Chinesen sind leise und zurückhaltend? - falsch, wenn man leise, zurückhaltende Asiaten vor sich hat, sind das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Japaner - Chinesen leben bei Restaurants nach dem Motto, wenns nicht laut, dreckig und verraucht ist, kann das Essen nicht gut sein.
Chinesen sehen alle gleich aus - jein - wenn man sie auf Augenhöhe hat, sehen sie angeblich vollkommen unterschiedlich aus...aus meiner Perspektive(also von oben) gleichen sie wie ein Ei dem anderen. (Was das nächste Vorurteil,
alle Chinesen seien unheimlich klein eindrucksvoll bestätigt.)
Noch dazu tun sie ihr Bestes, um diesen Eindruck zu unterstützen, in dem sie praktisch keine Farben tragen - abgesehen von goldenen Hemden und ähnlichen Mafia/Zuhälter-artigen Kreationen, ist blau das höchste der Gefühle. War ich anfangs der Meinung, dies wäre ein postkommunistisches Erbe und Chinesen würden vielleicht in Sentimentalität ob der guten alten Zeiten schwelgen, in denen sie alle diese blauen Overalls trugen, so wurde ich mit meinem ersten Waschversuch(wie berichtet) eines Besseren belehrt.
Chinesisches Weißwaschmittel ist - im Gegensatz zu Europa - kein dezenter Hinweis auf den Verwendungszweck(für weiße Wäsche, na no na!?), sondern vielmehr ein Qualitätsversprechen:
"Egal welche die Farbe die Wäsche vor der Anwendung hatte, nach spätestens zwei Waschgängen ist sie weiß" Unterstützt wird dieser Effekt auch noch durch den sehr zuvorkommenden Service der Beijinger Stadtregierung, dem Leitungswasser große Mengen an Chemikalien beizumengen, sodass man eigentlich schon ein Waschmittel bräuchte, um das Wasser zu neutralisieren. Die Waschkraft unseres Waschmittels ist jedenfalls so enorm, dass es bei direkter Anwendung auf der Haut auch gleich zwei, drei Hautschichten wegschwemmt und somit, regelmäßig und flächendeckend angewandt, zur Lösung sämtlicher ethnischer, hautfarbenbezogener Konflikte beitragen könnte.(Der Anblick meiner Hände, die ich kurzzeitig in dieser Lauge hatte, sei meiner hochgeschätzten Lesergemeinde hiermit erlassen - ich bitte dies entsprechend zu würdigen...)
Chinesen essen Hunde - richtig, habe gestern zum ersten Mal Hund auf der Speisekarte gesehen. Als köstliche Vorspeise war er sogar ins Englische übersetzt…
spicy cold dog meat - na dann Mahlzeit!
(Um allen Hundebesitzern den entsetzten Ausdruck aus dem Gesicht zu nehmen und ihren Blutdruck wieder auf ein gesundes Level zu senken - nein, ich habs nicht gegessen!!)
Chinesisch ist eine schwere Sprache - ich antworte mit einem entschiedenen vielleicht - Chinesisch zählt sicher nicht zu den leichtesten Sprachen, den Vorteil den die Sprache durch weitestgehende Abwesenheit grammatikalischer Vorschriften bietet, gleicht sie durch die unheimlich komplizierte Lautlandschaft aus, die der Chinese beherrscht(und
die für europäische Ohren ebenso gleich klingt, wie die Sprecher aussehen, aber das Thema hatten wir ja bereits…=))
Zu meinem großen Erfolgen zählen allerdings zweifelsohne Fortschritte in der alltäglichen Umgangssprache. Während ich beim Lernen von Charakters (den Schriftzeichen) weit hinterher hinke, und mich beim Sprechen zu 100% auf die Pinyin,(die offizielle Umschrift) verlassen muss, kann ich seit ein paar Tagen auch schon Bier bestellen. Im Rahmen eines dislozierten Unterrichtes, der mir in einem alternativen Klassenzimmer (auf österreichisch kurz Beisl genannt) erteilt wurde, wurde ich in die Feinheiten des Umgangs mit Kellnern eingeweiht. Der ist übrigens ausgesprochen rüde, als 服务(gesprochen fùwú) angeschnauzt springt der hier tief verachtete Berufsstand der Kellner mehr oder weniger schnell herbei. Sollte es dem durstigen Gast trotzdem zu langsam gehen, kann er dieses Missfallen durchaus durch lautes Brüllen der oben genannten Wörter zum Ausdruck bringen.
Auf die Anweisung 三瓶青岛(san ping qin dao) bringt man hier drei Bier - aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades(der gerade von 奥地利人, sprich Österreichern) gerne unterschätzt wird, muss dieser Vorgang entsprechend oft wiederholt werden, um sowohl Aussprache, als auch Verständnis nachhaltig zu festigen. Ungeachtet aller kultureller und geographischer Unterschiede ist das Ergebnis eines solchen Abends in Europa und Asien überraschend ähnlich - Bierlaune am
selbigen Abend, Katerstimmung am nächsten Morgen. Die Erkenntnis daraus: In wirklich wichtigen Belangen, sind sich Österreicher und Asiaten ähnlicher, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Apropos Chinesisch: Wie schon erwähnt machen meine Sprachkenntnisse so rasante Fortschritte, dass ich Doris auf offener Straße schon ein herzliches: 你恨漂亮(ni hen piaoliang) zurufen kann…
Meine Sprachkenntnisse befinden laut unabhängigen Beobachtern derzeit übrigens circa auf dem Niveau einer Dreijährigen: Als ich nämlich letztes Wochenende in einem riesigen Buchgeschäft von einem dreijährigen Mädchen mit den Worten mei guo ren, also Amerikaner, beschimpft wurde, konnte ich, nach kurzer Absprache mit meinen chinesischen Begleitern, mit einem lauten riben ren, Japaner,(der so ziemlich schlimmsten Beschimpfung für einen Chinesen, kontern…
Ich kann also auf chinesisch schon kleine Kinder zum Weinen bringen - welch Heldentat
3 Comments -
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Bei uns heißt es: Nimm ein Sackerl für das Gackerl!
In China: Nimm den Pudel für den Strudel!
Mahlzeit!
hahaaa, der spruch ist gut!!!
hamster, du bist mein held in der schwarz-gold-blauen china-welt!!!!!
es ist besonders wichtig, dass man Autowobile Droducts kaufen kann, ja absolut! Wie würden denn sonst die Tautos, Musse und Laxis fahren??? :D
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