Tag 1: Anreise
Mit Tabletten fuer meinen Bauch bepackt, gings um 7 Uhr los. Der Bus war bis auf den letzten Platz belegt. Ich der einzige Barang (westlicher Tourist). Wir kaempften uns durch den Verkehr von Phnom Penh und luden hie und da noch Leute und Reissaecke auf. Am Rande der Stadt sah ich eine nackte Frau auf der Strasse. Ob die wohl irgendwo ausgebrochen ist? Umso weiter wir von der Stadt weg kamen, umso schoener wurde die Landschaft. Da sind die Menschen noch mit Pferd und Anhaenger unterwegs. Und da gab es auch sowas wie die Tour de Cambodia zu sehen, etliche Velorennfahrer waren ueber mehrere Kilometer verstreut am radeln wie verrueckt. Nach ungefaehr 5 Stunden war der Bus uebervoll. Ueberall sassen Menschen, ueberall war Gepaeck verstaut. Mein Rucksack ist schon lange unter Bergen von Fuessen und Fuedlis verschwunden. Ich sass zu vorderst, gleich hinter dem Chauffeur. In der ersten Reihe, wo normalerweise 5 Personen mit Fahrer sitzen, sassen 13. Und die Tuere liess sich nicht schliessen. Und ich wieder einmal mittendrin, statt nur dabei. Als ich mich einmal umdrehte, um meinen Rucksack zu suchen, sah ich einen Moench zuhinterst im Bus. Seine orange Kutte war ihm ein bisschen verrutscht
und - wow. Was fuer ein Body. Ich ertappte mich dabei, wie ich diesen "Heiligen" einige Sekunden lang anstarrte und drehte mich sofort um. Simi, das macht man doch nicht, sagte ich zu mir selber. Beim ersten Stopp gab es grillierte Spinnen, Kaefer und Bibeli im Angebot. Die Familie neben mir kaufte ein Saeckli voll und verzehrte diese im Bus genuesslich neben mir. Mir lief buchstaeblich das Wasser im Mund zusammen, jedoch nicht vor Lust. Die Fahrt war endlos lang. Als die Nacht hereinbrach, hoffte ich auf ein Ende, denn es waren 11 Stunden vorhergesagt worden. Doch es nahm und nahm kein Ende. Um uns herum war totale Finsternis. Wir drangen immer weiter und weiter in den Dschungel ein. Ploetzlich kaempfte sich eine Frau von ganz hinten bis nach vorne und sagte irgendwas zum Fahrer. Dieser hielt sofort an, die Frau huepfte raus und rief irgendwas und alle lachten. Ich nehme an, sie hatte einen kleinen Notfall. Kurz darauf gings weiter. Etliche Froeschlein und Schlangen kreuzten unseren Weg. Sonst war nichts zu sehen. Ich wurde langsam ungeduldig. Wann sind wir endlich da? Ich war muede, hatte hunger und der Fahrer ging mir auf die Nerven. Er quaselte staendig was, fuhr
manchmal mit halsbrecherischer Geschwindigkeit ueber die Schlagloecher und dann wieder im Schneckentempo. Doch ich war die einzige, die sich nervte. Alle anderen waren die Ruhe in Person. Selbst die Kinder. Davon koennte ich mir wahrlich eine Scheibe von abschneiden. Dann endlich nach 15h im Bus: Banlung. Ich stieg aus und wurde sofort von einem jungen Khmer zugetextet. Ich ging mit ihm mit, bezog mein Zimmer fuer 5 Dollar, ass Reis mit Tofu und schlief bald ein.
Tag 2: Wasserfaelle
Gestern begann der Tag mit Regen. Ich hatte schon Bammel, dass es nicht aufhoeren wuerde. Denn was kann man schon machen, wenn die Strassen unter Wasser stehen, in einem Kaff wie diesem? Doch ich wollte es trotzdem versuchen. Ich marschierte ins Dorf und fand eine Agentur, welche von einem hollaendischen Paerchen gefuehrt wird. Sie gaben mir alle noetigen Infos, Tipps und Tricks fuer meinen Aufenthalt hier in Banlung. Sie versuchten ebenfalls etwas heraus zu finden, betreffend meines Visas fuer Laos. Doch leider konnten auch sie nichts Definitives sagen. Mir bleibt also nichts anderes uebrig, als Morgen einfach Richtung Grenze zu gehen und es zu versuchen. Bitte Daumen druecken. Ich mietete mir also ein Motobike fuer 5 Dollar, eine ziemliche Klapperkiste.
