropäer daran gewöhnt, dass Wikipedia und ähnliche Seiten dauerhaft gesperrt sind, wirkt es dennoch etwas befremdlich, wenn die homepages internationaler Suchmaschinen bereits Sekunden nach dem eintippen der „bösen Wörter“ nicht mehr zu erreichen sind, während das restliche Internet „normal“(Wasserdruck-Internetleitung, 17. Stock…eh schon wissen=)) funktioniert. Endgültig mit den Zensurexperimenten abgeschlossen habe ich allerdings erst, als auf meine Bitte Andrea aus dem Internet den Wikipedia-Eintrag über ebenjene Sekte kopiert und mir als email geschickt hat…binnen Sekunden war auch der GMX-Account tot….
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chinesische Küche: Habe ich mich inzwischen auch soweit mit
chinesischer Küche und chinesischen Tischsitten ausgesöhnt, dass mich Chinesen, die ihren Körperfunktionen freien Lauf lassen, ebenso kalt lassen wie Kakerlaken, die während dem Essen den Tisch überqueren, so sitzt mir immer die kalte Angst im Nacken, schon beim nächsten Bissen in unerwartete, kulinarische Abgründe abzutauchen…so waren wir dieser Tage beim „chicken soup“-essen - ein Spezialität, bei der neben allerlei Gemüsesorten auch grob zerteilte Hühner in einen großen Topf in der Mitte des Tisches wandern…das es sich dabei um Hühner im biologisch korrekten Sinne, sprich mit Kopf und Füßen handelt, brauche ich dem aufmerksamen Leser sicherlich nicht mehr auseinanderzusetzen…
In den Genuss des Essen mischen sich dann leider auch paranoide Gefühle….die unbändige Angst, ein „Mitstreiter“ bei Tisch könne dem verwegenen Gedanken verfallen, mir als Sympathiebezeichnung einen der eben erwähnten Teile auf den Teller legen. Zwar könnte man dem entgegensteuern, und zumindest die Köpfe großzügig selbst verteilen, allerdings wäre mir nach einer solchen „Gefälligkeit“ zumindest ein Fuss als Revanche gewiss….=)
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Sehenwürdigkeiten: Auch auf touristischen Gebiet war ich als Tourismusfachmann natürlich nicht untätig und habe mir in den letzten zwei Wochen sowohl den Himmelstempel, als auch Sommerpalast sowie eine nördlich von Peking gelegene Tempelanlage angesehen. Der Ausverkauf von buddhistischen Reliquien und kaiserlichen
Altimmobilien an den Massentourismus ist hier sogar für Wiener Verhältnisse weit fortgeschritten - so drängeln sich dutzende Chinesen aus aller Herren Provinzen mit Touristen aus aller Welt durch „Hallen des Friedens“ und „Tempel der Besinnung“, an die bestenfalls noch die (teilweise von Cocacola gesponserten) Tafeln erinnern. Ein bisschen mehr Lokalkolorit fängt man in den, zwar nicht gratis, aber zumindest relativ günstig zugänglichen, Parkanlagen des Himmelstempels ein - dort treffen sich vor Sonnenuntergang doch tatsächlich alte Chinesen und -innen um dort unter freiem Himmel zu musizieren, singen und zu tanzen. Was teilweise wie eine Folkloreaufführung des Seniorenheims auf Volksschuleniveau wirkt, ist allerdings tatsächlich eine freiwillige unentgeltliche Leistung ohne jegliches finanzielle Interesse…Zuschauer willkommen, solange sie sich unauffällig verhalten.
Ein weitere Skurrilität, um die ich keinen Europäer bringen möchte, ist die Inszenierung von „Bhuddismus-Disneylands“ - erlebt in einer kleinen Tempelanlage nördlich außerhalb der Stadt. Dort wo (angeblich) einmal Mönche in stiller Einsamkeit beteten und meditierten, findet sich heute eine heiter bunte Welt, voller mehr oder weniger alter Tempelanlagen und Pagoden, bereichert um einen Minizoo und eine Sommerrodelbahn, sowie von künstlichen Flüssen, die ihre Natürlichkeit dadurch unter Beweis stellen, dass sie gegen Ende der Öffnungszeiten versiegen.
Ein weiteres Erlebnis sind „die 500 Arhats“, also
weise, tiefgläubige Männer, deren Anblick jeden Starwars-Fan augenblicklich an „Yoda & die Jediritter“ erinnern muss.
2 Comments -
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Herr Heinrich!
Faulheit ist gestattet - jetzt weist wies mir geht!
Und ja pass mit der Zensur lieber auf das sind kommunisten also sei vorsichtig!!!! du kennst doch sicher noch Red Corner oder???
Tja zu deinem chinesisch naja das wird nimma mehr denn du weist was Hänschen nicht lernt...!
Guti mein Freund Gruß vom dottore!
Also wennst schon einmal im china bist kannst dich auch nützlich machen: BEFREIE TIBET!!! du schaffst das - ich glaub an dich!!!
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