Ecotraining Field guide level 1 training Vom 18.2. bis und mit 17.3. war ich im karongwe reserve in der naehe von hoedspruit welches westlich von krueger park liegt.
Das camp liegt an einem trockenen flussbett im sueden des 9000 quadratkilometer grossen reserves welches 4 der 5 „big 5“ beinhaltet (loewe, leopard, elefant, nashorn aber keine wasserbueffel).
Dort haben wir gelernt was ein natur-guide wissen muss, natuerlich auch wie man eine safari in einem fahrzeug und zu fuss fuehrt. Und das alles in englisch. Huff, das war harte arbeit denn ich war die einzige person die englisch nicht als muttersprache spricht.
Nun kann ich jedenfalls eine wasserbockspur von einer kuduspur unterscheiden und den dung von nem elefanten und nem nashorn erklaeren oder der ruf eines bienenfressers erkennen. Das schwierigste fuer mich waren die 30 baeume die wir kennen mussten und die 17 graeser... Irgendwann sah jeder baum gleich aus und die graeser waren alle braun...
In 4 wochen lernt man nur ein kleines bisschen von dem ganzen komplexen ecosystem kennen. Viele, viele stunden lesen und nachforschen in all den buechern...
Der tagesablauf war folgender:
05.00 aufstehen
05.30 morgenmarsch
09.30 rueckkehr ins camp
10.00 morgenessen
11.00 - 13.00 schule (theorie)
13.00
- 15.30 schlafen oder lernen
15.30 mittagessen
16.00 - 18.30 nachmittagsmarsch
oder
16.00 - 19.30 nachmittagsfahrt
20.00 abendessen
nun, jeder der mich kennt weiss, dass mein morgen in der schweiz selten vor 8 uhr beginnt... aber da es in afrika bereits um 5.00 uhr hell wird war es nicht ganz so schlimm fuer mich.
Vor allem ist es nicht neblig kalt sondern bereits um 8.30 uhr am morgen ist es so heiss, dass man moeglichst nur im schatten marschiert. Um 10 uhr ist es meist bereits tierisch heiss...
Einige beeindruckende begegnungen die ich in den 4 wochen hatte:
Loewe
Am 19.03. haben wir zero den maennlichen loewen des reserves das erste mal gesehen auf einem unserer ausfahrten. Es war die erste begegnung mit einem der big five und wir waren nur 5 meter von ihm entfernt. Die person auf dem trackersitz (der sitz vorne links auf der kuehlerhaube) war ziemlich beeindruckt von dieser nahen begegnung! Kurz zuvor hatte er ein teil einer impala gefressen und lag mehr oder weniger bewegungslos mit vollem bauch im sand. Leider war es bereits zu dunkel um gute fotos zu schiessen, aber dennoch habe ich einige wunderbae fotos von ihm.
Nashorn
Wir waren unterwegs mit dem landrover und jemand von uns studenten musste fahren, die 2. Person musste navigieren und die 3. Person sass auf dem trackersitz. Der „tracker“ sah am linken strassenrand komische schleifspuren und der fahrer stoppte auf sein kommando. Der instruktor wusste natuerlich genau was es war und da die spur super frisch war stiegen wir alle aus dem auto und folgten garth in den busch. Nach kurzem fussmarsch sahen und hoerten wir die nashoerner im dickicht. Garth positionierte uns schlussendlich auf ner steinformation welche ca. 50 cm hoch war. Dort schauten wir den kolossen fast ne halbe stunde zu wie die 4 weiblichen nashoerner mit einem 1 monate altem kalb und ein bulle um die 20 meter von uns entfernt frassen.
Der bulle war ziemlich fokussiert auf eines der weibchen und wir konnten die kommunikation der beiden mithoeren. War absolut eindrueklich diesen kolossen so nahe zu sein ohne dass sie bemerkten dass wir dort waren.