Keine Rueckspiegel, Tacho ausser Betrieb, Bremsen die nicht richtig funktionieren und komische Geraeusche vom Motor. Ich fuhr Richtung Yaklom Lake und kam an tollen Landschaften vorbei. Und als ich am See ankam, traute ich meinen Augen fast nicht. Wow. Ein klarer See umringt von Dschungel. Toll. Ich marschierte rundherum und genoss es so richtig. Muss dazu noch sagen, dass es keine Touristen gab. Nur mich. Ab und zu sah ich Einheimische, die Schnecken sammelten oder irgend etwas am bauen waren. Anschliessend fuhr ich zum Kachang Wasserfall. Auch hier wurde ich wieder positiv Ueberrascht. Ein verlassenes Oertchen, ruhig und schoen. Als ich aus dem Areal rauskam, luden mich ein paar alte Khmers zum Weintrinken ein. Ich nahm hoeflichkeitshalber ein Glaeschen und ging dann weiter. Ich versuchte einen anderen Wasserfall zu besichtigen, doch ich kehrte auf halber Strecke um, denn die Strasse war zu gefaehrlich. Dann verliess ich die "Hauptstrasse" und bog links in ein kleines Weglein ein. Ich durchquerte Natur pur. Kam an einer kleinen Siedlung vorbei, die in voelliger Harmonie mit der Natur lebten. Ich fuehlte mich super. Wieder zurueck auf der Strasse, gings weiter Richtung Cha Ong Wasserfall. Und dies war das Highlight. Bereits auf dem Weg dorthin, sah
ich soviel Schoenes. Ich konnte mein Glueck kaum fassen. Zuerst kam ich in einen Wald, wo sie Kautschuk gewannen. Ueberall sah man Kokosnussschalen oder Saecklein an den Baeumen haengen. Die weisse Fluessigkeit schlaengelte sich die Staemme hinunter. Toll. Weiter vorne kam ich an einer kleinen Siedlung vorbei, die so wunderschoen war, dass es Worte nicht beschreiben koenne. Holzhaeuser auf hohen Stelzen, Schweine, Kuehe und Huehner die rumlaufen, Jung und Alt, die mir freundlich zuwinken und laecheln. Und alles schimmert in saftigen Gruentoenen. Wie aus dem Bilderbuch. Und dann der Cha Ong Wasserfall: ein Traum. Sowas Schoenes habe ich noch nie gesehen. Aus 30m Hoehe stuerzte das Wasser hinunter. Rundherum nur Dschungel. Man konnte sogar hinter dem Wasserfall hindurch laufen. Ich genoss dieses Schauspiel in vollen Zuegen. Anschliessend fuhr ich einfach noch ein bisschen die Strassen entlang und schwuppdibupp fand ich mich an einem anderen See wieder. Ich setzte mich dort auf eine Bank und liess den Tag Revue passieren. Ich war die ganze Zeit ueber alleine, sah keine Touris, nur Natur pur und das einfache Leben auf dem Land. Ich war sehr sehr gluecklich und zufrieden, schon fast ein bisschen euphorisch. Ach, wie schoen ist doch das Leben. Das einfache
Leben. Am Abend ass ich in einem Strassencafe. Ich bestellte eine Gemuesesuppe und erhielt eine Suppe mit Gemuese und allerlei Fleisch. Naja. Aber es war gut. Zufrieden und gluecklich schlief ich ein.
Tag 3: Regen
Heute regnet es in Stroemen. Ich finde das sehr frustrierend, denn ich kann so leider nichts machen. Die Strassen sind ueberschwemmt, der Dschungel ein Tabu. Ich bin traurig, dass ich nicht schon frueher hierhin gekommen bin resp. nicht mehr Zeit hier habe. Denn Ratana Kiri ist einfach bezaubernd. Man koennte mehrtaegige Trekkingtouren in den Dschungel machen, "Ureinwohner" besuchen etc. etc. Aber nein. Es regnet. Deshalb sitze ich jetzt in einem Internetcafe und schreibe diesen Blog bereits zum 2. Mal. Der erste ist wieder einmal spurlos verschwunden. Nun werde ich versuchen, meinen Eintrag mit ein paar Bildchen zu versehen... Melde mich dann aus Laos wieder, sofern es klappt. Ansonsten werde ich wohl oder uebel wieder nach Phnom Penh zurueck muessen. Also, adios amigos.
Part of trip:
Cambodia and more