Leopard
Am 02.03. waren wir wieder mit dem land rover unterwegs und stoppten am einem der vielen wasserloecher fuer ne pause. Wir untehielten uns ueber die enten im teich als wir ploetzlich ein komisches bellen hoerten. Unser instruktor rob sprang auf
und befahl uns sofort ins fahrzeug zu steigen und im selben satz erklaerte er uns, dass das ein alarmbellen eines kudus war... das wiederum heisst dass in der umgebung des kudus eine gefahr ist. Entweder ein loewe oder ein leopard und da rob wusste, dass die loewen nicht in dieser umgebung waren, war fuer ihn klar was der alarmruf ausgeloest hat. Als wir alle im landrover waren fuhr er in ner geschwindigkeit rueckwaerts ueber den damm in der wir studenten nicht einmal forwaerts fahren durften... nun, wir waren alle ziemlich gespannt was wir sehen werden ! auf den nachsten 5 minuten fahrt erklaerte er uns warum es in leopard sein muss und wie wir ihn moeglicherweise finden werden. Nun, wir haben ihn gefunden und folgten ihm gemuetlich fast 30 minuten offroad durch den busch - absolut beeindruckend ! ich haette niemals gedacht dass ein landrover durch dieses gelaende fahren kann... wir waren etwa 8 meter von ihm entfernt als wir ganz nahe bei ihm waren. Besser gesagt bei ihr, denn es war ein weibchen um die 35 kilo schwer. Die maennliche leoparden koennen bis zu 80 kilo schwer werden ! Die angehaengten bilder brauchen keine zusaetzliche erklaerung...
Einig tage
spaeter waren wir zu fuss unterwegs mit rob als wir den alarm eines buschbockes ganz in de naehe hoerten und wir machten uns auf den weg in diese richtung. Kurz spaeter fanden wir bereits die spur und folgten ihr fuer einige meter bis wir sie im grass verloren. Da die spur zuvor in richtung trockenes flussbett ging, marschierten wir hinter rob ins trockene flussbett (nebenbemerkung: 300 meter hinter unserem camp !) dort erklaerte er uns was wir tun und nicht tun muessen wenn wir den leopard sehen werden und nach dieser kurzen und intensiven rede waren unsere knie etwas weicher als sie zuvor waren und all unsere sinne waren absolut fokussiert... nun, leider haben wir ihn nicht gefunden aber bereits die erfahrung ihn vielleicht zu fuss zu sehen war absolut super!
Gepard
Wir fuhren einer der hauptstrassen entlang als ich ploetzlich den gepard sitzend im busch sah. Als wir stoppten und rueckwaerts fuhren verschwand er und gluecklicherweise bog einige meter spaeter ein weg links ein. Als wir in diesen weg einbogen sahen wir ein junger gepard - noch dunkel und struppig im fell - von der strasse ins gestruepp springen. Leider konnten wir ihn danach auch nicht mehr sehen
und logischerweise folgten wir ihnen auch nicht zu fuss. Denn wer will schon eine gepardenmutter mit ihrem jungen zu fuss folgen...
Wieder mit em fahrzeug unterwegs: ueber den radio haben wir gehoert dass sie einen geparden per radiotrack gefunden haben und garth funkte sofort zurueck da wir in der naehe waren. Wir waren einige minuten spaeter zu stelle und der guide mit der antenne in der hand fuehrte uns durch den busch zu ihm. Besser gesagt rannten wir durch den busch fuer ungfahr 5 minuten bis wir wieder signal hatten und fanden ihn schlussendlich unter einem baum. Ziemlich komisches gefuehl nur 5 meter entfernt von einem wilden (an menschen bedingt gewohnten) gepard mitten im busch zu stehen.
Am 9.3. hatten wir unsere schiessuebung. Distanz 10 meter - freistehend - kaliber 0,308 und 0,375 inch. Ich hatte ein bischen bammel diesen test nicht zu bestehen, aber schlussendlich war ich die beste frau in diesem wettbewerb und es hat auch noch spass gemacht
Am 15.3. haben wir unsere abschlussparty gehabt. War ein super lustiger abend! zuerst gingen wir in die engwe lodge damit die jungs ihr rugby game sehen konnten... die anderen sassen auf der veranda und genossen
die aussicht und das kuehle bier. Danach gingen wir ins camp zurueck und assen zuerst etwas bevor wir noch n paar bierchen mehr uns zu gemuete fuehrten. Die jungs wurden etwas uebermuetig und forderten garth - unser instruktor, ca 2 m hoch und ne figur wie ein schweizer kranz schwinger - zum wrestlen und dann noch zum armdruecken auf. Der eine oder andere hat nun schuerfwunden am knie oder arm vom sand igen boden...
Am 25.3. geht es zurueck in die schweiz; dort habe ich 6 tage um mich anzuklimatisieren und schlussendlich am 2.april um 8 uhr morgens in der firma einzustempeln.